"Wassergewinnung nicht aus der Hand geben"

Streit ums knappe Wasser: Melsungen benötigt Ressourcen

Melsungen. In Melsungen könnte das Wasser knapp werden. Jedenfalls dann, wenn das Werk Life der B. Braun Melsungen AG die Produktionsumfänge erweitert.

Dies sei aber in absehbarer Zeit nicht geplant, sagte Professor Dr. h.c. Ludwig Georg Braun (FDP) in der Sitzung der Stadtverordneten.

Zuvor hatte es eine Diskussion darüber gegeben, ob man sich künftig Wasser aus umliegenden Kommunen oder dem Gruppenwasserwerk Homberg dazukauft. Dagegen argumentierte Gerhard Ludolph von den Freien Wählern. „Wir sollten unsere Wassergewinnung nicht aus der Hand geben.“ Er bevorzuge neue Tiefbohrungen. Damit werde man künftig besser fahren.

Das Bauamt befasse sich bereits seit längerem mit der Materie, entgegnete FDP-Fraktionsvorsitzender Joost Fastenrath. Dabei würden auch mögliche neue Tiefbohrungen überprüft. Er plädiere aber dafür, die Potenziale in der Zusammenarbeit mit anderen Kommunen besser zu nutzen. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sei es nicht zeitgemäß, alles in der eigenen Hand behalten zu wollen. Er halte es für sinnvoll, den Anschluss über Felsberg an das Gruppenwasserwerk zu nutzen.

Bohrungen verursachten enorme Kosten. Mit einer möglichen Kooperation werde die künftige Versorgung sichergestellt.

Martin Gille von den Freien Wählern präsentierte den Kostenvoranschlag einer Bohrung in bis zu 200 Meter Tiefe. 100.000 Euro würde diese kosten. Eine Summe, die es sich für eine Probebohrung lohne zu investieren. Wo in etwa Wasservorkommen lägen, sei bekannt. Die Lage sei zudem ernster. Nur mit Mühe könne an manchen Tagen noch der Wasserbedarf der Stadt gedeckt werden.

Holger Braun, Grünen-Chef, plädierte für einen Kompromiss: Man sollte die Verhandlungen des Bauamtes mit den anderen Kommunen abwarten und dann die möglichen Kosten einer Bohrung gegenüberstellen.

Ludwig Georg Braun nannte noch weitere Alternativen. Denkbar wäre zum Beispiel die direkte Versorgung von Braun-Produktionsstandorten. Der FWG-Antrag, der die Diskussion ausgelöst hatte, wurde schließlich angenommen. Im Antrag wurde der Magistrat aufgefordert, der Stadtverordnetenversammlung darzulegen, wie die Wasserversorgung künftig sichergestellt werden kann. 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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