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So reagiert das Netz auf die Schließung des Melsunger Krankenhauses

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Haltestelle Krankenhaus Melsungen
Bald muss ein neuer Name für die Haltestelle her: Das Aus für das Melsunger Krankenhaus steht offenbar fest. © William Abu El-Qumssan

Die Schließung der Melsunger Klinik erhitzt die Gemüter. Leser und User im Netz reagieren aufgebracht. Politik und Betreiber werden hart kritisiert.

Melsungen – Das Melsunger Krankenhaus steht vor dem Aus. Asklepios-Betriebsratsvorsitzender Klaus Bölling hat Anfang der Woche mitgeteilt, dass wohl ab dem 31. Dezember der Betrieb eingestellt werden muss. Die meisten Angestellten hätten nach dem Hin und Her der vergangenen Monate neue Stellen angenommen.

HNA-Leser haben sich online, bei Facebook und in E-Mails an unsere Redaktion kritisch zu dem Thema geäußert. Eine Auswertung:

Nutzer Christopher Schwarz schreibt bei Facebook: „Der Klinikbetreiber gehört verstaatlicht und der Vorstand gehört zur Rechenschaft gezogen. Erst die Homberger Klinik geschlossen, nun Melsungen.“ Und er fragt: „Was kommt als nächstes? Schwalmstadt?“ Auch hinterfragt er, ob es sinnvoll ist, Kreiskliniken zu privatisieren. Darüber solle sich die Politik mal Gedanken machen. Der Nutzer erhielt mit mehr als 20 Daumen hoch große Zustimmung für seinen Beitrag.

Heinrich Koch aus Bischofferode teilte uns per E-Mail seine Gedanken zur Krankenhausschließung mit: „Es ist ein Trauerspiel, das ein Krankenhaus, welches schon so lange am Standort Melsungen besteht und für die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Altkreis Melsungen wichtig ist, zum 31. Dezember schließen soll.“ Koch sieht die Schuld bei allen Beteiligten. Es hätten wohl alle Verantwortlichen versagt, die Politiker und der Betreiber. „Unter dem Strich ist jedoch nur der Profit ausschlaggebend. Traurig aber wahr.“

Auch Nutzer Guckedochmalnach sieht das Problem in der Privatisierung der Krankenhäuser: Damit hätten die Probleme angefangen. Bei einer gewinnorientierten Arbeitsweise würden „Mitarbeiter und Patienten eben auf der Strecke“ bleiben. „Und es wird noch schlimmer werden. Ich habe das Gefühl, dass im ländlichen Bereich alles zurückgebaut wird. Nicht nur im Gesundheitssektor, sondern auch im ÖPNV und der Infrastruktur“, so laut die Befürchtung des HNA-online-Nutzers.

Facebook-Nutzer Roy Knauf bedauert das Aus für die Klinik: „Traurig für Melsungen und Umland“, schreibt er. „Würde gerne mal Stellungnahmen von FDP, CDU und SPD hören. Wie konnte es soweit kommen? Konnte die Politik wirklich nichts tun?“ Ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) sei kein Ersatz für ein Krankenhaus.

Damit spielt Knauf darauf an, dass der aktuelle Plan des Landkreises vorsieht, ein sogenanntes Intersektorales Gesundheitszentrum (IGZ) in Melsungen zu bauen. Das hatte Gesundheitsdezernent Jürgen Kaufmann am Montag im Kreistag bekräftigt.

Ute Doris äußert sich bei Facebook ebenfalls bestürzt zu dem Thema. Immer mehr Krankenhäuser würden geschlossen und bei Fachärzten heiße es häufig „monatelanges Warten“. Es sei eine Schande, was Menschen „bei diesen hohen Krankenkassenbeiträgen“ akzeptieren müssen.

HNA-Nutzer Anonym1944 sieht die Schuld bei Asklepios und Politik: „Asklepios hat es wiederum geschafft, ein Krankenhaus vor die Wand zu fahren.“ Politiker hätten „jahrelang tatenlos zugeschaut“. „Außer salbungsvollen Reden und Beteuerungen mit Ausredenvielfalt war nichts gewesen“, schreibt er.

Hinweis: Im Internet ist es üblich, Pseudonyme zu verwenden. (William Abu El-Qumssan)

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