Spendenaktion mit zweierlei Nutzen

Familien sammeln Gutscheine von Einzelhändlern und danken Pflegekräften in Coronakrise

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Sie überreichten die Gutscheine an die Alltagshelden: (von links) Heike Schenk, Frank und Clara Eberlein in Spangenberg.

Mit ihrer Spendenaktion bedankten sich zwei Familien aus Felsberg und Melsungen nicht nur bei den Alltagshelden in der Coronakrise - sie stärkten auch zugleich den angeschlagenen Einzelhandel. 

Diese Spendenaktion hatte gleich einen doppelten Nutzen: Die Familien Schenk/Kopp und Eberlein aus Felsberg und Melsungen sammelten im Zuge der Coronakrise Geld, um regionale Einzelhändler mit dem Kauf von Gutscheinen zu unterstützen und diese anschließend an das Pflegepersonal in Seniorenheimen in Melsungen und Spangenberg zu überreichen.

Mehr als 200 Gutscheine im Gesamtwert von fast 5000 Euro kamen so zusammen – jetzt hoffen die Familien auf Nachahmer ihrer Aktion.

„Wir haben bisher zwei Pflegeeinrichtungen mit unserer Gutschein-Spende überrascht, aber Corona ist noch nicht vorbei. Ich denke, es gibt viele Menschen, die weiterhin Unterstützung brauchen“, sagt Frank Eberlein, der die Spendenaktion gemeinsam mit Schwägerin Heike Schenk organisierte.

Ende März entwickelten die beiden ein Anschreiben, in dem sie ihr Vorhaben erklärten sowie Kontakt- und Bankdaten angaben. Anschließend sendeten sie das Schreiben per E-Mail an all ihre Kontakte.

Spendenaktion in der Coronakrise: Unterstützer konnten Geld überweisen oder selbst Gutscheine kaufen

„Die Aktion hat nur so gut funktioniert, weil wir in Melsungen und Spangenberg gut vernetzt sind und unsere Mail immer weitergeleitet wurde“, erklärt Eberlein.

Zwei Wochen lang konnten Unterstützer Geld für den Kauf der Gutscheine überweisen oder diese direkt in Eberleins Briefkasten werfen, ehe Anfang April die ersten Gutscheine an die Mitarbeiter des Dr.-Horst-Schmidt-Hauses in Melsungen überreicht wurden.

Insgesamt seien bis dahin mehr als 110 Gutscheine im Wert von je 20 Euro für Eisdielen, Buchhandlungen, Frisöre, Blumenläden und weitere Einzelhändler in Melsungen zusammengekommen. „Wir wollten den Pflegekräften für ihre Arbeit danken und zugleich den Einzelhandel in Melsungen stärken. Dass uns bei dieser Aktion so viele Leute mit Spenden unterstützt haben, ist wirklich toll. Vielen Dank dafür, das ist nicht selbstverständlich“, sagt Schenk.

Spendenaktion in der Coronakrise: Gutschein-Überraschung kam gut an

Bei den Melsunger Pflegekräften kam die Gutschein-Überraschung sehr gut an. „Eine super Aktion, wir haben uns alle sehr über diese Anerkennung gefreut“, sagt Petra Wiegand, Betreuungskraft im Dr.-Horst-Schmidt-Haus.

Weil jedem Gutschein auch immer ein Dankeschön-Schreiben mit Name und Adresse des Spenders beigelegt war, hätten sich viele Kollegen auch direkt persönlich bei den Unterstützern bedankt, weiß Wiegand.

Es seien sehr viele Geld- und Gutscheinspenden bei den Familien eingegangen, weswegen die Aktion zwei Wochen später in Spangenberg noch einmal stattfand, erzählt Schenk.

Dort seien neben den Mitarbeitern des Altenzentrums auch mobile Pflegedienste und die Arzthelferinnen zweier Hausarztpraxen mit weiteren 120 Gutscheinen überrascht worden.

Spendenaktion in der Coronakrise: Nachahmer der Idee in anderen Orten gesucht

„In Spangenberg haben wir gemerkt, dass die Leute weniger internetaffin sind, deswegen konnten Gutscheine und Dankesbotschaften dort auch direkt im Briefkasten von Pfarrer Mantey abgegeben werden“, sagt Schenk.

Da es sich um eine private Aktion handelte, hätten die Leute eine vertraute Persönlichkeit gebraucht, der sie die Spenden überweisen oder in den Briefkasten werfen konnten, erklären Eberlein und Schenk ihr Vorgehen. Trotz des großen Spendenerfolgs sei momentan keine weitere Aktion geplant.

„Um jetzt weiterzumachen, müssten wir in Orte wechseln, in denen wir gar nicht so gut vernetzt sind. Das wird schwierig. Wir sind uns aber sicher, dass es Menschen gibt, die unsere Spendenidee gern in anderen Orten umsetzen möchten. Sie können sich gern bei uns melden, sofern sie Hilfe benötigen“, sagt Schenk. Und Eberlein ergänzt: „Wir wollen unsere Idee weitergeben und hoffen, dass Einzelhändler und Alltagshelden auch weiterhin Unterstützung erfahren.“

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