Spielen gegen Wutanfälle: Neues Projekt an Christian-Bitter-Schule

Beim Spielen abschalten: Schulleiterin Annette Freiboth (Dritte von links) und Mareike Wenderoth (Zweite von rechts) im konzentrierten Spiel mit den Kindern. Foto: Geier

Melsungen. Was tun, wenn Kinder im Unterricht aggressiv werden? An einer Melsunger Grundschule versucht man, das Problem auf ungewöhnliche Weise zu lösen.

Kinder mit einem aggressiven Verhalten oder mit Wutanfällen bringen Lehrer an ihre Grenzen, denn sie stören den Unterricht. Diesem Problem will man an der Christian-Bitter-Schule in Melsungen entgegen wirken, deshalb wurde ein Aggressionsbewältigungsraum eingerichtet. Noch ist es ein leerer Raum, bald sollen dort Tische und Stühle stehen, an denen gespielt werden kann. Ein aggressives Kind soll in dem Raum zur Ruhe kommen und im konzentrierten Spiel wieder zu sich finden. „Es soll ein Rückzugsort für betroffene Kinder werden, an dem sie ihre Aggressionen unter Kontrolle bringen können“, sagt Schulleiterin Annette Freiboth. Der Aggressionsbewältigungsraum wurde von der Aktion Kinder für Nordhessen unterstützt. 1500 Euro fließen in die Ausstattung des Raumes, die Möblierungen und Konzentrationsspiele.

Der Raum schließt sich an das bereits vorhandene Konzept an. In der ehemaligen Einliegerwohnung, die der Hausmeister bewohnte, entstanden mehrere Betreuungsräume, finanziert vom Landkreis. Diese werden durch eine Teeküche mit dem neuen Raum verbunden.

Die Lehrerinnen Mira Hetzler, Tina Frühbis und Mareike Wenderoth haben sich nach der Marburger Schule ausbilden lassen. Ab den Sommerferien wollen sie ein gezieltes Konzentrationstraining anbieten. Vor oder nach dem Unterricht werden dazu kleine Gruppen gebildet.

Die Melsunger Grundschule hat 220 Schüler. Die Inklusionsschule hat mehrere verhaltensauffällige Schüler, meist mit Konzentrationsstörungen - zwischen sechs und zehn Kinder pro Jahrgang. „Bei immer mehr Schülern lässt sich eine Konzentrationsstörung feststellen“, berichtet die Schulleiterin. Vor allem im Unterricht ist dies problematisch. In dem neuen Förderprogramm sollen Kinder deshalb die richtige Konzentration durch Spiele lernen. (cge)

• Die Aktion „Kinder für Nordhessen“ hilft seit 2007, die Chancen benachteiligter Kinder in Grundschulen zu erhöhen und damit den Lernerfolg für alle Grundschüler zu verbessern.

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