Beulen im Asphalt 

Trotz Sanierung weitere Schäden auf Fahrbahnen bei Melsungen

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Bundesstraße mit Beulen: In diesem Bereich der B 253 – vom Blitzer am Melsunger Ortseingang in Richtung Autobahn sind die Schäden aufgetreten. Ein Teil der Blasen wurde angebohrt, in diesem Frühjahr hatten sich neue Blasen gebildet.

Melsungen/Felsberg. Im Oktober 2010 war die Fahrbahn-Deckenerneuerung auf der B 253 zwischen Melsungen und der Autobahn 7 abgeschlossen worden. Trotzdem gibt es weitere Mängel.

Hessen Mobil hatte bereits für Teilleistungen die Gewährleistungsfrist der bauausführenden Firma von normalerweise fünf Jahren bis 2017 verlängert. Nun gibt es weitere Schäden. Wir sprachen mit Horst Sinemus von Hessen Mobil.

In der Fahrbahnmitte der B 253 haben sich erneut Beulen im Asphalt gebildet. Das war 2016 schon mal der Fall. Was sind die Gründe?

Horst Sinemus: Die Blasen befinden sich hauptsächlich innerhalb der schraffierten Sperrflächen und stellen keine Verkehrsgefährdung dar. Derzeit ist nicht bekannt, warum es zu dieser Blasenbildung kommt. Die Blasen wurden angebohrt, um sie zu entspannen. Dies hat sich bislang bewährt.

In Melsungen und in weiteren Abschnitten ist die neue Decke bis zu 25 Zentimeter weit aufgebrochen. Für Melsungen hatten Sie die Beseitigung dieser Schäden bereits für den Herbst 2017 angekündigt.

Sinemus: Im Herbst 2017 war es witterungsbedingt nicht möglich, die Schäden zu beheben. Die bauausführende Firma hat zugesagt, die Schäden in diesem Sommer zu beseitigen. Nähte und Fugen im Asphalt stellen grundsätzlich Schwachstellen dar, lassen sich aber naturgemäß bei Baumaßnahmen, die unter halbseitiger Sperrung der jeweiligen Straße ausgeführt werden, nicht vermeiden.

Im Juni 2016 war auf der B 253 ein Teil der Schäden beseitigt worden. Der Rest sollte im Frühjahr saniert werden. Wann tut sich was?

Sinemus: Es gibt auch hier die Zusage der Firma, die Sanierungsarbeiten in diesem Sommer zu erledigen.

Voriges Jahr erklärten Sie auf Nachfrage, für die B 253 werde die Gewährleistung um zwei Jahre verlängert. Wie ist der aktuelle Stand?

Sinemus: Aufgrund der aufgetretenen Mängel wurde vereinbart, die Verjährungsfrist für Mängelansprüche, also die Gewährleistung, um zwei Jahre zu verlängern.

Wer trägt die Kosten für die Sanierung?

Sinemus: Der Auftragnehmer.

Welche Konsequenzen hat es, wenn Firmen nicht zur Zufriedenheit des Staates arbeiten?

Sinemus: Der Auftragnehmer hat Mängel, die während der vertraglichen Verjährungsfrist hervortreten und auf seine Leistung zurückzuführen sind, auf seine Kosten zu beseitigen. Zur Sicherstellung eventueller Ansprüche hat die Firma eine Gewährleistungsbürgschaft zu hinterlegen.

Die Beispiele zeigen, dass viele teuer erneuerte Straßen wieder schnell zum Sanierungsfall werden. Das kann doch nicht im Interesse des Staates als Auftraggeber sein?

Sinemus: Selbstverständlich hat der Staat ein großes Interesse an einer guten Bauqualität, und es ist die Pflicht des Auftragnehmers, seine Leistung mängelfrei abzuliefern. Aber auch wenn durch einheitliche technische Vorschriften die Qualitätsstandards festgeschrieben sind, kann dies keine identischen Leistungen garantieren. Die Regelwerke lassen Toleranzen für die Materialien sowie die Verarbeitung zu. 

Aber auch Witterungsbedingungen während der Bauzeit spielen für die Qualität eine Rolle. Daher wird ein besonderes Augenmerk auf die Erfassung der während der Verjährungsfrist für Mängelansprüche auftretenden Schäden gelegt. Diese können dann auf Kosten der verantwortlichen Auftragnehmer saniert werden.

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