Beliebte Events fallen weg

Stadt Melsungen kürzt Weihnachtsmarkt: Kritik von FDP

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Immer gut besucht: Die X-Mas-Party war ein Publikumsmagnet für Jugendliche.

Der Melsunger Weihnachtsmarkt soll um eine Woche verkürzt werden. Außerdem fallen ab diesem Jahr die Reiner-Irsinn-Show und die X-mas-Party weg. Dafür gibt es Kritik von der FDP.

Der Magistrat habe sich einvernehmlich für diese und weitere Veränderungen ausgesprochen, bestätigt Bürgermeister Markus Boucsein.

Für die Jugendlichen solle es eine Alternativveranstaltung geben. „Der Citymanager wird beauftragt, zum Beispiel eine Diskoparty zu einem Zeitpunkt außerhalb der Weihnachtszeit und außerhalb der Innenstadt zu planen und dem Magistrat vorzuschlagen“, sagt Markus Boucsein.

Hintergrund der Entscheidung sei vor allem das Ausufern der Partyveranstaltungen in den zurückliegenden Jahren. Es sei viel Lärm und Dreck in der Innenstadt zu beklagen gewesen. Mit dem Alkohol sei auch Vandalismus im Spiel gewesen. Klagen habe es beispielsweise von Anwohnern und der Kirche gegeben.

Das bisherige Konzept vertrage sich nicht mehr mit den Werten, die die Stadt in der Vorweihnachtszeit vermitteln wolle. So sollen künftig andere Schwerpunkte gesetzt werden: Denkbar seien eine Gospel-Veranstaltung und ein Bläser-Treffen.

Melsungens Einzelhändler und der FDP-Stadtverband kritisieren den Beschluss heftig. 

Der Weihnachtsmarkt soll weihnachtlicher werden, befindet der Magistrat der Stadt Melsungen. Dafür werden die lärmenden und krachenden Partys sowie die Bühne gestrichen. Diese Änderungen seien ohne Absprache mit den Melsunger Einzelhändlern geschehen, kritisieren diese. „Wir dachten, wir wären als Mitveranstalter Partner auf Augenhöhe“, sagt Achim Merz, Vorsitzender der Gemeinschaft des Melsunger Einzelhandels (GME). Die GME sei nach vielen Jahren der guten Zusammenarbeit vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Dazu sagt Boucsein, dass man das hoheitliche Recht zur konzeptionellen Umgestaltung bei der Stadt sehe. Boucsein weiter: Die GME habe zwar ein Interesse, dass an vier Samstagen die Innenstadt gut besucht sei, aber die Stadt trage eine übergeordnete Verantwortung. Die Vorweihnachtzeit sei für alle Einzelhändler wichtig, der Weihnachtsmarkt insbesondere für die Gastronomen. Die Verkürzung auf drei Wochen treffe diese schwer, sagt Achim Merz. Am Montagabend trafen sich die Mitglieder zu einer Sondersitzung. Der feste Wille, mit der Stadt nachzuverhandeln, sei da. Man wolle aber nicht mit leeren Händen kommen, sondern mit einem alternativen Konzept, sagte Merz. Der Stadtverband der FDP kritisiert die Entscheidung des Melsunger Magistrats ebenfalls. „Der Melsunger Weihnachtsmarkt ist ein Magnet, der die Innenstadt zur Adventszeit mit Leben füllt und den Konsum bei Einzelhandel und Gastronomie anschiebt“, sagt Sascha Stiegel, Beisitzer im FDP-Vorstand für die Themenbereiche Gastronomie und Einzelhandel. In Zeiten des boomenden Internethandels sei es wichtiger denn je, den ansässigen Einzelhandel und die Gastronomie zu unterstützen. Solche Änderungen rund um den Weihnachtsmarkt würden eine falsche Botschaft senden, so die FDP. Will man doch Melsungen attraktiv für junge Generationen machen. „Mit der Abschaffung musikalischer Höhepunkte werden gut besuchte Veranstaltungen für Jugendliche und jung Gebliebene gestrichen. Auch wenn die Musik nicht jeden Geschmack trifft, sollten wir uns dennoch bemühen, einen Ausgleich zwischen Angeboten für Jung und Alt zu finden“, erklärt Vorsitzender Alexander Katzung. Immerhin würde auch beim Weinfest in Melsungen eine Bandbreite musikalischer Veranstaltungen toleriert, wieso also nicht auch zum Weihnachtsmarkt. 

Die FDP hat eine Petition ins Netz gestellt unter https://zu.hna.de/petition0306

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