Tipps fürs Essen im Grünen

Tafeln mit tollem Ausblick: Im Schwalm-Eder-Kreis lässt es sich herrlich picknicken

Rastplatz mit fantastischer Aussicht: Der Heiligenberg bei Felsberg-Gensungen bietet reichlich Bänke und Tische für ein Picknick.
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Rastplatz mit fantastischer Aussicht: Der Heiligenberg bei Felsberg-Gensungen bietet reichlich Bänke und Tische für ein Picknick.

In unserer Frühlingsserie „Endlich Frühling“ berichten wir über Frühlingsgefühle und Frühlingsboten, über Tipps und Trends in der schönsten Jahreszeit. Heute geht’s ums Picknicken.

Schwalm-Eder – Der Frühling ist die ideale Zeit für ein Picknick im Grünen: Die Luft ist wärmer, aber noch nicht so heiß, dass das Essen wegschmilzt, die Natur zeigt sich mit bunter Blütenpracht von ihrer schönsten Seite, und sogar die Wespen lassen einen noch in Ruhe. Zudem bietet das Picknick jetzt in Corona-Zeiten die Möglichkeit, trotz geschlossener Restaurants einmal „auswärts“ zu speisen – natürlich in kleiner, coronakonformer Runde, etwa mit dem besten Kumpel oder der Lieblingstante. Wir haben ein paar Tipps für das perfekte Picknick zusammengestellt.

1. Den richtigen Platz auswählen: Wer im Schwalm-Eder-Kreis picknicken will, hat die Qual der Wahl: Schöne Picknickplätze gibt es zuhauf. Wir haben einige Tourist-Informationen im Landkreis gebeten, uns eine kleine Auswahl zusammenzustellen. Diese Liste ließe sich natürlich noch fortsetzen, aus Platzgründen können wir nur einige wenige Beispiele nennen.
- Bartenwetzerbrücke Melsungen: Der Grill- und Picknickplatz liegt direkt an der Fulda.
- Fulda-Wehr Guxhagen: Dieser Picknickort ist mit dem Auto anzufahren (z.B. Parkplatz Bahnhofsstraße) oder aber über den Historischen Themenwanderweg - Mönchspfad zu erwandern.
- Schutzhütte Schöne Aussicht bei Knüllwald-Rengshausen: Sie lässt sich etwa auf dem Hutewald-Premiumwanderweg erreichen.
- Rastplatz Roter Berg am Wanderweg Nuff und Nopp bei Neukirchen: Die Rastplätze an diesem Wanderweg sind alle originell gestaltet, der Platz Roter Berg bietet außerdem einen tollen Blick über Neukirchen.

2. Regionale Zutaten einkaufen: „Beim Picknicken ist man ganz nah an der Natur – und an einer Landschaft, die auch von den Landwirten geprägt und gestaltet wird“, sagt Gerhard Schneider-Rose, Regionalleiter von Slow Food Nordhessen. Als Verbraucher könne man seiner Verantwortung gerecht werden, indem man Lebensmittel von Bauern und Verarbeitern aus der Region kaufe – auch als Zutaten für ein leckeres Picknick. Dafür kämen laut Schneider-Rose beispielsweise infrage: Als Getränk ein Apfelschaumwein von Joachim Döhne aus Schauenburg, für belegte Brote ein Roggensauerteigbrot vom Schwälmer Brotladen oder vom Backhaus Schwarz und dazu Ahle Wurscht und Kochwurst aus dem Glas (zum Beispiel Sülze, Leberwurst, Schwartenmagen) von der Metzgerei Willi Ross aus Melsungen oder Wolfgang Wiegand aus Wabern-Harle sowie Käse vom Kirchhof in Alheim-Oberellenbach, zum Beispiel Pfaffenberger oder Kerntaler mit Kümmel. Wer es ganz bequem haben will, kann sich auch einen Picknickkorb zusammenstellen lassen – zum Beispiel von der Melsunger Kultur- und Touristinfo.

3. Leckere Rezepte ausprobieren: Toll zum Picknicken eignen sich Dips, die man sowohl zum Brot als auch zu Gemüsesticks essen kann. Gerhard Schneider-Rose hat einige Rezepte parat:
- Nordhessische Grüne Soße mit Schmand vom Kirchhof und Eiern von Sonnenei in Heinebach: zwei Becher Schmand, ein Becher Joghurt oder Saure Sahne, drei hartgekochte und feingehackte Eier, je einen Esslöffel gehackte frische Kräuter von Zitronenmelisse, Petersilie, Dill, Schnittlauch, Pimpinelle, Borretsch, Kerbel, Sauerampfer, ein Teelöffel Senf, Salz, Pfeffer. Alle Zutaten verrühren, mehrere Stunden durchziehen lassen.
-  Mousse vom Fisch: Eine geräucherte Forelle oder Makrele (zum Beispiel von Michas Fischladen in Melsungen oder Forellenhof Hergetsfeld) von circa 500 Gramm, 175 Gramm weiche Butter, Saft einer halben Zitrone, eine Knoblauchzehe, zwei Esslöffel Schmand, Salz, Pfeffer, Muskatnuss. Fisch häuten, entgräten. Mit Butter zu glatter Paste verarbeiten (Pürierstab), Zutaten beifügen, vermengen und abschmecken.
- Schnippchen: 250 Gramm Quark zum Beispiel vom Kirchhof, eine feingeschnittene Zwiebel, ein Teelöffel Kümmel, ein Esslöffel Rapsöl, eine Prise Salz. Zutaten gut miteinander verrühren, ziehen lassen.

4. Für Ambiente sorgen: Natürlich kann man sich zum Picknicken einfach auf die nächste Bank setzen und das belegte Brot direkt aus der Vesperdose heraus essen – aber wer das Picknick zelebrieren will, der sollte für ein schönes Ambiente sorgen – zum Beispiel mit einer schönen Picknickdecke. Einen großen Effekt habe es, wenn man die mitgebrachten Getränke aus richtigen Gläsern statt aus Papp- oder Kunststoffbechern trinke, rät Gerhard Schneider-Rose.

5. Müll vermeiden: Richtiges Geschirr zum Picknick hat aber nicht nur mehr Stil, sondern hilft auch dabei, Müll zu vermeiden. Und darauf sollte man beim Picknicken in der freien Natur unbedingt achten, sagt Irmtraud Mänz vom Melsunger Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Auch Papiertaschentücher und Zigarettenstummel sollte man nicht einfach liegen lassen: „Es dauert Jahre, bis dieser Abfall verrottet“, sagt Irmtraud Mänz. Auch, wenn es am gewählten Picknickplatz einen Mülleimer gibt: Noch besser ist es, den Abfall wieder mit nach Hause zu nehmen und dort zu entsorgen. Denn die Abfalleimer an öffentlichen Plätzen seien schnell voll, erklärt Mänz – „und dann werfen die Leute ihren Müll doch daneben auf den Boden.“ Und noch eine Bitte hat die Umweltschützerin: Blumen sollte man während des Picknicks möglichst nicht pflücken, sondern sie den Bienen als Nahrungsquelle lassen. (Judith Féaux de Lacroix)

Trockene Plätzchen bieten Schutzhütten wie diese im Schützenwald bei Schwalmstadt-Ziegenhain.

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