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Sporthallen im Kreis werden zu Flüchtlingsunterkünften umfunktioniert

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Von: Claudia Feser, Hannah Köllen, Barbara Kamisli

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Bettenaufbau in der Sporthalle: Guxhagens Büroleiter Frank Jacob und Markus Brandenstein von der Feuerwehr helfen bei den Vorbereitungen, die Sporthalle in eine Unterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine umzuwandeln.
Bettenaufbau in der Sporthalle: Guxhagens Büroleiter Frank Jacob und Markus Brandenstein von der Feuerwehr helfen bei den Vorbereitungen, die Sporthalle in eine Unterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine umzuwandeln. © Hannah Köllen

Bis zu 3500 Geflüchtete aus der Ukraine werden demnächst im Schwalm-Eder-Kreis erwartet. Ein Teil wird auch im Altkreis Melsungen untergebracht. Deshalb werden in diesen Tagen drei Sporthallen in Notunterkünfte umgewandelt.

Kreisteil Melsungen – Dies sind die Großsporthalle an der Gesamtschule in Guxhagen, die Stadtsporthalle an der Drei-Burgen-Schule in Felsberg und die Fuldatalhalle der Gemeinde Malsfeld. Wir haben uns vor Ort umgehört.

Malsfeld

„Niemand weiß, mit wie vielen Menschen real zu rechnen ist“, sagt Malsfelds Bürgermeister Herbert Vaupel. In der Fuldatalhalle soll Platz für 160 Menschen geschaffen werden, die nicht in Privatwohnungen unterkommen können.

Die Halle wurde mit einem Schutzboden ausgelegt, und die Müllcontainer sind da. Was noch fehlt, sind unter anderem die Betten und die Duschcontainer mit Waschmaschinen. Es sollen auch noch Trennwände aufgestellt werden, um den Geflüchteten in der Notunterkunft ein klein wenig Privatsphäre zu ermöglichen.

Aktuell leben bereits 50 Frauen und Kinder in Privat-Unterkünften, die Malsfelder zur Verfügung gestellt haben. „Die Hilfsbereitschaft ist toll, die Malsfelder versuchen, den Menschen alle Unterstützung zuteil kommen zu lassen.“ Der Edeka-Markt stellt den Ukrainern auf Nachfrage Lebensmittel zur Verfügung. Und es gibt WhatsApp-Gruppen, in denen nach Hilfe gesucht wird, beispielsweise wenn ein Paar Kinderschuhe in einer Größe oder ein Kinderwagen gesucht werden.

Die Gemeinde setzt auch auf unbürokratische Hilfe. Zwei Kindergärtnerinnen, die Ukrainisch sprechen, wurden freigestellt, um zu dolmetschen, auch bei behördlichen Dingen wie Registrierung, Anträge auf Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz und Konteneröffnungen. „Das erleichtert vieles“, sagt Vaupel.

In der Fuldatalhalle sollen die Geflüchteten nur übergangsweise wohnen. Von dort sollen sie in Wohnungen ziehen. Wer Sachspenden hat, beispielsweise ein Sofa, soll dieses nicht einfach zur Gemeinde bringen, sondern sich dort in eine Liste eintragen lassen, betont der Bürgermeister.

Spangenberg

In Spangenberg gibt es bislang keine zentrale Unterbringung für Geflüchtete. Es sind laut Gritt Heinze 77 Personen über private Kontakte und den Himmelsfels angekommen, die in privaten Wohnungen untergebracht werden. Auch in der Liebenbachstadt weiß man nicht, wann die ersten vom Landkreis zugewiesenen Flüchtlinge ankommen werden. Doch auch für diese stünden private Wohnungen bereit beziehungsweise stelle auch die Stadt zwei Wohnungen zur Verfügung. „Die Privatpersonen melden ihre Wohnungen direkt an den Kreis“, sagt Heinze. Für den Fall, dass noch Möbel gebraucht würden, habe man auf der Internetseite der Stadt ein Formular eingestellt. „Dort können Möbel und Ähnliches angeboten werden“, sagt Heinze.

