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Interview zum bewussten Umgang mit Smartphones

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Von: Barbara Kamisli

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Hat ein neues Buch geschrieben: Die Melsungerin Johanna Katzera lebt mittlerweile auf Sylt und bietet Achtsamkeitsseminare an.
Hat ein neues Buch geschrieben: Die Melsungerin Johanna Katzera lebt mittlerweile auf Sylt und bietet Achtsamkeitsseminare an. © sina Hoyer

Die Melsungerin Johanna Katzera hat ein Buch veröffentlich, in dem es um den achtsamen und bewussten Umgang mit Smartphones. Im Interview sprach sie darüber, was es mit uns macht, wenn das Digitale zu viel Raum einnimmt und gibt Tipps, wie es gelingen kann öfter mal eine Pause einzulegen.

Melsungen – Dort schnell eine Nachricht, hier kurz ein Anruf und zwischendurch das Wetter checken, Sprachnachrichten abhören, Katzenfutter bestellen und den Post der Freundin liken. Smartphones sind nicht nur praktisch, sondern wenn man nicht aufpasst auch enorme Zeitfresser. Fürs neue Jahr nehmen sich viele Menschen vor, alte Gewohnheiten abzulegen oder Dinge bewusster anzugehen. Warum sich das auch für den Umgang mit dem Smartphone lohnen kann, darüber sprachen wir mit Johanna Katzera. Die 37-jährige Melsungerin arbeitet als Gesundheitscoach auf Sylt, bietet Achtsamkeitsseminare an und hat gerade ein Buch zum Thema veröffentlicht.

Frau Katzera, sind Smartphones eher Segen oder Fluch?

Ich bin auf keinen Fall jemand, der Smartphones verteufelt. Sie sind wunderbare Hilfsmittel und helfen uns, uns miteinander zu vernetzen. Allerdings ist es wichtig, dass wir uns bewusst machen, wie und wann wir sie nutzen. Sonst rutschen wir schnell in eine Daueralarmbereitschaft.

Inwiefern ist das problematisch?

Ein Smartphone kann auch zu einer totalen Entgrenzung im negativen Sinne führen. Die Phasen von Entspannung und Anspannung geraten aus dem Gleichgewicht, wenn wir keine Pausen mehr haben. Das macht etwas mit uns.

Was denn zum Beispiel?

Der Stress erreicht ein Grundlevel und so, wie wir unsere Geräte nicht mehr herunterfahren, schaffen wir es nicht mehr, den Stress abzubauen. Auch die Fähigkeit, sich auf etwas längere Zeit zu konzentrieren, lässt nach, wenn wir uns mit dem Griff zum Handy immer wieder herausreißen aus einer Tätigkeit. Der Schlaf, der eigentlich zur Regeneration dienen soll, leidet. Es entwickelt sich eine regelrechte Spirale. Denn wer schlecht schläft, hat auch Schwierigkeiten sich zu konzentrieren.

Würden Sie sagen, da hat sich die Technik schneller entwickelt, als wir unser Verhalten und den Umgang damit anpassen konnten?

Durch ständige Verfügbarkeit werden wir ins Außen gezogen – in die Welt und die Leben der anderen – und verlieren dadurch die Achtsamkeit und das Bewusstsein für uns selbst. Das ist es, worauf ich auch mit meinem Buch aufmerksam machen möchte. Wenn das Digitale immer mehr Platz einnimmt, rückt das Analoge in den Hintergrund. Dabei sind es die direkten Begegnungen und Gespräche, die glücklich machen.

Welche Möglichkeiten gibt es, der Spirale zu entkommen?

Das eigene Verhalten nachhaltig zu verändern, ist sehr schwer – aber möglich. Ein Anfang ist, sich klar zu machen, wann und wofür ich mein Smartphone nutze. Jeder muss für sich überlegen, ob das in der Situation gerade wichtig ist oder welchen Vorteil die Nutzung bringt. Es hilft sicher auch, sich klar zu machen, dass viele Anwendungen so konzipiert sind, dass wir möglichst viel Zeit damit verbringen. (Barbara Kamisli)

Das Buch: Johanna Katzera –Achtsam oder abgelenkt? Über die Anziehung digitaler Medien und den Wert unserer Aufmerksamkeit Weitere Infos und Bestellmöglichkeit auf einfachachtsam.de/buecher. Erhältlich auch im Kurhessenlädchen und in der Brückenbuchhandlung Melsungen, 151 Seiten, 14.90 Euro.

Johanna Katzera hat drei Tipps, die dabei helfen, öfter mal das Smartphone liegen zu lassen:

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