Situation in Schulen und Gastronomie

Lockdown-Verlängerung und harte Kontaktbeschränkungen: „Situation ist extrem belastend“

Findet die Situation sehr belastend: Winfried Künzel, Pächter des Wollröder Krugs. Bestellungen gibt er auch in Plastikdosen mit.  
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Findet die Situation sehr belastend: Winfried Künzel, Pächter des Wollröder Krugs. Bestellungen gibt er auch in Plastikdosen mit.

Der verlängerte Lockdown und die verschärften Regeln und Kontaktbeschränkungen betrifft auch die Schulen und die Gastronomie.

Melsungen – Die aktuellen Verordnungen wegen der Coronapandemie sind bis einschließlich 10. Januar gültig. Der Landkreis geht aktuell davon aus, dass die verschärften Regeln und Kontaktbeschränkungen vom 11. bis 31. Januar gelten werden.

Gastronomie

Die Situation sei mittlerweile extrem belastend, sagt beispielsweise Winfried Künzel, Pächter des Wollröder Krugs. Er warte immer noch auf einen Teil der Novemberhilfe. Die Genehmigung für die Coronahilfe für den Dezember sei zwar bereits erteilt worden, „aber auf das Geld wartet man ewig“. Durch die kurzfristigen Entscheidungen nehme man den Gastronomen jegliche Planungssicherheit. „Ich weiß doch überhaupt nicht, ob ich mich jetzt darauf vorbereiten soll, dass es im Februar weitergeht.“ Schließlich müsse rechtzeitig Ware eingekauft werden.

„Wie oft habe ich hier alles vorbereitet, um wieder zu öffnen, und dann fiel wieder die Entscheidung, dass geschlossen bleibt“, ärgert sich Künzel. Seine Kunden hätten ihn während der Weihnachtszeit mit vielen Bestellungen unterstützt. „Das schätze ich sehr.“ Davon könne man sich wenigstens über Wasser halten – draufzahlen müsse er jedoch jeden Monat.

Künzel hofft zwar, dass die Restaurants bald wieder öffnen dürfen, hegt aber auch die Befürchtung, dass die Menschen sich dann vielleicht gar nicht trauen, zu kommen. „Wir richten viele runde Geburtstage aus, davon leben wir. Aber es ist fraglich, wann die Menschen dann überhaupt wieder den Mut haben, in größeren Gruppen zusammen zu sein.“

Schulen

Viel konnte Dr. Matthias Bohn, Schulleiter der Gesamtschule Melsungen, am Mittwochvormittag noch nicht sagen. Nur so viel: „Wir halten uns bereit und sind auf alle Eventualitäten vorbereitet.“ Erst müsse der neue Hygieneplan abgewartet werden, den Bohn erfahrungsgemäß spätestens heute Vormittag erwartet.

Darin steht unter anderem, wie viele Kinder sich in einer Klasse befinden dürfen. Deshalb habe er für heute Nachmittag das Schulleitungsteam zur Konferenz einberufen, um zu beraten, ob und in welcher Form ab kommendem Montag unterrichtet werden kann. Für ihn steht fest: „Je mehr Präsenzunterricht wir haben, desto einfacher ist es, mit den Kindern zu arbeiten.“

An der Integrierten Gesamtschule Guxhagen (IGS) sei man organisatorisch auf den Stundenplan nach dem Wechselmodell eingestellt, sagt Schulleiter Hans Jürgen Werner. Dieses sieht eine Mischung aus Distanz- und Präsenzunterricht vor. Für die Schüler, die nicht in der Schule sind, seien projektartige Aufgaben angedacht. „Wir wollen nicht stur den Stundenplan abarbeiten.“

Der Gedanke an normalen Präsenzunterricht bei dem aktuellen Infektionsgeschehen hätten ihm schon Sorge bereitet, sagt Werner. Der Distanzunterricht sei auf Dauer allerdings ein großes Problem. Man könne zwar über die digitalen Medien den Kontakt zu den Schülern halten und sie blieben beim Thema am Ball, aber „die Schüler sind auf die Sozialkontakte angewiesen. Die Schule, der Unterricht vor Ort, das ist ihr Lebensinhalt“, sagt Werner. Präsenzunterricht sei durch nichts zu ersetzen.

„Die soziale Interaktion hat man zuhause einfach nicht.“ Er mache sich große Sorgen um die Schüler. Zumal manche nicht einmal die Möglichkeit haben, Aufgaben per E-Mail zu empfangen. „Denen schicken wir die Materialien per Post oder bringen sie vorbei.“ (Von Carolin Hartung, Claudia Feser, Damai D. Dewert)

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