Wir stellen Menschen vor

Erfahrungen in der Pandemie: Melsungerin fehlen die Umarmungen mit ihren Enkeln sehr

Immer Masken in der Handtasche: Elke Katzung aus Melsungen geht nicht ohne Masken aus dem Haus. Sie kommt gut durch die Coronapandemie, sagte sie.
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Immer Masken in der Handtasche: Elke Katzung aus Melsungen geht nicht ohne Masken aus dem Haus. Sie kommt gut durch die Coronapandemie, sagte sie.

Das Schlimmste an der Coronapandemie ist, dass sie ihre Enkelkinder nicht mal in den Arm nehmen darf. „Alles andere kann ich gut verkraften“, sagt Elke Katzung, 76, aus Melsungen. Wir stellen in loser Folge Menschen, ihre Erfahrungen und ihre Strategien im Umgang mit der Coronapandemie vor.

Melsungen – Sie komme ganz gut durch den Corona-Lockdown, findet die Witwe – auch weil sie ein enges Netz aus Familie, Freunden und Nachbarn hat.Sie haben ihr auch vor Weihnachten geholfen, damit sie Heiligabend mit ihrem Sohn und dessen Familien feiern konnte. „Wir waren vorher alle tagelang in Quarantäne“, berichtet sie.

Nachbarn und Freunde hätten sie in der Zeit mit Einkäufen versorgt – und machten es möglich, dass sie mit Sohn Alexander, Schwiegertochter Susanne und Enkeln Samuel, sieben Jahre, und Emilia, vier, und mit Masken zum Freiluftgottesdienst auf den Schloth-Schulhof gehen und anschließend gemeinsam unterm Tannenbaum sitzen konnten.

Dass ihre Familie auch in Melsungen lebt, ist gerade in der Coronazeit ein großes Glück, das weiß sie. So kann sie ihre Lieben mal sehen – wenn auch nur mit Maske und großem Abstand. Dann winkt sie den Enkel vom Fenster aus zu, wenn sie im Garten spielen.

Und wie vertreibt sie sich die viele Zeit? „Ich gucke gerne fernseh oder spiele Skat oder ein anderes Spiel am Computer.“ Oder sie nutzt die Zeit, um Schränke auszumisten oder ihr Wohnzimmer umzudekorieren. Oder zum Spazieren gehen mit ihrem Lebensgefährten, der in Kassel lebt und sie einmal in der Woche besucht. Langweilig wird der Melsungerin mit dem frohen, resoluten Gemüt nicht. Elke Katzung ist eine waschechte Melsungerin. Aufgewachsen ist sie mit vier Geschwistern an der Bahnhofstraße, ihre Eltern hatten das Uhrengeschäft Klabunde.

Ihre Stammtisch-Frauen, mit denen sich Elke Katzung seit 30 Jahren trifft, hat sie nun schon viele Wochen nicht gesehen. Sonst kamen die Damen alle 14 Tage abends im Adler zusammen. Ihre gemeinsame Mallorca-Reise, die im Mai 2020 stattfinden sollte, hat Elke Katzung bereits frühzeitig abgesagt, als Deutschland vor dem ersten Lockdown stand. Da ist sie pragmatisch: „Ich habe ein Alter, wo ich auf mich aufpassen muss.“

Im vergangenen Jahr musste ebenfalls ihr Einsatz bei den Haussammlungen für ein familienfreundliches Melsungen ausfallen. Das hat sie sehr bedauert, ist sie doch von Beginn mit dabei.

All das sind Kontakte, die Elke Katzung fehlen. Aber am allermeisten vermisst sie, dass sie ihre geliebten Enkelchen nicht knuddeln kann, ohne Maske und mit Küsschen. Danach sehne sie sich sehr.

Aufruf: Wenn auch Sie Besonderes erleben oder einfach berichten möchten, wie Sie die Coronapandemie erleben, melden Sie sich doch. Wir stellen ausgewählte Geschichten vor, melsungen@hna.de und Tel. 0 56 61/70 57 14 (Von Claudia Feser)

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