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Für Altenburg fordert der Ortsbeirat mehr Sicherheit

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Von: Manfred Schaake

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Sorgen um die Sicherheit der Kinder und die übrigen Bewohner machen sich Ortsvorsteher Erol Eren, links, und die Ortsbeiratsmitglieder Daniel Niepel und Rene Werner, hier vor einem Banner in der Kurve.
Sorgen um die Sicherheit der Kinder und die übrigen Bewohner machen sich Ortsvorsteher Erol Eren, links, und die Ortsbeiratsmitglieder Daniel Niepel und Rene Werner, hier vor einem Banner in der Kurve. © Manfred Schaake

Tempo runter bitte, Kinder – die Aufschrift auf dem Schild der Verkehrswacht und der Hessischen Landesregierung mitten in der Ortsdurchfahrt Altenburg ist eine gut gemeinte Mahnung.

Altenburg – Doch viele Autofahrer halten sich nicht daran, gefährden nicht nur die Altenburger Kinder, sondern auch die, die die Kindertagesstätte im Gemeinschaftshaus nutzen. Das beklagten die Ortsbeiratsmitglieder Erol Eren, Daniel Niepel und Rene Werner. Sie fordern, Tempo 30 für die gesamte Ortsdurchfahrt anzuordnen.

„Kinder leben von Ihrer Rücksicht“, werden die Autofahrer auf dem Banner gemahnt. Doch gerade diese Rücksicht der Autofahrer vermissen Ortsbeirat und Bürger des mit 30 Einwohner kleinsten Felsberger Stadtteils.

Nach der Eröffnung der Felsberger Umgehungsstraße hat der Durchgangsverkehr in Altenburg nachgelassen. „Es wird aber immer noch zu schnell gefahren, es wird geheizt“, sagt Ortsvorsteher Eren. Die lange Gerade von Felsberg kommend werde als Rennstrecke genutzt, „und dann geht es volle Pulle mit Vollgas in die Kurve – durchschnittlich zehnmal am Tag“, formuliert Eren.

Selbst wenn im Ort mal das Messgerät aufgestellt sei, werde zu schnell gefahren, beklagt der Ortsbeirat. Der Spielplatz werde auch von den Kindern der Kita genutzt, und es sei völlig unverständlich, dass in Höhe des Spielplatzes wieder Tempo 50 gelte. Auf die Gesamtproblematik war Bürgermeister Volker Steinmetz bereits im Herbst 2019 während einer Veranstaltung vor der Bürgermeisterwahl aufmerksam gemacht worden. Damals hatte er versprochen, sich um alle angesprochenen Themen zu kümmern und mit den zuständigen Behörden zu sprechen.

Zur aktuellen Situation sagt Steinmetz auf Anfrage: „Für verkehrsrechtliche Anordnungen auf dieser Straße ist das gemeinsame Ordnungsamt Melsungen zuständig. Ich persönlich halte die Forderung des Ortsbeirates für berechtigt. Einerseits wird mit Tempo 30 innerorts die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht und Lärm- und Abgasimmissionen reduziert. Andererseits müssen verkehrsrechtliche Anordnungen nach den aktuell geltenden rechtlichen Grundlagen begründet sein.

Weitere Probleme und Themen:

Gemeinschaftshaus

Nach Angaben des Ortsbeirates gibt es einen möglichen Käufer für das DGH. Ortsbeirat Daniel Niepel: „Es wäre schön, wenn es in örtlicher Hand bleibt, weil viel Altenburger Herzblut in dem Gebäude steckt.“ Weil in Felsberg viele Kindergartenplätze fehlen, ist eine Gruppe im DGH untergebracht.

Der Kita-Betrieb hatte 2019 begonnen. Bürgermeister Steinmetz: „Das DGH wird für den Kita-Betrieb noch bis mindestens 2025 in Anspruch genommen werden müssen. Die Betriebserlaubnis bis 31. Dezember 2025 liegt vor.“

Die Stadt sei für eine Veräußerung grundsätzlich offen. Mögliche Auflagen für eine eventuelle Nutzung als Gastronomie würden durch die zuständigen Behörden in einem Genehmigungsverfahren erteilt. Derzeit könne darüber keine Aussage gemacht werden.

Spielplatz

Der Ortsbeirat bemängelt, dass die Spielgeräte nicht TÜV-geprüft seien. Steinmetz dazu: „Die Spielgeräte werden regelmäßig von einem geschulten und berechtigten Mitarbeiter kontrolliert und nach Bedarf auch repariert beziehungsweise gesperrt. Der Spielplatz Altenburg wurde zuletzt am 18. August 2021 geprüft. Der Prüfbericht liegt vor. Die Prüfung für 2022 wird in der aktuellen Sommersaison noch durchgeführt.“

Es sei möglich, dass nicht mehr alle Plaketten an den Geräten vorhanden seien. Dennoch sei regelmäßig geprüft worden.

 Burgruine

Das Tor zur Burgruine Altenburg.
Das Tor zur Burgruine Altenburg. © Manfred Schaake

Immer wieder, so die Ortsbeiratsmitglieder, fragen Radler, Wanderer, Kanuten und Durchreisende, ob man die Burgruine besichtigen könne. Diese Burg, so der Ortsbeirat, sei eine touristische Attraktion. Sie sei aber leider die einzige Burg weit und breit, die nicht besichtigt werden könne.

Hintergrund: Sie ist im Privateigentum. Auf Anfrage sagt uns namens der Eigentümer-Familie Jörg von Schönfels Freiherr von Boineburg-Lengsfeld: „Die Schloss- und Hofanlage Altenburg befindet sich im Privatbesitz und ist grundsätzlich nicht zu besichtigen. Gelegentlich werden durch das Rentamt der Grafen und Edlen Herren zu Boineburg und Lengsfeld historische Führungen angeboten. Diese werden in der HNA publiziert. Pandemiebedingt war in den vergangenen Jahren keine Öffnung möglich.“

Fragen, ob man die Altenburg besichtigen könne, werden immer wieder an den Burgverein Felsberg gerichtet, sagt Kulturwart Hans Poth. Der kann auch nur auf das Privateigentum verweisen.

Schon vor drei Jahren hatten sich die Altenburger im Gespräch mit dem Bürgermeister gewünscht, den drohenden Verfall der Burg zu stoppen. Steinmetz damals: „Wir warten darauf, dass uns der Eigentümer ein Konzept vorstellt. Wichtig ist, dass was passiert. Schön wäre, wenn auch Wohnungen entstehen.“ Zwischen dem Bürgermeister und dem Eigentümer soll es „bilaterale Gespräche“ gegeben haben. Mehr ist dazu nicht zu erfahren.

(Manfred Schaake)

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