Verhandlungen über Rückkauf der Netze

SPD-Rückzieher könnte Aus für Fulda-Eder Energie bedeuten

Melsungen. Der regionale Energieversorger Fulda-Eder Energie (FEE) steht auf der Kippe. Die FEE verhandelt aktuell mit der EAM über den Rückkauf der Netze.

Teile der Melsunger Mehrheitsfraktion der SPD erwägen aber den Ausstieg. Sollte sich Melsungen in Gänze aus dem Unternehmen zurückziehen, könnte das die Rekommunalisierung der Netze zunichte machen. Das FEE-Einzugsgebiet umfasst 26.000 Stromkunden in den Kreisteilen Melsungen und Fritzlar-Homberg.

Volker Wagner, Melsunger SPD-Fraktionschef, begründet die Vorbehalte unter anderem mit dem inzwischen erfolgten Rückkauf von Eon-Anteilen: „Wir stehen jetzt vor der Frage, ob es sinnvoll ist, der EAM und somit den Landkreisen die Netze wieder abzukaufen“, sagt Wagner. Außerdem befürchtet er hohe Investitionen in die Netze. „Das limitiert den Gestaltungsspielraum der Stadt“, erklärt er. Investitionen von 200.000 Euro ins städtische Stromnetz seien vorstellbar. Wagner bemängelte außerdem den Informationsstand.

Die Bedenken seien unverständlich, sagt Ralf Lengemann, einer der Geschäftsführer der FEE. Es mache einen großen Unterschied, mit 60 Prozent am eigenen Energieversorger beteiligt und gleichzeitig Eigentümerin der Netze zu sein oder als FEE-Kommunen 0,6 Prozent Anteile der EAM zu halten.

Und es sei keinesfalls so, dass die Kommunen an den Kosten für Netzinvestitionen beteiligt seien. Diese Ausgaben übernehme vollständig die FEE. Dies sei auch bekannt. Schließlich würde man die FEE genau aus diesem Grund mit insgesamt 7,5 Millionen Euro Eigenkapital ausstatten. Dem habe die SPD bereits zugestimmt. Auch die Strom-Konzession Melsungens sei bereits an die FEE übergegangen.

Selbst wenn Kommunen ihre Einlagen an der FEE mit Krediten finanzierten, seien diese Kosten durch die Netzentgelte gedeckelt.

Die Fulda-Eder Energie 

An der Fulda-Eder Energie sind die Kommunen Niedenstein, Edermünde, Gudensberg, Guxhagen, Körle, Malsfeld, Spangenberg, Morschen und Melsungen beteiligt. Melsungen ist eigentlich ein Schwerpunkt des Netzgebiets, sagt Ralf Lengemann. Zum Beispiel sei eine technische Betriebsstelle in Melsungen mit Mitarbeitern geplant. Das Eigenkapital der FEE soll 7,5 Millionen Euro betragen. 4,5 Millionen tragen die Kommunen, drei Millionen Euro die Städtischen Werke Kassel. Das entspricht einem kommunalen Anteil von 60 Prozent am Unternehmen. Das FEE-Einzugsgebiet umfasst 26.000 Stromkunden und 57.000 Einwohner. Sitz der Geschäftsführung ist in Gudensberg.

Von Damai D. Dewert

Die Stellungnahmen der neun Bürgermeister im FEE-Gebiet lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der HNA.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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