Corona-Tests

Teststationen haben Zulauf – Neues Angebot in Melsungen

Wieder begehrt: Es eröffnen neue Teststationen wie zuletzt in Melsungen.
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Wieder begehrt: Es eröffnen neue Teststationen wie zuletzt in Melsungen.

Hunderte Schnelltests werden täglich in Teststationen im Schwalm-Eder-Kreis gemacht. Doch wer bezahlt diese Tests?

Melsungen – Der Landkreis ist aktuell gut mit Corona-Schnelltests versorgt. Für Apotheken habe es auch in den zurückliegenden Wochen keine Lieferschwierigkeiten gegeben, sagt Dr. Alexander Schröder, Inhaber der Melsunger Rosen Apotheke. Die Auswahl an Laientests (Selbsttests) sei jedoch zeitweise eingeschränkt gewesen. Das habe sich auf den Preis ausgewirkt. Hunderte Schnelltests werden täglich in Teststationen im Schwalm-Eder-Kreis gemacht.

Die genaue Anzahl ist nicht bekannt. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) regelt zwar die Bezahlung der Anbieter, hält die Daten aber nicht auf Landkreisebene vor, teilt Karl Matthias Roth, KV-Sprecher mit.

Hessenweit wurden laut Roth mit der Novemberabrechnung für Schnelltests und Sachkosten 20 Millionen Euro bei der KV geltend gemacht.

Testzentren: Profitests statt ungenau Schnelltests

In den Teststationen kommen vorgegebene Profitests zur Anwendung. Eine Liste von freigegebenen Tests stellt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zur Verfügung.

Das berichtet eine Sprecherin der Firma Torosec Sicherheitsmanagement aus Fuldabrück. Torosec betreibt Teststationen in Melsungen an der Nürnberger Straße in Guxhagen an der Raststätte und in Neuental-Bischhausen.

Die Genauigkeit der Tests liege bei mindestens 96 Prozent. Dennoch könne es natürlich vorkommen, dass es auch mal ein falsch positives Testergebnis gebe. Generell gelte, dass ein positives Schnelltestergebnis an das Schnelltestportal gemeldet werde.

Außerdem werde das Gesundheitsamt des Schwalm-Eder-Kreises mit einer Mail informiert – sowohl Namen als auch eine Telefonnummer würden dabei übermittelt. Die Mitarbeiter informierten die positiv getestete Person darüber, dass sie sich unverzüglich in Quarantäne begeben müsse. Außerdem muss umgehend beim Hausarzt ein Termin für einen PCR-Test vereinbart werden. Schnelltests seien aktuell für jedermann kostenlos.

Corona-Tests: Bleibt man auf den Kosten sitzen?

Genau das ist der Frau von Thomas Feldmann aus Malsfeld passiert. Das positive Ergebnis des Schnelltests gab es jedoch an einem Freitagabend. „Wir wollten über das Wochenende wegfahren. Was macht man in so einer Situation?“, fragt Feldmann. Er kenne Berichte von falschen Schnelltestergebnissen. Die kämen vor, das stimme, bestätigt Apotheker Schröder.

Beispielsweise könnten bestimmte Bakterien-Stämme vom Staphylococcus das Testergebnis verfälschen. Feldmanns wollten nicht auf einen Arzttermin waren und entschieden sich für einen kostenpflichtigen PCR-Test in der Apotheke. Der war negativ. Auch dieses Ergebnis wird ans Gesundheitsamt gemeldet. Laut Kreisverwaltung wird das Schnelltestergebnis gelöscht.

Feldmanns haben sich so auf eigene Rechnung freigetestet. Die Teststationen müssen bei falschen Schnelltestergebnissen keine Haftung übernehmen.

Andrang an Teststationen nimmt zu

Der Andrang an den Teststationen habe wieder zugenommen, berichtet die Torosec-Sprecherin. Viele Berufstätige ließen sich wegen der 3G-Regel testen. Eine Verschlechterung der Stimmung erlebten sie nicht an ihren Teststationen. Sie habe auch schon davon gehört, dass es Unmut bei den Testpflichtigen gebe und auch mal ein positives Ergebnis nicht so gut aufgenommen werde, aber im Landkreis sei dies bislang noch nicht vorgekommen. Vielmehr seien die Menschen sehr nett.

In den Teststellen gibt es laut Kreisverwaltung Qualitätskontrollen. Für die Kontrolle der Hygiene ist das Gesundheitsamt zuständig, für die Kontrolle im Bereich des Medizinproduktrechts das Regierungspräsidium. (Damai D. Dewert)

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