Weniger Plätze in Melsungens Kitas befürchtet

Proteste: Das Kinderförderungsgesetz war und ist umstritten. Das Bild zeigt einen Demonstrationszug im vergangenen Jahr in Homberg. Foto: Archiv

Melsungen. Das neue Kinderförderungsgesetz, kurz KiföG, hat weitreichende Auswirkungen auf Kinderbetreuungseinrichtungen, das wurde in der jüngsten Sitzung des Melsunger Parlaments deutlich.

Bürgermeister Markus Boucsein antwortete auf eine Anfrage der CDU zum Thema: Demnach müssen nach Ablauf der Übergangsregelung alle Betreuungseinrichtungen in Hessen mit Gruppenkonstellationen, die von den neuen gesetzlichen Grundlagen abweichen, ab dem 2. September 2015 eine neue Betriebserlaubnis erhalten.

Die Festlegung der Plätze und die Festlegung der zu betreuenden Altersgruppe erfolgt nach Absprache zwischen dem Träger und dem zuständigen Jugendamt. Wie Boucsein erklärte, werde mit dem Jugendamt des Schwalm-Eder-Kreises derzeit erörtert, welche Auswirkungen die neuen gesetzlichen Grundlagen und Vorgaben auf die Einrichtungen haben. „Es ist damit zu rechnen, dass in nahezu allen Einrichtungen weniger Kapazitäten sowohl im U3-Bereich als auch im Kindergartenbereich zur Verfügung stehen werden“, sagte der Bürgermeister. „Bereits zum heutigen Zeitpunkt steht fest, dass sich die bisherige Anzahl von 32 U3-Plätzen bei dem Verein KidS erheblich reduzieren wird.“

Was die Zahl der Erzieherinnen angeht, stünden die Träger vor einer großen Herausforderung. Wie der zuständige Verwaltungsbeamte Matthias Will von der Stadt Melsungen auf Anfrage erklärte, ändere sich vieles. Dass für festgelegte Gruppengrößen Fachpersonal vorgehalten werden könne, sei künftig nicht mehr möglich.

Wie Boucsein erklärte, gelte bereits seit 1. Januar 2014 eine kind- statt wie früher einer platzbezogene Förderung. Ab 2. September 2015 greife die Neuregelung für die personelle Ausstattung einer Betreuungseinrichtung. Je jünger das betreute Kind und je länger die vertragliche Betreuungszeit, umso höher die jährliche Förderung. In den Einrichtungen der Kindertagesstätte Am Schloth, der Kath. Kirchengemeinde sowie bei den Vereinen KidS und KiM sind reine Krippengruppen eingerichtet. In allen übrigen Einrichtungen sowie zusätzlich in der Kindertagesstätte Am Schloth und der Kath. Kirchengemeinde werden U3-Kinder in altersübergreifenden Gruppen gemeinsam mit Kindern über drei Jahren betreut. Die Gruppengröße ist nach dem KiföG abhängig von der Anzahl der in jeder Gruppe aufgenommenen U3-Kinder und Integrationskinder, da diese einen höheren Berechnungsfaktor haben, erklärte der Bürgermeister. (zal)

Aktuelle Belegungszahlen: 

Die aktuellen Belegungszahlen und freien Plätze der Einrichtungen (Stand: November 2014):

• Kindergarten Bachfeld: 86 Kindergartenkinder, davon 10 U3-Kinder (10 freie Plätze); Kindertagesstätte Am Schloth: 74 Kindergartenkinder, davon 11 U3-Kinder und 18 Hort-Kinder (1 freier Platz); Kindergarten Kasseler Straße: 30 Kindergarten-Kinder, davon 3 U3-Kinder (kein freier Platz); Kindergarten Röhrenfurth: 40 Kindergartenkinder, davon 5 U3-Kinder (5 freie Plätze); Ev. Kindergarten Lutherhaus: 77 Kindergartenkinder, davon 8 U3-Kinder (8 freie Plätze); Ev. Kindergarten Kutschengraben: 85 Kindergartenkinder, davon 6 U3-Kinder und 26 Hortkinder (13 freie Plätze); Integrative Kath. Kindertagesstätte: 92 Kindergartenkinder, davon 9 U3-Kinder (6 freie Plätze); KidS: 32 U3-Kinder (3 freie Plätze); KiM: 20 U3-Kinder (kein freier Platz).

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