Sirenengeheul und Evakuierung an der Radko-Stöckl-Schule

In luftiger Höhe: An der Radko-Stöckl-Schule in Melsungen übte die Feuerwehr, vier Jungen aus dem vierten Stock zu retten. Fotos: Wenderoth

Melsungen. Räumungsübung in der Radko-Stöckl-Schule verlief schnell und ohne Probleme.

Um 9.47 Uhr zerriss Sirenengeheul die konzentrierte Unterrichtsruhe an der Radko-Stöckl-Schule in Melsungen. Doch zum Glück handelte es sich am Donnerstag nur um eine Übung.

Wenige Sekunden nach dem Alarm strömten die ersten Schüler schnell, aber ohne Panik, aus den Eingängen und eilten zu den Sammelplätzen oberhalb der Schule. Gerade mal vier Minuten dauerte es, bis fast alle Schüler und Lehrer das vierstöckige Gebäude verlassen hatten. Nur vier Jungen hatten es nicht mehr rechtzeitig geschafft. Sie riefen aus einem Fenster im vierten Stock um Hilfe.

Hier kommt der Retter: Mit einer Gelenkmastbühne holte die Feuerwehr die eingeschlossenen Schüler aus dem Gebäude.

Wenige Minuten nach dem Alarm traf die Feuerwehr Melsungen mit 19 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen ein. Einsatzleiter Frank Ebert, Stadtbrandinspektor von Melsungen, ließ sich von dem Sicherheitsbeauftragten der Schule, Reinhard Schmidt, die Lage schildern. Erst jetzt erfuhren die Einsatzkräfte, dass es sich nur um eine Übung handelte.

Treppenhaus voller Qualm

Die Übungsannahme war, auf dem Flur der vierten Etage sei ein Feuer ausgebrochen. Vier Schüler hatten das Treppenhaus wegen starker Verqualmung nicht mehr rechtzeitig erreicht. Sie waren zurück in ihren Klassenraum gelaufen. Die Feuerwehrleute gingen sofort unter Atemschutz in das Gebäude und bauten auch eine Löschwasserversorgung auf. Zusätzlich wurde über die Drehleiter und die Gelenkmastbühne der Werkfeuerwehr B. Braun die Rettung der vier eingeschlossenen Schüler aus den Fenstern vorbereitet. Voller Staunen beobachteten die fast 1000 Schüler die Rettungsaktion. Besondere Aufmerksamkeit fand dabei die Gelenkmastbühne, die bis zu 42 Meter hoch ausgefahren werden kann.

Schulleiter Hans-Bernd Richter äußerte sich nach der Übung sehr zufrieden. Er sagte, dass der Ablauf optimal gewesen ist. Besonders wichtig sei, dass die Räumung ohne Hektik abgelaufen sei. Die Rettung über die beiden Hubgeräte Drehleiter und Gelenkmast fand er sehr eindrucksvoll. Positiv äußerte er sich zum Einsatz der Feuerwehrleute, die sehr professionell und schnell gearbeitet hätten. Aber auch die Lehrkräfte hätten sich sehr gut an die Brandschutzpläne gehalten. Die Schüler und Lehrer jeder Klasse haben eine Anweisung, über welches Treppenhaus sie das Gebäude im Brandfall verlassen sollen. Mit der Aufteilung auf beide Treppenhäuser kommt es zur Entzerrung bei der Räumung, ohne dass es wegen des Andrangs zu Staus und Panik kommen muss.

Von Helmut Wenderoth

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