Patienten meiden Kliniken: Gefährliche Entwicklung wegen Corona – Appell von Chefarzt

In den Kliniken im Schwalm-Eder-Kreis gehen die Patientenzahlen in der Corona-Zeit zurück. Die Patienten haben Angst vor einer Infektion. Chefarzt Dr. Matthias Schulze spricht von einer gefährlichen Entwicklung.

Schwalm-Eder – In den Asklepioskliniken Schwalm-Eder werden aktuell weniger Patienten stationär behandelt als üblich. Mehrere Hundert Patienten waren es in den Monaten März und April weniger, erklärt Dr. Matthias Schulze, Ärztlicher Direktor der beiden Standorte Schwalmstadt und Melsungen.

Obwohl die Kliniken einen Teil ihrer Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Notfallpatienten behandeln können“, sagt Schulze. Planbare Operationen hätten jedoch zurückgestellt werden müssen. Diese dürften seit Mai wieder behandelt werden.

Die Kliniken erhalten eine Leerstandsprämie, um den Belegungsausfall zu kompensieren. Das sind 560 Euro pro Bett und Tag. Aber statt 2800 Euro Erlös in fünf Tagen kämen sonst je nach Operation auch Beträge von mehreren zehntausend Euro in einem ähnlichen Zeitraum zusammen.

Wegen Corona das Krankenhaus meiden: Leerstandsprämie reicht nicht auf Dauer

 „Das Konzept der Bundesregierung ging bisher zwar auf“, lobt Schulze, „vieles haben wir in Deutschland richtig gut gemacht“. Auf Dauer helfe die Prämie indes nicht. 

„Wir sind aus wirtschaftlichen Gründen auf die Patientenversorgung angewiesen und die Patienten aus gesundheitlichen Gründen auf uns.“ Grund Nummer eins für das Fernbleiben der Patienten ist laut Experten die Angst der Menschen, sich im Krankenhaus mit Corona anzustecken. Die sei aber völlig unbegründet, sagt Schulze. 

Wegen Corona das Krankenhaus meiden: Infektionsgefahr im Krankenhaus gering

„Die Corona-Patienten sind auf einer eigenen Station untergebracht. Sie werden dort von eigenem Personal betreut und es gibt einen eigenen Eingang.“ Dies gelte genauso für die Intensivstation: Auch dort seien die Patienten strikt getrennt. Zutritt gebe es nur durch eine Schleuse.

Schulze appelliert, Krankheitssymptome ernst zu nehmen. Erster Ansprechpartner sei immer der Hausarzt. Bei schwerwiegenden und lebensbedrohlichen Beschwerden der Notruf 112. 

„Wir sehen, dass in der Corona-Zeit die behandelten Herzinfarkte und Schlaganfälle zurückgegangen sind“, sagt Schulze. Es sei jedoch viel gefährlicher, solche Symptome zu ignorieren, als beim Arzt oder in einem Krankenhaus vorstellig zu werden. 

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