Wanderer auf Schatzsuche: 30 Teilnehmer bei HNA-Tour

Kleiner Snack zwischendurch: Egon Pfeiffer aus Borken pflückte am Ederufer, nahe dem Guxhagener Ortsteil Breitenau, Brombeeren.

Wolfershausen. Wer glaubt, die Jugend von heute sitze nur noch vor dem Computer, wurde bei der HNA-Wanderung am Freitag eines Besseren belehrt: Neun Jungen zwischen vier und zwölf Jahren waren dabei.

Und die langweilten sich keineswegs: „Der Riesenstein hat mir gut gefallen“, sagte der achtjährige Jan Dieling aus Körle. Zu diesem Gesteinsbrocken bei Wolfershausen erzählten die Wanderführer Hans-Joachim Kroll und Reiner Pilgram Sagen: Demnach soll ein wütender Riese den Stein an diese Stelle geschleudert haben. Sogar der Daumenabdruck des Riesen - eine große Vertiefung im Stein, sei noch erkennbar, verriet Kroll.

Es war nicht die einzige spannende Geschichte, die die Wanderführer zu erzählen hatten. Sie berichteten etwa auch über die Wüstung Schrodshausen - ein Dorf zwischen Wolfershausen und Haldorf, das vor Hunderten von Jahren plötzlich verschwand - vermutlich, weil die Häuser bei einem Ederhochwasser überspült und danach nicht wieder aufgebaut wurden.

„Wir sind wie eine große Familie.“ 

Ein Leckerbissen insbesondere für die jüngeren Wanderer war die GPS-Schatzsuche. An zwei Stellen entlang der Wanderstrecke hatten die Wanderführer kleine Überraschungen am Wegesrand versteckt. Mithilfe von GPS-Geräten spürten die Jungs die Schätze auf - und verteilten die gefundenen Süßigkeiten an die übrigen Wanderer.

Die Gruppe musste zwischendurch immer mal wieder Schirme und Regenjacken auspacken. Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch. „Ich liebe solche Wege“, schwärmte Marianne Bätzing aus Zierenberg, als es auf verschlungenen Pfaden durch den Brunckelwald ging. Da mussten die Wanderer auch schonmal über umgestürzte Baumstämme steigen. „Wahnsinn, ich bin hier noch nie langgelaufen“, staunte Walter Opfer aus Ellenberg, „dabei wohne ich direkt um die Ecke.“ Das bestätigte auch Walter Fuhrmann aus Besse: „Man wohnt um die Ecke und kennt doch vieles nicht.“ Deshalb nutzt er häufig die HNA-Wanderungen, um die eigene Heimatregion noch besser kennen zu lernen. Fuhrmann war nicht der einzige Wiederholungstäter: Viele Wanderer waren bereits bei der Tour am Dienstag dabei. „Wir sind schon wie eine große Familie“, stellte Nadine Kramer aus Nassenerfurth fest. Die Mitglieder dieser großen Familie kamen aus dem ganzen Schwalm-Eder-Kreis - und sogar von noch weiter her. Marina Querfurth lebt in Hamburg, macht aber gerade Urlaub bei einem Freund in Nordhessen. „Ich mag die Landschaft hier und die kleinen Fachwerkdörfer“, sagte die 65-Jährige.

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