Skispringen mal anders

Oma und Enkelin basteln Willinger Skischanze aus Playmobil und Pappmaché

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Auf dem Balken: Der Skispringer am Start.

Zwei Kehrenbacher haben passend zum Ski-Weltcup Willingen die Mühlenkopfschanze nachgebaut. Eine Szenerie aus Playmobil und Pappmaché. 

Bei Ursula Vockeroth aus Kehrenbach läuft ab Freitagnachmittag der Fernseher. Denn dann verfolgt sie das Skispringen in Willingen. Seit 30 Jahren ist sie ein großer Fan des Wintersports – und hat auch ihre Enkelin Maria angesteckt. 

Die beiden haben die Willinger Mühlenkopfschanze sogar als Modell gebaut: aus Pappmaché und Sperrholz. Es war bei der Fernsehübertragung der Vierschanzentournee, als Co-Moderator und ehemaliger Skispringer Dieter Thoma zu einer Bastel-Challenge aufrief. Mit Kreativität sollten die Fans die tolle Arbeit der ehrenamtlichen Helfer beim Skispringen in Willingen würdigen.

Maria Vockeroth, die an der Malsfelder Grundschule als Sozialassistentin arbeitet, überlegte sofort, was sie basteln könnte – und kam auf die Idee einer Sprungschanze aus Pappmaché.

Mit der Oma legte sie dann los; acht Tage hat das Projekt gedauert. Klopapier wurde in kleine Schnipsel gerissen, die mit Tapetenkleister zu Pappmaché verarbeitet und zur Mühlenkopfschanze geformt wurden. Die Bäume und die Tribünen für Zuschauer, Sprungrichter und Trainer sägten sie aus Sperrholz. Ursula Vockeroth war fürs Bemalen zuständig. Die Banden am Auslauf wurden mit kleinen Werbebannern beklebt.

Viel Liebe steckt in den Details: Ein Shuttlebus bringt die Skispringer zum Fahrstuhl. Mit dem selbstfahrenden Spielzeug-Bus hat die 19-jährige Maria als kleines Mädchen gespielt, genau wie mit den vielen kleinen Playmobil- und Duplo-Figuren, die nun die Zuschauer, Trainer und Richter sind.

Oma und Enkelin Vockeroth haben sogar dafür gesorgt, dass auf ihrer Schanze das Springen bei Flutlicht stattfinden kann. Und auf der Anzeigentafel steht natürlich ein besonderer Name auf Platz eins: Markus Eisenbichler. „Das ist mein Lieblingsspringer, weil er immer lustig und gut drauf ist und sich mit den anderen Springern ehrlich freut.“

Eine Schanze fürs Wohnzimmer: Maria Vockeroth (rechts) und ihre Oma Ursula Vockeroth aus Kehrenbach haben die Willinger Mühlenkopfschanze nachgebaut. 

Die 19-Jährige hofft, dass sie ihn am Wochenende sieht, denn mit ihren Freunden Flavia Kollmann, Friederike Bauerfeind (beide aus Spangenberg) und Arne Heinemann (Günsterode) fährt sie an die echte Mühlenkopfschanze. Sie will ganz vorne an der Bande stehen, und sie hofft, dass sie dann auch ihr Plakat für „Eisei“ aufhängen kann. Auf Lkw-Plane hat sie ein großes Foto von sich, ihren beiden Freundinnen und „Eisei“ drucken lassen. Vielleicht sieht sie ihn auch beim Frühstück, denn die vier Freunde übernachten im selben Hotel wie die deutsche Mannschaft.

Und wem wird Oma Ursula die Daumen drücken? „Immer dem, der am weitesten springt“, sagt sie diplomatisch. Und doch fiebert sie bei allen deutschen Springern mit. Auf jeden Fall hofft sie, sie ihre Enkelin im Fernsehen sehen kann.

 Gewonnen haben die Vockeroths bei der Bastel-Challenge der ARD leider nicht – und doch hat das Projekt Oma und Enkelin noch enger verbunden. „Manchmal haben wir bis in die Nacht um halb zwölf gebastelt“, sagt die Oma, „es hat einfach Spaß gemacht.“

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