Gritt Heinze Stadt Spangenberg
Gritt Heinze Stadt Spangenberg © Kamisli, Barbara

Felsberg

„Die Informationslage ist schwach“, sagt Felsbergs Flüchtlingskoordinator Dennis Möller. Diese Erfahrung machen derzeit alle Kommunen. Auch Felsberg hat noch keine Informationen, wann und wie viele Geflüchtete in der Stadtsporthalle unterkommen. Dennoch laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Fünf Container für Müll wurden bereits geliefert, fünf weitere kommen noch.

Die Transponder, die den Geflüchteten Zutritt zur Halle gewähren sollen, wurden von der Stadt bestellt. Sie müssten noch programmiert werden, teilt Möller mit. Für das Aufstellen der Betten und Stellwände sei der Landkreis zuständig. Die Stadt stellt weitere Wohnungen zur Verfügung: den Ratskeller, die Wohnung im DGH Wolfershausen und perspektivisch die Obdachlosenunterkünfte in Rhünda und Altenburg.

Im Rathaus gibt es eine Liste, auf der sich registrieren lassen kann, wer etwas spenden möchte. Interessenten melden sich bei Dennis Möller: Tel. 05 66 2 / 502 12 oder E-Mail dennis.moeller@felsberg.de.

Melsungen

In Melsungen gibt es keine Sporthalle, die zur Notunterkunft umfunktioniert wird. Aber: Melsunger haben Wohnungen bereitgestellt, in denen bis zu 150 Menschen untergebracht werden können, teilt Bürgermeister Markus Boucsein mit. Gestern Abend hatte die Stadt zur Infoveranstaltung in die Stadthalle eingeladen, um die Unterstützer über Zuständigkeiten und Angebote zu informieren. Und natürlich um den sensiblen Umgang mit Menschen, die Kriegs- und Fluchterfahrungen erlebt haben.

Die Melsunger Feuerwehr hat 50 Feldbetten in die Notunterkunft nach Guxhagen gebracht.

Guxhagen/Körle

In der Großsporthalle in Guxhagen wurden insgesamt 170 Betten aufgebaut. 120 davon wurden von der Feuerwehr Körle angeliefert. Diese wurden während der Flüchtlingswelle 2015 angeschafft: je 60 Betten und Wolldecken für die Gemeinden Körle und Guxhagen. Da es in Guxhagen keine Kapazität gab, wurden sie zentral in einer Halle am Multifunktionsgelände in Körle eingelagert. Tische und Bänke des Körler Feuerwehrvereins wurden ebenfalls zur Sporthalle geliefert. Damit wurde ein Essensbereich für die Geflüchteten eingerichtet.

Bei der Versorgung der Flüchtlinge wird nicht nur die Feuerwehr, sondern auch der DRK Ortsverein Körle/Guxhagen involviert sein, sagt Körles Bürgermeister Mario Gerhold.

Morgen sollen für die Unterkunft noch fünf Versorgungscontainer geliefert werden. „Wir bereiten alles so vor, dass ab kommendem Freitag alles bereitsteht“, sagt Büroleiter Jacob. Von dann an können die Geflüchteten in der Sporthalle aufgenommen werden. Er wisse nicht, wann die ersten Geflüchteten ankommen werden. „Ich hoffe nur, dass wir einen Tag vorher Bescheid bekommen“, sagt Jacob.

Morschen

Mit etwa 60 Personen rechnet Büroleiter Markus Opitz in Morschen. Schon früh habe man mit David Bögge einen Ansprechpartner in der Verwaltung benannt. Mittlerweile hätten Privatpersonen Wohnraum für 50 Menschen gemeldet. Man könne auch in der Obdachlosenunterkunft Menschen unterbringen. „Aber wichtig ist der persönliche Kontakt“, sagt Opitz. Deshalb setze man auf private Unterkünfte. Im Bauhof werde es eine Annahmestelle für Sachspenden geben, zur Unterstützung bei der Ausgabe werden noch Ehrenamtliche gesucht.

Kontakt: David Bögge, Tel. 0 56 64/94 94 24.

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