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Spendenaktion: Gisela Witzel aus Melsungen sammelt für Geflüchtete

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Von: Hannah Köllen

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Riefen eine Spendenaktion für die Ukraine ins Leben: (von links) Gisela Witzel gemeinsam mit Françoise Löffelmann und Dr. Ulrike Schnell.
Riefen eine Spendenaktion für die Ukraine ins Leben: (von links) Gisela Witzel gemeinsam mit Françoise Löffelmann und Dr. Ulrike Schnell. © Hannah Köllen

Im Kosmetikstudio Witzel in Melsungen herrscht reges Treiben: Inhaberin Gisela Witzel und ihre Mitstreiterinnen packen Tüten für die Menschen in der Ukraine. „100 Beutel sind schon an der ukrainischen Grenze angekommen“, sagt Françoise Löffelmann, eine der Helferinnen.

Melsungen – Bei den Beuteln handelt es sich um wiederverschließbare Plastikbeutel, „sehr praktisch, weil nichts herausfallen kann“, sagt Löffelmann. Gefüllt sind sie mit Hygieneartikeln wie Shampoo, Duschgel, Zahnbürsten, Zahnpasta, Cremes, Binden und Handtüchern. „All die Dinge eben, die die Menschen vor Ort dringend benötigen“, sagt Löffelmann.

Viele der Artikel sind in kleine Probierfläschchen abgefüllt, wie man sie aus Hotels kennt. „Es kam ein junger Mann vorbei und hat viele Pröbchen abgegeben. Die haben die perfekte Größe“, sagt Gisela Witzel. „Wir stecken ausschließlich neue und noch verpackte Artikel in die Spendenbeutel“, betont Löffelmann.

Sie habe von vielen Menschen aus der Umgebung Sachspenden erhalten, sagt Gisela Witzel. „Die Leute stellen mir die Sachen mittlerweile sogar unaufgefordert vor die Tür.“ In ihrem Kosmetikstudio stapeln sich die Spendenkartons. Die Beutel, die die drei mit Spenden bestücken, gibt Witzel an den Stolinverein aus Homberg weiter. „Die kümmern sich darum, dass die Spenden da ankommen, wo sie wirklich gebraucht werden“, sagt Witzel.

Neben Sachspenden sammelt Gisela Witzel auch Geld

Über die Sachspenden hinaus sammelt Gisela Witzel auch Geld. Die Menschen kämen bei ihr im Kosmetikstudio vorbei und ließen ihr Geld dort. Ein fünfjähriges Mädchen habe ihr den gesamten Inhalt ihres Sparschweins vorbeigebracht, berichtet Witzel. Ganz akribisch führt Witzel ein Spendenbuch, in dem sie jede einzelne Geldspende einträgt. „Hier wird alles ganz genau festgehalten“, sagt die 87-Jährige.

An Erfahrung mangelt es ihr nicht: Gisela Witzel ist in der Region und darüber hinaus dafür bekannt, sich seit Jahrzehnten für Notleidende einzusetzen. Eigentlich wollte sie keine Spendenaktion für die Ukraine starten. Sie habe Angst gehabt, dass ihr alles zu viel werden könnte. Doch dann habe sie gesehen, wie die Menschen überall um sie herum verschiedene Spendenaktionen ins Leben riefen. „Da konnte ich nicht anders, als selbst auch aktiv zu werden.“

Mit dem gesammelten Geld wird der Stolinverein aus Homberg unterstützt. „Wir finanzieren dem Verein mit den Geldspenden die Spritkosten für die Fahrten der Hilfstransporte“, sagt Witzel. Geld fließt auch an eine weitere Organisation: Soroptimist International ist ein internationaler Service-Club, der sich unter anderem für Frauenrechte einsetzt. „Die haben auch Clubs in der Ukraine und sind dort momentan immer noch aktiv, um die Frauen zu unterstützen. Das finde ich sehr wichtig und gut“, sagt Ulrike Schnell, die bereits seit Jahrzehnten selbst aktives Mitglied der Organisation ist. Die Frauen wollen auf jeden Fall weitermachen, solange ihre Unterstützung benötigt wird.

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