Auster Gestohlen

Weihnachtswunsch: Melsungerin vermisst geklaute Muschel vom Grab ihres Ehemannes

Nur einen Weihnachtswunsch: Eva Siemon aus Melsungen hofft, dass die vom Grab des Ehemannes gestohlene Austernmuschel wieder auftaucht. Sie ist eine Erinnerung an viele gemeinsame Sylt-Urlaube.
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Nur einen Weihnachtswunsch: Eva Siemon aus Melsungen hofft, dass die vom Grab des Ehemannes gestohlene Austernmuschel wieder auftaucht. Sie ist eine Erinnerung an viele gemeinsame Sylt-Urlaube.

Eva Siemon aus Melsungen wünscht sich so sehr, dass die große Austernmuschel, die vom Grab ihres Ehemannes geklaut wurde, zum Weihnachtsfest wieder zurückgebracht wird.

Melsungen – Vor ein paar Tagen hatte die 84-Jährige beim Besuch auf dem alten Friedhof entdeckt, dass die Muschel weg ist. Sie war ein Erinnerungsstück an viele schöne Urlaube auf Sylt, die die 84-Jährige mit ihrem Mann verbracht hat.

Seit Sommer lag die Muschel auf dem Grab. Eva Siemon hat sie von einem Sylt-Urlaub mit ihrem 18-jährigen Enkel nach Melsungen mitgebracht. Die beiden machten eine Kutterfahrt, bei der auch die Muschel ins Netz ging. Der Kapitän schenkte der Seniorin die handflächengroße Muschel. „Die nehmen wir mit nach Hause und legen sie dem Opa aufs Grab“, sagte Eva Siemon damals zu ihrem Enkel.

Muschel erinnert an gemeinsame Reisen

Heinz Siemon, der 40 Jahre lang für die HNA von den Sportplätzen der Region berichtet hat, liebte die Berge und das Meer. Hauptberuflich arbeitete er bei der Firma Bernecker in Melsungen. Nach seinem Ruhestand reiste das Ehepaar abwechselnd in die Berge oder nach Sylt.

Zuhause erinnern viele Mitbringsel an diese gemeinsamen Urlaube. Eine Erinnerung ist beispielsweise eine kleine Austernmuschel, die Eva Siemon aus der Handtasche holt. Ihr Ehemann hatte sie vor 15 Jahren von Sylt mitgebracht – und klein die Jahreszahl 2004 auf die Innenseite notiert.

Die Austernmuschel, die wochenlang auf dem Grab, direkt vor dem Grabstein mit Heinz Siemons‘ Namen lag, ist aber viel größer. „Wer klaut eine Muscheln von einem Grab“, fragt Siemon. Für die Witwe hat die Muschel einen hohen ideellen Wert.

„Um gesegnete Weihnachten zu verbringen, bitte ich, die Muschel wieder hinzulegen.“ (Claudia Feser)

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