Coronavirus

Versorgung gewährleisten: Zahnmedizinische Schwerpunktpraxen für Covid-19-Patienten im Landkreis

Auch in Zeiten von Corona muss die zahnärztliche Versorgung gewährleistet werden. Foto: markus scholz/dpa

Auf Anregung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen (KZVH) sind Covid-19-Schwerpunktpraxen für Zahnbehandlungen eingerichtet worden.

In diesen sollen Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung oder aber Verdachtsfälle sowie Kontaktpersonen zahnärztlich behandelt werden. Das teilt die KZVH mit. Wo eine solche Schwerpunktpraxis im Schwalm-Eder-Kreis eingerichtet worden ist, teilt die KZVH auf Nachfrage der HNA nicht mit. „Aber die Praxen sind für alle Menschen gut zu erreichen“, erklärt Regina Lindhoff, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der KZVH.

Die Patienten

Die Liste der Schwerpunktpraxen sei derzeit nicht öffentlich verfügbar, um eine angemessene und zielgerichtete Inanspruchnahme nicht zu gefährden. Außerdem solle mit dieser Vorgehensweise verhindert werden, dass infizierte oder den Risikogruppen entsprechende Patienten direkt zu der Schwerpunktpraxis fahren und damit ein Infektionsrisiko für zahlreiche Kontaktpersonen darstellen.

Für Menschen ohne einen Verdacht auf das Coronavirus gelten keine besonderen Vorschriften, bis auf die allgegenwärtigen Hygienemaßnahmen in Arztpraxen. Auch werden nicht nur ausschließlich Notfälle behandelt, erklärt Lindhoff. Außerdem weist sie daraufhin, dass keinesfalls alle Zahnärzte nur noch mit voller Schutzausrüstung arbeiten müssen. Eine persönliche Schutzausrüstung wie im Fall eines mit Covid-19-infizierten Patienten sei beim unverdächtigen und vorab entsprechend befragten Patienten nicht erforderlich.

Die Schwerpunktpraxis

Menschen mit einer Covid-19-Infektion sollen sich zunächst weiterhin bei akuten Zahnschmerzen bei ihrem Zahnarzt telefonisch melden. Dieser bespricht dann mit dem Patienten, ob eine Übermittlung in eine Schwerpunktpraxis angebracht ist und verweist dann an die Zentrale der KZVH in Frankfurt. Dort werden dem Patienten dann der Ort der Schwerpunktpraxis sowie nähere Informationen genannt, erklärt Regina Lindhoff. Angesichts der seit Wochen bestehenden Materialknappheit sei es zunächst ein schwieriges Unterfangen gewesen, alle Utensilien zu beschaffen, so Lindhoff. „Mitte April konnten die Pakete mit der Schutzausrüstung für die hessischen Schwerpunktpraxen dann aber versendet werden.“

Darin enthalten sind zertifizierte Masken, Einmal-Schutzkittel, Kopfhauben, Schuhüberzieher, Schutzbrillen, Handdesinfektionsmittel, Mund-Nasen-Masken sowie Nitril-Einweghandschuhe.

Die Versorgung

Derweil halte die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) Einschränkungen bei der Arbeit von Zahnärzten wegen der Coronakrise für nicht verhältnismäßig.

Die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde sei integraler Bestandteil der medizinischen Versorgung. Gleichzeitig sei sie wesentlicher Bestandteil der medizinischen Primärversorgung. Das bestätigt auch Petra Rauch, Kreisstellenvorsitzende der KZVH. Bisher gebe es keinerlei gesicherte Erkenntnisse, dass zahnmedizinische Behandlungen zu einer erhöhten Infektionsausbreitung in der Bevölkerung beigetragen haben oder dass zahnärztliche Behandlungsteams erhöhten Infektionsraten unterliegen, so die Bundeszahnärztekammer.

„Zahnmedizinische Versorgung gehört zur medizinischen Grundversorgung der Bevölkerung, auch unter den Gegebenheiten der Covid-19 Pandemie.“ Keinesfalls würden Zahnärzte nur Notfälle, deren Definition zudem unbestimmt ist, behandeln.

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