Sportvereine in Schwalm-Eder: Kaum Frauen im Vorstand

Schwalm-Eder. Viele Sportvereine im Schwalm-Eder-Kreis haben Schwierigkeiten, ihre Vorstandsposten zu besetzen. Eine mögliche Lösung: Frauen.

Von 350 Vorsitzenden im Sportkreis sind nur 30 weiblich. Denn die sind in den Vereinsvorständen bislang unterrepräsentiert. 350 Vereine sind Mitglied im Sportkreis Schwalm-Eder. Unter den Vorsitzenden dieser Vereine sind gerade einmal 30 Frauen.

Dabei ist es nicht so, dass sich Frauen nicht für die Arbeit im Sportverein begeistern würden, betont der Sportkreisvorsitzende Ulrich Manthei. „Wir haben Übungsleiterinnen en masse - da liegt der Frauenanteil bei mindestens 80 Prozent“, sagt er. „Aber in den Vorständen sieht das nicht so gut aus.“ Die Gesamtzahl der engeren Vorstandsmitglieder schätzt er auf 1400. Davon seien 330 Frauen. „Überwiegend übernehmen sie Posten wie Frauenwartin, Schatzmeisterin, Jugendleiterin oder Schriftführerin“, sagt Manthei über die weiblichen Vorstandsmitglieder.

Einen Frauenmangel in den Sportvereinsvorständen gibt es übrigens nicht nur im Schwalm-Eder-Kreis: Im Präsidium des Landessportbundes beispielsweise sitzen laut Manthei sieben Männer - und eine Frau.

Woran liegt es, dass so wenig Frauen im Vereinsvorstand aktiv sind? Das haben wir Renate Denk gefragt - die 54-Jährige ist seit 20 Jahren Vorsitzende der SG Kirchhof. „Viele Frauen haben heute die Doppelbelastung: Anspruchsvolle Berufe und Familie. Männer haben es da einfacher“, sagt Denk. Es sei eben immer noch üblich, dass Frauen den größeren Teil von Kindererziehung und Hausarbeit stemmen müssten. Da bleibe weniger Zeit für Vereinsarbeit. Nicht nur Vorstände, auch Trainer und Sponsoren im Sport seien überwiegend männlich, berichtet Denk. „Ich versuche trotzdem, junge Frauen dafür zu begeistern“, sagt Denk. In ihrem Verein seien vier von fünf Vorstandsmitgliedern Frauen - „darauf bin ich stolz.“

Hintergrund

Wie kann man mehr Frauen für die Vorstandsarbeit im Sportverein gewinnen? „Generell ist eine Initiative zur Gewinnung von ehrenamtlichen Mitarbeitern geplant“, sagt Sportkreisvorsitzender Ulrich Manthei. Dazu sollen zum Beispiel Seminare angeboten werden. Frauen könnte man entgegenkommen, indem zum Beispiel der erweiterte Vorstand nicht so häufig tagen müsse wie der geschäftsführende Vorstand, zu dem der erste und zweite Vorsitzende sowie der Schatzmeister gehören, schlägt Manthei vor. So könnte man die Vereinbarkeit von Vereinstätigkeit, Beruf und Familie verbessern. Manthei ist wichtig, klarzustellen: „Die Sportvereine sind für alle offen.“

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.