Und plötzlich taucht der Biber auf

Hobbyfotograf Jan-Peter Cours entdeckte einen Biber in der Fulda bei Melsungen

Biber in der Fulda bei Melsungen
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Biber sind sehr scheue Tiere und man bekommt sie nur sehr selten zu Gesicht. Jede Sichtung ist daher etwas ganz Besonderes.

Der Biber ist auch im Landkreis heimisch geworden. Zu sehen sind die Nager aber sehr selten. Hobbyfotograf Jan-Peter Cours aus Körle hat mit viel Geduld einen Biber entdeckt und ihn abgelichtet.

Körle/Melsungen – Zunächst war sich Jan-Peter Cours nicht ganz sicher, was er gesehen hatte. Etwas Großes schwamm in der Fulda bei Melsungen. „Da war etwas, aber es war über 100 Meter weit weg. Ich dachte, es sei eine besonders große Ente und wollte eigentlich schon umkehren“, berichtet Cours. Doch er wollte ganz sicher gehen. Über Disteln und Sträucher hinweg versuchte er, sich möglichst unbemerkt näher an das Ufer zu pirschen – und entdeckte den langgesuchten Biber.

„Wenn jemand beobachtet hätte, wie ich da durch das Geäst gehechtet bin...“, sagt der 36-Jährige aus Körle lachend. Vor ein paar Tagen gelang ihm diese lang ersehnte Biber-Sichtung – nach über einem halben Jahr der Suche. „Erst befürchtete ich, dass es vielleicht wieder eine Wasserratte sein könnte. Doch dann hat er mir mit seiner Biberkelle gewunken.“ Neben den Fotos hat Cours ein kurzes Video von dem Biber machen können. „Na, wenn das mal kein Biber ist!“, hört man ihn plötzlich in der Videoaufzeichnung sagen. In dem Moment konnte Jan-Peter Cours seine Euphorie nicht mehr bremsen.

Täglich ist der Körler in der Natur unterwegs. Seit Januar dieses Jahres hatte er dabei vor allem ein Ziel: einen Schnappschuss von einem heimischen Biber ergattern. Während einem seiner Ausflüge ins Grüne stieß er auf Fraßspuren an einer Weide. Die Bäume sind eine der Hauptnahrungsquellen der Nager, weiß Cours. In den Wochen darauf fand er ähnliche Spuren immer wieder – und das hat Cours’ Ehrgeiz geweckt.

So richtig begonnen hat die Leidenschaft der Tierfotografie im Jahr 2018 mit einem zweiwöchigen Urlaub in den kanadischen Rocky Mountains mit seiner Frau Katharina. „Als Kind war mein Berufswunsch immer Tierfilmer. Ich bin froh, dass ich mir den Traum Jahre später zumindest als Hobby erfüllen konnte“, sagt der Speditionskaufmann. Vor der großen Reise in die nordamerikanische Natur schaffte er sich die erste „richtige“ Kamera an. Der Urlaub war ein voller Erfolg – Bilder von Schwarzbären und einem Grizzly sind die Höhepunkte des Abenteuers. Danach lag die Kamera meistens unbenutzt in der Ecke, mit Ausnahme von ein paar Schnappschüssen von den heimischen Vögeln im Garten. Doch sein Talent für Tierfotografie blieb nicht unbemerkt. „Richtig animiert hat mich dann eine meiner Schwestern. Es wäre doch viel zu schade, wenn niemand die Bilder zu Gesicht bekommt.“ Vergangenes Jahr im Dezember legte sich Cours dann eine neue Kamera zu und richtete sich einen Instagram-Account ein, um seine Tieraufnahmen teilen zu können. Seit diesem Tag hat Jan-Peter Cours seine Kamera immer dabei. Egal ob auf dem weg zur Arbeit oder beim Gassigehen mit dem Hund. „Ich möchte einfach keinen Moment erleben, in dem ich es bereue, keine Kamera dabei gehabt zu haben“, erzählt Cours.

Außer einer Kamera braucht er aber vor allem zwei Dinge: Geduld und Verständnis für die Natur. Jan-Peter Cours nimmt alles, was die Natur ihm anbietet. Bei den täglichen Ausflügen zu den Biber-Fraßspuren ergaben sich für ihn viele Fotos von anderen Tieren. Die Ausflüge waren auch ohne Biberbild ein Erfolg für ihn.

Zu den Bibern rund um Melsungen sammelte Cours in den vergangenen Monaten zahlreiche Informationen. Als Mitglied des Naturschutzbundes wusste er um die Aktivitätszeiten und Lieblingsplätze der Tiere. Er fragte aber auch bei Nachbarn nach und entdeckte immer mehr Orte, an denen sich ein Biber aufhalten könnte. Auch auf Biberrutschen, die Stellen an denen die Biber vom Ufer ins Wasser gleiten, stieß Cours immer häufiger. So eine geduldige Vorarbeit ist unersetzlich, sagt er. Denn „scheue Tiere laufen einem nicht einfach so über den Weg“. Preisgeben möchte Cours den genauen Sichtungsort zum Schutz des Bibers aber nicht.

Am Ende muss man wie Cours auch einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Als er die Stelle am Ufer erreichte, tauchte der Biber etwa drei Meter vor ihm aus dem Wasser auf. „Ich war überwältigt!“ Mit zitternden Händen knipste der Fotograf ein Bild nach dem anderen. Er habe einfach nur gehofft, dass zumindest ein Bild scharf sein wird – vor allem die, bei denen der Biber direkt auf ihn zugeschwommen ist. Genießen konnte Cours den Moment dann auch noch. „Der Biber tolerierte mich für etwa zehn Minuten in seiner Nähe, fraß ein wenig, und tauchte dann wieder ab.“ Es bleiben tolle Bilder und ein unvergesslicher Moment. (William Abu El-Qumssan)

Weitere Aufnahmen heimischer Tiere von Jan-Peter Cours bei Instagram:

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