Coronavirus

Wegen der Coronakrise: 30 Millionen für die Firmen im Landkreis 

30 Millionen Euro haben Selbstständige und Unternehmen aus dem Schwalm-Eder-Kreis als Hilfen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereits seit der Coronakrise abgerufen.

Das teilen Kreissparkasse Schwalm-Eder (KSK) und VR Partnerbank auf HNA Anfrage mit. Weitere Millionen sind über VR-Banken wie Hessenland und Spangenberg/Morschen in den Landkreis geflossen.

Die Banken fungieren dabei als Dienstleister. Nur bei der KSK und der VR Partnerbank waren es etwa 300 Anträge, die bearbeitet wurden. Mit drei Programmen unterstützt die Bundesregierung die Wirtschaft auf Darlehensbasis. Die KfW übernimmt für die Banken ab Ende des Monats eine 100-prozentige Ausfallgarantie. Die Kredite haben daher einen vergleichsweise hohen Zinssatz von drei Prozent.

Michael von BredowSparkassen-Vorstand

Kleinstselbstständige konnten außerdem ein Ausfallgeld beantragen, dass nicht zurückgezahlt werden musste. Im Privatkundenbereich wurden zudem 600 Kredite gestundet. Ohne diese Hilfen, so ist sich Michael von Bredow, KSK-Vorstandsvorsitzender, sicher, wäre es um die heimische Wirtschaft schlechter bestellt. „Wir hatten großes Glück, dass viele Unternehmen in den zurückliegenden Jahren Speck angesetzt haben“, sagt von Bredow. Es seien aber erst wenige Wochen der Coronakrise vorüber. 

Steffen KördelVR-Bank-Vorstand

Bislang seien ihm zwar keine coronabedingten Insolvenzen bekannt. Gemeinsam mit Vorstandskollege Stefan Kördel von der VR Partnerbank befürchtet er aber eine zweite Welle. Zu befürchten sie, dass einigen Unternehmen die Puste ausgehe. Für Gastronomen sei die Lage bedrohlich. Den Unternehmen fehle die Liquidität. Das Unternehmenswachstum sei enorm zurückgegangen. Investitionen würden, so weit es geht, zurückgestellt, sagt von Bredow.

Mehr Beratung in der Krise

Auch wenn der persönliche Kontakt eingeschränkt bis unmöglich ist, nehmen Beratungen bei den heimischen Banken zu. Die Anrufzahlen bei der Kreissparkasse Schwalm-Eder (KSK) und der VR Partnerbank haben sich nach Angaben der Vorstände nahezu verdoppelt.

Hinzu kommen viele Beratungen per Videochat: „Unsere Stärke ist, auch im Digitalen persönlich zu sein“, sagt Stefan Kördel vom Vorstand der VR Partnerbank. Auch eine Kreditbeantragung laufe online.

Interessenten sollten sich frühzeitig melden, sagt Michael von Bredow, KSK-Vorstandsvorsitzender. Wer Geld benötige, solle nicht warten bis nichts mehr gehe.

Diese Programme gebe es in der Coronakrise für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die eigene Hausbank vermittelt diesen und zahlt das Geld aus.

Schnellkredit in der Coronakrise

Der wohl wichtigste Kredit in der Krise ist für notwendige Anschaffungen gedacht, kann aber auch für laufende Kosten beantragt werden. Der Kredit wird vom Bund zu 100 Prozent abgesichert. Das erhöht die Chance deutlich, einen Kredit zu bekommen. Wegen der Coronakrise sei keine Risikoprüfung durch die Bank nötig, sagt von Bredow.

Folgende Einschränkungen gibt es: „Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten erhalten maximal 500 000 Euro und Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten erhalten maximal 800 000 Euro“, sagt Ulrich Siebald, Sprecher der KSK.

Die Laufzeit wurde aktuell verlängert. Firmen haben jetzt bis zu zehn Jahre Zeit für die Rückzahlung. In den ersten zwei Jahren muss auch noch nicht getilgt werden. Der Prozentsatz liegt mit drei Prozent über den Marktbedingungen, so sichere sich die KfW ab.

Unternehmerkredit in der Coronakrise

Für größere Unternehmen, die länger als fünf Jahre am Markt sind, gibt es Summen bis 25 Prozent des Jahresumsatzes, maximal eine Milliarde Euro. Der Bund übernimmt auch hier einen Teil des Risikos.

Außerdem gibt es den Gründerkredit für junge Unternehmen, die mindestens drei Jahre am Markt sind.

Weitere Informationen

bei den Hausbanken. VR Partnerbank unter Tel. 05681/9990 oder Kreissparkasse unter Tel. 05661/7070

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