Turmfalken machen es sich in Obermelsungen gemütlich

Obermelsungen. Turmfalken scheinen sich in Obermelsungen ganz besonders wohl zu fühlen.

Gleich zwei Falkenfamilien haben ihre Nester im Melsunger Stadtteil gebaut: in einem Schuppen von Jörg Herwig, Inhaber von Glas Herwig, und auf einem Ahornbaum neben der Kirche.

„Ich habe das Nest im vergangenen Jahr bemerkt“, erzählt Jörg Herwig. „Man hat die Falken immer gehört und ich habe geguckt, wo sie reinfliegen.“ Jetzt sei gerade ein Jungvogel geschlüpft.

Die Tiere haben in einem Ahornbaum neben der Kirche genistet.

Auf dem Dachboden des Schuppens finde er zwar immer wieder tote Mäuse und Kot der Vögel seitdem sich die Falken eingenistet haben, Herwig freut sich trotzdem über die tierischen Gäste: „Es sind tolle und faszinierende Vögel. Außerdem fressen sie auch das Ungeziefer weg.“ Herwig hat vor, den Greifvögeln eine Kiste um ihr Nest zu bauen, damit sie ihre Ruhe haben.

Eine weitere Turmfalkenfamilie hat in diesem Jahr in einem großen Ahornbaum neben der Kirche in Obermelsungen sein Zuhause gefunden. „Oben in der Krone ist ein großes Nest“, berichtet Horst Lohrer vom Kirchenvorstand. Er war es auch, der die Falken zusammen mit einem Nachbarn entdeckt hat.

„Es sind stolze und schöne Tiere“, findet Lohrer. „Es ist schön, sie anzuschauen.“ Bei dem starken Sturm Anfang Juli sei das Nest allerdings beschädigt worden. Derzeit seien die Falken vermehrt auf dem Kirchendach zu sehen, sagt Lohrer.

Turmfalken sind nur etwas größer als ein Rabe, erklärt Lutz Rochelmeyer, der mit seiner Frau Regina zusammen die Greifvogelauffangstation in Malsfeld betreibt. „Sie sind fast überall ansässig und die am weitesten verbreitete Falkenart.“

Gleich zwei Nester in Obermelsungen: Der Turmfalke fühlt sich hier richtig wohl. Eins der Nester befindet sich im Schuppen von Jörg Herwig.

Die Brutzeit dieser Greifvögel beginne Mitte April, sagt Rochelmeyer. Durchschnittlich drei bis sechs Eier würden die Vögel in 27 bis 30 Tagen ausbrüten. „Dafür suchen sie sich zum Beispiel Scheunen oder Brückenvorsprünge. Nischen und Lücken haben sie gerne“, sagt Rochelmeyer. Habe man einen Turmfalken bei sich auf dem Grundstück, solle man diesen am besten in Ruhe lassen: „Sie kommen gut alleine zurecht. Wenn ein Jungvogel aus dem Nest fallen sollte, kann man diesen einfach zurücksetzen. Die Eltern nehmen ihn wieder auf.“

Rubriklistenbild: © dpa/privat/nh/Bülau

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