Marktbeschicker kritisieren Stadt Melsungen

Wieder Ärger wegen Wochenmarkt

Inge Koerhuis (links) verkauft Gemüse an Marion Eisenhuth aus Oberbeisheim beim Wochenmarkt Melsungen
+
Beliebter Wochenmarkt: Im Bild von links Verkäuferin Inge Koerhuis und Marion Eisenhuth aus Oberbeisheim.

In Melsungen gibt es schon wieder Diskussionen um den Wochenmarkt – weil der Markttag in der kommenden Woche auf Heiligabend fällt.

Melsungen – Nach Mitteilung von Bürgermeister Markus Boucsein hat der Magistrat entschieden, dass der Markt von Donnerstag, 24. Dezember, auf Mittwoch, 23. Dezember, vorverlegt wird. Das Problem: Mit den Marktbeschickern hat niemand gesprochen.

Die Marktbeschicker

Am Mittwoch, 23. Dezember, kann ein Großteil der Marktbeschicker nämlich nicht nach Melsungen kommen, weil sie mittwochs auf anderen Märkten stehen, sagt beispielsweise Joachim Gundelach. Er verkauft seit vier Jahren donnerstags Obst und Gemüse auf dem Melsunger Wochenmarkt – und mittwochs in Vellmar. Er habe zwar einen Ersatzwagen, den er mit seinen Waren bestücken und in Melsungen am Mittwoch aufstellen könnte, „aber ich habe nicht genug Personal, meine Mitarbeiter brauche ich an dem Tag beim Markt in Vellmar.“

„Es ist unverständlich, dass das ohne Absprache mit den Betroffenen entschieden worden ist“, sagt Gundelach. Dass der 24. Dezember ein Donnerstag ist, habe man doch schon viel früher gewusst. Stattdessen seien die Marktbeschicker erst am vergangenen Freitag per E-Mail über die Magistratsentscheidung informiert worden.

„In anderen Gemeinden ist es ganz normal, dass man vorher angerufen wird“, sagt Gundelach und gibt ein Beispiel aus Kassel: Etliche Melsunger Marktbeschicker stehen auch freitags auf dem Wehlheider Markt. Weil Freitag, 25. Dezember, ein Feiertag ist, wurden die Marktbeschicker frühzeitig in eine Lösungsfindung eingebunden. Ergebnis: Der Wehlheider Markt wird auf Dienstag vorverlegt. Gundelach sagt: „Wenn der Stadt Melsungen der Markt wichtig ist, dann muss sie auch was dafür tun.“ Die Marktgemeinschaft werde dem Magistrat einen Brief schicken, in dem sie fordern, künftig eingebunden zu werden, bevor marktrelevante Sachen entschieden werden. In der Melsunger Marktsatzung steht, dass ein Markttag vorverlegt wird, wenn er auf einen Feiertag fällt. „Heiligabend ist aber ein halber Arbeitstag“, sagt Gemüsebauer Gundelach. „Wir sind wie vor den Kopf gestoßen.“

Die Stadt

Warum findet der Markt nicht am 24. Dezember statt? Bürgermeister Boucsein sagt auf HNA-Anfrage, dass die Mitarbeiter der Stadt Weihnachten und zwischen den Jahren Urlaub hätten, und die Stadt nur im Notbetrieb besetzt sei. „Und wir müssen unseren Mitarbeitern Rechnung tragen. Deshalb könne ein Markt am 24. und zwischen den Jahren nicht stattfinden, weil es kein Personal gebe.

Laut Bauhofleiter Christian Schürholz, der sich um den Wochenmarkt kümmert, sind bei einem Wochenmarkt drei Mitarbeiter des Bauhofs jeweils maximal drei Stunden mit Auf- und Abbau beschäftigt. Die Sperrungsschilder müssen aufgestellt, die Mülleimer gereinigt, die Kabelsicherungsmatten verlegt und die Stromkästen an- und abgeschlossen werden.

„Wir würden sogar einen Notfallplan anbieten“, sichert Gundelach zu. Die Marktbeschicker hätten gute Kontakte zu einem Sicherheitsunternehmen, das die Maskenpflicht kontrollieren könnte, und den Auf- und Abbau könnten die auch organisieren. (Claudia Feser)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.