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Solupharm-Anbau in Melsungen soll in einem Jahr fertig sein

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Von: Fabian Becker

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Baut an das Firmengebäude in Melsungen an: Solupharm-Geschäftsführer Friedemann Seitz zeigt die Erweiterung des Unternehmens.
Baut an das Firmengebäude in Melsungen an: Solupharm-Geschäftsführer Friedemann Seitz zeigt die Erweiterung des Unternehmens. © Fabian Becker

Die Bauarbeiten der Firma Solupharm bei Melsungen laufen auf Hochtouren.

Melsungen – In einem Jahr soll die sechste Erweiterung des Unternehmens seit dem Neubau 2005 fertig sein. Mindestens 100 Mitarbeiter sollen dann zu den bereits vorhandenen 500 hinzukommen.

„Ein Teil davon wird jetzt schon eingearbeitet, aber das fällt kaum auf, weil wir coronabedingte Ausfälle haben“, sagt Geschäftsführer Friedemann Seitz.

60 Millionen Euro kostet der Anbau

60 Millionen Euro soll der Anbau kosten. Zum Vergleich: Solupharm erwartet für dieses Jahr einen Umsatz von rund 70 Millionen Euro. Die Erweiterung sei nötig gewesen, da das Unternehmen derzeit eine Vorlaufzeit von zwei Jahren für neue Aufträge habe. „Als wir sie vor vier Jahren geplant haben, gab es noch keine Corona-Pandemie und Lieferschwierigkeiten“, sagt Seitz. „Außerdem waren die Zinsen niedrig.“ Er glaubt, dass das Budget trotzdem eingehalten werden kann, da alle Aufträge für Bauarbeiten bereits vergeben seien. Ähnlich sehe es bei den Kundenaufträgen aus, die für die Erweiterung bereits eingegangen seien. „Wir müssen den Bau jetzt also planmäßig durchziehen.“

Mit dem Anbau verdoppelt Solupharm seine Produktionskapazität. Aktuell füllt das Unternehmen etwa 150 Millionen Ampullen und 30 Millionen Viales – Gefäße ähnlich wie Fläschchen – mit verschiedenen pharmazeutischen Produkten ab. „Wir haben ein starkes Wachstum, zum Beispiel weil wir mittlerweile auch für Kunden in den USA, China, Russland und Indien herstellen“, sagt der Geschäftsführer.

Partikelfreie Produkte

Dabei lege die Firma höchsten Wert auf sterile und partikelfreie Produkte. „Wir müssen die Gefahr von Verunreinigungen verhindern, da Menschenleben auf dem Spiel stehen“, sagt Seitz. Je nach Herkunftsland der Kunden müssten zudem unterschiedliche gesetzliche Vorschriften eingehalten werden, auch bei der Verpackung. „Mit dem Anbau und den Maschinen, die wir darin verwenden, sind wir für zehn Jahre technisch vorne mit dabei“, sagt Seitz.

Damit die Maschinen richtig funktionieren, sind nach der Fertigstellung des Neubaus noch sogenannte Qualifizierungsarbeiten nötig. „Die Anlagen werden dabei geprüft, ob sie unseren Ansprüchen gerecht werden“, erklärt der Geschäftsführer. Für diese Arbeiten sei etwa ein halbes Jahr geplant.

Mehr Ausbildungsplätze

Wenn der Neubau dann voll in Betrieb ist, soll es auch mehr Ausbildungsplätze geben. Aktuell sind es 20 Auszubildende, die bei Solupharm unter anderem Maschinen- und Anlagenführer und Chemielaborant lernen. Wie viele Menschen genau nach der Erweiterung in dem Unternehmen eine Ausbildung machen können, kann Seitz noch nicht sagen.

Ihn beschäftigt derzeit auch die problematische Situation beim Gas infolge des Kriegs in der Ukraine. „Wir sind zu 100 Prozent von Gas abhängig und betrachten die aktuelle politische Lage mit Sorge“, sagt der Geschäftsführer. Eine Umstellung würde zu lange dauern. „Im Notfall müssen die Anlagen geordnet heruntergefahren werden.“

(Fabian Becker)

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