Seit drei Jahren nicht gemäht

Ursula Schulz aus Melsungen ist unzufrieden mit Hessen Mobil

Zweimal im Jahr im Einsatz: Der Unimog mäht den Seitenstreifen der Fahrbahn. Das Bild wurde im Wolfhager Land aufgenommen.
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Zweimal im Jahr im Einsatz: Der Unimog mäht den Seitenstreifen der Fahrbahn. Das Bild wurde im Wolfhager Land aufgenommen.

Ursula Schulz ist empört: Seit drei Jahren wird das Unkraut vor ihrem Grundstück in Melsungen nicht mehr gemäht.

Melsungen – Deshalb sei am Huberg auf der Kreisstraße Richtung Schwarzenberg zu viel Unkraut gewachsen. Schon mehrmals habe sie versucht, sich bei Hessen Mobil, die für die Straßen und die Nebenanlagen verantwortlich sind und bei der Stadt Melsungen, Gehör zu verschaffen. Erfolglos, wie sie sagt.

„ich wurde nur belächelt“

„Ich wurde nur belächelt“, ärgert sich die Melsungerin. Aber es sei nicht ihre Aufgabe, ein Grundstück zu mähen, welches nicht ihres ist. Dazu wäre das Unkraut auch einfach unästhetisch. Wenn wenigstens Blumen dort wüchsen, dann wäre das Ganze halb so schlimm. „Außerdem behindert das hohe Gestrüpp die Sicht auf die Straße“, sagt Schulz. Anders sieht das hingegen der Pressesprecher von Hessen Mobil, Marco Lingemann: „Definitiv wird die beschriebene Böschung einmal im Jahr gemäht“, sagt Lingemann.

Die betroffene Stelle am Huberg Richtung Schwarzenberg.

Es sei jedoch zu beachten, dass der Schwenkarm des Mähfahrzeugs lediglich einen Schwenkraum von fünf Metern abmähen könnte. Generell sei zwischen zwei Bereichen zu unterscheiden, dem Intensiv- und Extensivbereichen „So befinden sich die Intensiven unmittelbar neben der Fahrbahn und die Extensiven liegen weiter außerhalb der Fahrbahn“, erklärt Lingemann. Priorität hätten die Bereiche, die direkt an die Fahrbahn grenzten. Es sei vorrangiges Ziel, dass die Vegetation den Verkehr nicht behindere. „In der Regel beginnen wir mit den ersten Mäharbeiten Mitte Mai“, sagt Lingemann. Ab Spätsommer würde dann noch einmal gemäht.

Es geht nicht nach Geschmack oder Ästhetik

„Doch der Naturschutz spielt ebenfalls eine Rolle“, sagt der Pressesprecher. Es sei nicht immer möglich, nach Geschmack und Ästhetik zu gehen. Besonders nach der ersten Maht, würden sich im Sommer viele Insekten und Tiere über die Flora und Fauna in den Außenbereichen der Fahrbahn freuen. Deshalb sei das Gewächs nicht nur als Unkraut und verzichtbar anzusehen. „Die Straßenmeisterei Melsungen betreut Bundes-, Landes-, und Kreisstraßen mit einer Gesamtlänge von 375 Kilometern und so kann es schon mal vorkommen, dass Teilbereiche mit einer kleinen Verzögerung gemäht werden“, sagt Lingemann. Foto: Armin haß

(Marvin Hinrichsen)

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