Wo die Elfen wohnen

Spangenbergerin stellt Kunstwerke auf ihrer Weide auf

Elfenhäuschen: Edda Popp-Hupfeld griff zur Kettensäge und machte daraus diese kleinen Holzhäuser.
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Elfenhäuschen: Edda Popp-Hupfeld griff zur Kettensäge und machte daraus diese kleinen Holzhäuser.

Edda Popp-Hupfeld hat ihre frühere Pferdeweide in Spangenberg in einen kunstvollen Garten verwandelt, der Gedanken an magische Wesen hervorruft.

Spangenberg – Vor sieben Jahren fing alles an: Nachdem das letzte Pferd von Edda Popp-Hupfeld gestorben war, nutzte sie die Wiese als Ort für ihre Kunstwerke. „Über die Jahre kam stückchenweise immer etwas dazu“, erzählt sie, „oft auch Sachen, die ich eigentlich entsorgen wollte.“

Beispielsweise hängte sie leere Parfümflaschen an einen Baum, die wie ein buntes Windspiel aussehen. „Dort werden die Tränen der Elfen aufbewahrt. Und wenn wir Trost brauchen, dann helfen sie uns“, sagt Helmut Mittelstädt, 64. Als der Hobby-Fotograf aus Morschen die Elfenwiese eher zufällig beim Vorbeifahren entdeckte, nahm er Kontakt zu Edda Popp-Hupfeld auf.

Seitdem sind die beiden befreundet und gehen oft gemeinsam über die Elfenwiese. Für Mittelstädt ist die Wiese wie ein Zaubergarten, der die Fantasie anregt. Darüber freut sich Edda Popp-Hupfeld besonders: „Es ist toll, dass solche Geschichten zu meinem Elfengarten entstehen“, sagt sie.

Edda Popp-Hupfeld sägt ihre Elfenhäuschen aus umgefallenen Weidenbäumen.

Beim Rundgang auf der Wiese scheinen die Elfen hinter jedem Kunstwerk darauf zu warten, entdeckt zu werden. Neben Holzhäuschen und bunt bemalter Wäsche steht eine große Flügeltür aus dunklem Holz, die wie der Mittelpunkt der Elfenwiese wirkt.

Die Tür hatte Edda Popp-Hupfeld auf einem Antikmarkt gefunden. Sie gehörte einst zu einem Kloster. Nicht weit davon entfernt steht ein Baumstamm, an dem ein verwitterter Spiegel befestigt ist. Dessen Rahmen besteht aus Bauschaum, der sich aufgrund der Witterung verfärbte und heute wie aus einer anderen Zeit wirkt.

All die Objekte sind spontan entstanden. Die meisten der Häuser und Skulpturen fertigte Edda Popp-Hupfeld aus den Weiden, die am Ufer des Baches an der Wiese wachsen. Weil sie die umgefallenen Bäume nicht einfach entsorgen wollte, sägte die Spangenbergerin Gesichter in die Stämme und malte sie bunt an. Die Figuren waren die ersten Werke, die im Elfengarten Platz fanden. „Ich habe immer was Künstlerisches gemacht, mich aber nie als Künstlerin gesehen“, sagt Edda Popp-Hupfeld. Inspiration bekam sie auch von ihrer Tochter, die Enkelkinder halfen beim Basteln und Malen.

Edda Popp-Hupfeld fand diese Holztür auf einem Antikmarkt.

Der Garten ist zwar nicht öffentlich zugänglich, trotzdem lohnt es sich, beim Vorbeigehen einen Blick in den Garten zu wagen: Vielleicht traut sich die ein oder andere Elfe aus ihrem Häuschen. (Von Natascha Terjung)

Kunst und Handwerk für Kinder

Die Elfenwiese habe mehr Aufmerksamkeit verdient, sagt Helmut Mittelstädt. Deshalb soll sie bald für Kinder zugänglich sein. Mittelstädt und Edda Popp-Hupfeld planen, Kitas und Grundschulen auf die Wiese einzuladen und ihnen Kunst und Handwerk näher zu bringen. Möglicherweise können sie auch gemeinsam etwas für den Elfengarten herstellen. Wann das Projekt realisiert werden kann, hängt aber von der Entwicklung der Coronapandemie ab. (ter)

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