Forstamt Melsungen ruft zu Pflanzaktion auf

Wald in Melsungen braucht dringend Hilfe

Schüler der Malsfelder Astrid-Lindgren-Schule sind mit Revierförster Jürgen Umbach unterwegs im Wald.
+
Tausende Bäume werden in der Region gepflanzt: Schüler der Malsfelder Astrid-Lindgren-Schule waren mit Revierförster Jürgen Umbach unterwegs.

Trockenheit, Krankheiten und Schädlingsbefall setzen dem Wald zu - auch in Melsungen. Das Forstamt ruft deshalb die Melsunger auf, dem Wald mit Pflanzaktionen zu helfen.

Melsungen - Das Melsunger Forstamt pflanzt Bäume – im großen Stil. Das Forstamt beteilige sich damit an einer Aktion von Hessen Forst, sagt Petra Westphal, Forstamtsleiterin. Am 7. November gibt es zwei Termine für freiwillige Helfer. Sie können helfen, dass es dem Wald künftig wieder besser geht.

Und das ist nötig, denn dem Wald in der Region geht es teilweise schlecht. Tausende Bäume starben in den vergangenen Jahren. Sie fielen Krankheiten, dem Borkenkäfer und der Dürre zum Opfer.

„Die Witterung der vergangenen drei Jahre hat es dem Wald schlechter und schlechter gehen lassen“, sagt Westphal. Es fehle Regen. „Wir hatten deutliche Hitze- und Dürreperioden.“

Beginn der Entwicklung waren die schweren Schäden nach Orkantief „Friederike“ im Januar 2018. Danach habe diese besondere Trockenheit dem Wald zugesetzt. Diese wiederum habe zur unglaublichen Massenvermehrung von Borkenkäfern in Mitteleuropa geführt.

Die Folgen sind weithin sichtbar. Vielerorts sind die älteren Fichten ab etwa 30 bis 40 Jahren gestorben. Auch den älteren Buchen geht es schlecht – das betreffe die Bäume ab etwa 120 Jahren. Gerade dort, wo es früher ältere Fichtenbestände gegeben habe, seien die Bäume auf großen Flächen gestorben, bedauert Westphal. „Um die Borkenkäferverbreitung einzudämmen, haben wir befallene Bäume, so schnell es geht, aus dem Wald geholt. Einen nach dem anderen – immer und immer wieder. Tausendfach.“ So seien vielerorts kahle Flächen im Wald entstanden. Diese Flächen gelte es jetzt wieder zu bewalden. Dies könne auf natürlichem Weg geschehen, sagt Westphal. Alte Bäume werfen Samen, diese gehen an und es entsteht ein neuer Wald. „Das ist uns die liebste Variante.“ Natürlich würden aber auch ständig neue Flächen angepflanzt.

Um den Verbiss zu minimieren und der neuen Waldgeneration eine Chance zu geben, als gesunder Mischwald aufzuwachsen, sei es wichtig, auf diesen Flächen zu jagen.

„Wir können unmöglich all die vielen Hektar Freiflächen umzäunen. Das ist zu teuer und nicht gut fürs Wild“, sagt die Forstamtsleiterin. Im Sinne des Klimaschutzes sollen mindestens vier verschiedene Baumarten auf der Fläche stehen. In der Region typische Bäume sind die Fichte, Lärche, Kiefer und Buche. Gepflanzt werde nur dort, wo es zu keiner natürlichen Verjüngung komme oder die sich vermehrenden Bäume nicht standortgerecht seien. Wegen des prognostizierten Klimawandels kämen auch andere Bäume infrage. „Für unsere Region zeigt sich, dass sich die Eiche in einigen Jahrzehnten viel wohler fühlen wird als andere Bäume.“ Die Eiche komme tendenziell auf trockeneren und staunassen Böden gut zurecht, besser noch als Buche und Fichte.

Leider können die zwei Pflanzaktionen, die das Forstamt für Samstag, den 7. November geplant hatte, aufgrund der neuen Coronaverordnung nicht stattfinden.

. (Damai D. Dewert)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.