Melsunger Gesundheitszentrum Sport- und Freizeitgalerie

Training gegen den Schmerz im Fitness-Studio Melsungen 

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Dicke Muckis sind nicht ihr Ziel: von links Heinz-Jürgen Güth und Dietmar Dargel trainieren im Melsunger Gesundheitszentrum Sport- und Freizeitgalerie vor allem, um gesund und beweglich zu bleiben. 

Melsungen. Rückenschmerzen, Bluthochdruck oder Arthrose im Knie: Im Fitness-Studio kann man nicht nur für die Strandfigur trainieren, sondern auch  Krankheiten bekämpfen. 

Heinz-Jürgen Güth kann wieder Motorrad fahren. Vor zwei Jahren war daran nicht zu denken: Der Felsberger hatte einen Bandscheibenvorfall erlitten, wurde viermal in fünf Wochen operiert. Der heute 66-Jährige hatte Schmerzen. „Längere Zeit zu sitzen war schwierig.“ Doch sein Hobby, das Motorradfahren, wollte Güth nicht aufgeben. Deshalb meldete er sich im Fitnessstudio an.

„Ich habe gedacht, es kann nur besser werden“, sagt Güth. Schon während der Reha in Bad Wildungen stand Sport auf dem Programm – „auch wenn’s weh tat.“ Ein Gutschein für das Gesundheitszentrum Sport- und Freizeitgalerie in Melsungen habe noch bei ihm zuhause gelegen. Ende August 2016 fing Güth an, dort zu trainieren.

„Viele Menschen, die zu uns kommen, haben Leidensdruck wegen starker Schmerzen“, sagt Bernd Seitz, der zusammen mit Stefan Heiland Geschäftsführer des Gesundheitszentrums ist. „Unsere Kunden wünschen sich zum Beispiel, dass sie wieder Rasen mähen oder ihre Enkelkinder hochheben können.“

Solche Aufgaben sind auch für Heinz-Jürgen Güth inzwischen kein Problem mehr. „Zu Beginn wurde meine Rückenmuskulatur gemessen – da lag ich bei 60 Prozent. Bei der letzten Messung vor einigen Wochen waren es 140 Prozent“, erzählt er stolz. „Ich habe keine Rückenschmerzen mehr, kann meinen Alltag bewältigen und reisen.“

Ein halbes Jahr hat es gedauert, bis Güth schmerzfrei war. „Bei Schäden an der Lendenwirbelsäule rechnet man etwa 26 Trainingseinheiten, bis die Schmerzen verschwinden“, sagt Bernd Seitz. „Wenn die Halswirbelsäule betroffen ist, dauert es länger: etwa 35 Trainingseinheiten.“ Angefangen hat Heinz-Jürgen Güth mit Trainingszeiten von weniger als 40 Minuten. Heute trainiert er zwei Mal pro Woche zweieinhalb Stunden lang.

Der Effekt des Trainings sei oft unsichtbar, erklärt Bernd Seitz am Beispiel von Dietmar Dargel. „Viele Leute denken bei Fitnessstudio an Muckibude und Hanteln stemmen“, sagt der 71-jährige Melsunger, der zwei Mal pro Woche anderthalb bis zwei Stunden lang trainiert. Große Muskelpakete sieht man bei Dargel nicht. Aber: Trotz Arthrose im Knie braucht er kein künstliches Gelenk. Das sei dem Training zu verdanken, sagt Bernd Seitz. Sonst würden schnell weitere Beschwerden hinzu kommen: erst an der Hüfte, dann am Iliosakralgelenk.

Sport gegen Folgen einer Chemotherapie

Gezieltes Training könne auch bei anderen Krankheiten helfen, sagt Seitz. „Die negativen Begleiterscheinungen einer Chemotherapie bei Brustkrebspatientinnen können durch vorherige spezielle Übungen reduziert werden“, nennt er ein Beispiel. Und manche Bluthochdruckpatienten kämen dank regelmäßiger Besuche im Fitnessstudio ohne Tabletten aus.

Heinz-Jürgen Güth und Dietmar Dargel kommen aber nicht nur aus Vernunft ins Fitnessstudio, sondern auch, weil es ihnen Spaß macht und sie dort Bekannte treffen. Zwei Stunden gehen da schnell vorbei. So viel Zeit müsse man aber gar nicht investieren, betont Bernd Seitz. Schon eine halbe Stunde Training pro Woche könne ausreichen.

Sein Kollege Stefan Heiland ergänzt: „Viele Leute sitzen lieber drei Stunden beim Arzt im Wartezimmer, als eine Stunde pro Woche Sport zu treiben.“

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