SPD-Politiker aus dem Schwalm-Eder-Kreis über die Nominierung von Martin Schulz als Kanzlerkandidat

Kennen sich gut: Bundestagskandidat Dr. Edgar Franke (links) mit Kanzlerkandidaten Martin Schulz bei einer Sitzung der SPD-Bundestagsfraktion. Foto: Privat

Melsungen. Seit Dienstag steht fest, dass Martin Schulz bei der Bundestagswahl als Kanzlerkandidat der SPD antritt. Wir haben Politiker gefragt, wie sie zu der Entscheidung stehen.

„Ich bin sehr froh, dass Martin Schulz jetzt der Kanzlerkandidat der SPD ist“, meinte der Gudensberger Bundestagsabgeordnete Dr. Edgar Franke. Er spreche die Sprache der Menschen, nehme sie auch emotional mit und sei nicht zuletzt durch seine Biografie glaubwürdig, in der es Höhen und Tiefen gegeben habe.

Franke geht davon aus, dass es zur Bundestagswahl im Herbst „den politischsten Wahlkampf seit langem“ geben wird. Schulz wolle keine Koalitionsaussage treffen, sondern strebe mit der SPD eine eigene Mehrheit an.

Der Gudensberger rechnet damit, dass wir vor einer Richtungswahl stehen. „Es entscheidet sich, ob wir eine solidarische Gesellschaft wollen oder noch mehr Individualismus“, sagte er. Und: „Wir müssen auch weiter international denken und dürfen keine Angst vor einer offenen Gesellschaft haben.“

Volker Wagner, SPD-Fraktionsvorsitzender in Melsungen, begrüßt die Entscheidung ebenfalls.

Er glaubt, dass Schulz aufgrund seiner Tätigkeit als Europapolitiker in der Innenpolitik einen Neuanfang machen kann. „Er ist bisher innenpolitisch nicht aufgetreten und ist deshalb frei, Standpunkte neu zu definieren“, sagt Wagner. Er gehe davon aus, dass die SPD mit Schulz eine größere Chance auf Erfolg habe.

Ähnlich sieht es Michael Oetzel, SPD-Fraktionsvorsitzender in Körle. Auch er räumt Schulz gute Chance ein. „Er hat in seiner Zeit als Vorsitzender des Europäischen Parlaments durchaus vernünftige Politik gemacht und auch gezeigt, dass er das Zeug zum Kanzler hat“, sagt Oetzel.

Für ihn ist Schulz jemand, der „über den Tellerrand Deutschlands hinausblicken kann“. Wichtig ist dabei der europäische Blick von Schulz: „Gerade bei der aktuellen Situation brauchen wir jemanden, der ein geeintes und friedliches Europa im Blick hat. Dafür ist er der Richtige“, sagt Oetzel.

Der Felsberger SPD-Fraktionsvorsitzende Stephan Bürger zieht den Hut vor Sigmar Gabriel. Mit seiner Entscheidung beweise er Weitblick und fasse die aktuelle Stimmung auf. Bürger glaubt, dass Martin Schulz „ein hervorragender Kandidat“ sein wird. Schulz sei sehr gut vernetzt. „Auf dieses Netzwerk zurückzugreifen, wird in Zeiten, in denen viel im Umbruch ist, wichtig sein“, sagt Stephan Bürger.

„Ich bin erfreut, dass Martin Schulz, das macht“, sagt Karl-Heinrich Schönewald, der seit 32 Jahren Mitglied der SPD ist. Er glaubt, dass dadurch für die Partei eine größere Chance besteht aus dem Tief herauszukommen. Mit einem Erfolg von 40 Prozent rechnet er allerdings nicht. Dafür müssten noch andere Dinge geändert werden.

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