So werden B.Braun-Mitarbeiter auf den Auslandsaufenthalt vorbereitet

Sie kümmert sich um die internationalen Angestellten: Alexandra Böse ist Leiterin für die Internationale Entsendungen. Foto: Holscher

Melsungen. Wer darf als erster die Visitenkarte in Japan übergeben? Wer in ein anderes Land zieht, lernt meist erst mit der Zeit, welche Unterschiede es im Umgang im täglichen miteinander gibt.

In Japan übergibt meist der „Ranghöhere“ die Karte zuerst. „Es gibt schon ein paar Dinge, die man beachten muss“, sagt Dr. Jürgen Tertel, Personalleiter International. Deshalb werden die „Entsendungen“, wie die Arbeit eines Mitarbeiters im Ausland über einen längere Zeit genannt wird, akribisch vorbereitet. Da kommt unter anderem Alexandra Böse, Leiterin der internationalen Entsendungen, ins Spiel.

Die Zahl der Einsätze der Mitarbeiter in den 61 Ländern, in denen das Unternehmen vertreten ist, steigt. Das können kürzere Zeiträume sein, wie 90 Tage, ein Jahr oder bis zu fünf Jahre. Dabei geht es vor allem um den Wissenstransfer zwischen Standorten. Die meisten der deutschen Mitarbeiter gingen nach Malaysia oder China. Beliebt seien auch Barcelona, Wien, Prag. „Jakarta und Hanoi sind dagegen nicht jedermanns Sache“, sagt Dr. Jürgen Tertel.

Damit die Arbeit erfolgreich verläuft, müssten Mitarbeiter und auch die Familie gut vorbereitet werden, sagt Alexandra Böse. „Die Familie ist wichtig, damit das Vorhaben funktioniert“, sagt die 41-Jährige.

Neben ihr sind weitere 24 Mitarbeiter in dem Bereich dafür zuständig.

Das Interkulturelle Training sei als Vorbereitung für den Auslandsaufenthalt nur ein Aspekt. Sprachkurse - auch für die Familie - stünden, wenn nötig, ebenfalls auf dem Programm.

Daneben unterstützt Böse die Familie beim Finden einer Schule im Ausland, die zum Beispiel zweisprachigen Unterricht anbietet. „Ich bin Schnittstelle und Ansprechpartner“, sagt sie. Aktuell betreut sie 200 Mitarbeiter, die im Ausland eingesetzt sind - also auch Angestellte, die nach Deutschland kämen.

Und natürlich sollen dem Mitarbeiter später keine Nachteile durch den Auslandsaufenthalt entstehen. Heißt im Umkehrschluss: B. Braun zahlt Sozialabgaben, etwa an die Rentenversicherung, weiter ein, auch wenn der Mitarbeiter im Ausland ist. „Wir stellen, wenn nötig, auch die Hilfe eines Steuerberaters zur Verfügung.“

Bevor der Aufenthalt beginnt, steht häufig eine Reise in das jeweilige Land an. Es käme dabei durchaus vor, dass die Leute ihre Entscheidung revidierten. „Wenn eine Entsendung im Land dann scheitert, ist es wesentlich schlimmer, als wenn sie nicht stattgefunden hätte.“

Böse selbst hat die Arbeit mit internationaler Ausrichtung gereizt. So ließ sie sich 1994 zur Fremdsprachenkorrespondentin ausbilden und arbeitete dann in mehreren Maschinenbauunternehmen im Vertriebsdienst. Nebenbei begann sie berufsbegleitend Betriebswirtschaft zu studieren.

Nach ihrem Abschluss bewarb sie sich bei B. Braun, wo sie im April 2012 zu arbeiten begann. Die Abwechslung an der Arbeit macht ihr Spaß: „Auch nach über zwei Jahren habe ich noch längst nicht alles gesehen.“

Von Max Holscher

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