Sein Favorit ist Schweden

Jonathan Hellis aus Fuldabrück drückt beim WM-Spiel Schweden die Daumen 

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Hält heute Abend zu Schweden: Jonathan Hellis wurde in dem skandinavischen Königreich geboren. Er wohnt in Fuldabrück, dort spielt er auch Fußball im Verein.

Melsungen/Fuldabrück. 1:0 für Schweden lautete das Ergebnis des WM-Spiels heute Abend, wenn es nach dem Wunsch von Jonathan Hellis ginge.

Auch wenn all seine Fußballfreunde aus dem Verein der SG Dennhausen/Dörnhagen heute Abend beim gemeinsamen Fußballgucken der Deutschen Mannschafft die Daumen drücken, wird er trotzdem jubeln, wenn Schweden ein Tor erzielt. „Es macht mir nichts aus, als einziger zu Schweden zu halten. Mein Herz gehört meiner Heimat und auf die bin ich stolz.“

Der 25-Jährige wurde in Schweden geboren. Mit fünf Jahren kam er mit seinen Eltern nach Deutschland und wuchs in Malsfeld auf. Jetzt wohnt er mit seiner Freundin in Fuldabrück und arbeitet bei B. Braun in Melsungen. Sein Vater ist gebürtiger Schwede, seine Mutter Deutsche. „Sie hält aber trotzdem zu Schweden“, verrät der 25-Jährige.

Der Fußballsport sei in Schweden deutlich weniger populär als in Deutschland. „An erster Stelle steht bei uns der Eishockey. Da sind wir einfach besser als im Fußball“, gesteht Hellis lachend.

Trotzdem träfen sich auch die Schweden zum Public Viewing der Spiele. Das skandinavische Land habe viele amerikanische Züge. So gebe es beispielsweise zahlreiche Sportsbars, in denen die WM-Spiele übertragen werden, erzählt Hellis. Eigentlich hatte Hellis der schwedischen Mannschaft nicht allzu große Chancen für einen Sieg ausgerechnet, jetzt aber, nach dem Sieg gegen Südkorea ist er zuversichtlich. Ein kleines 1:0 könne schon drin sein.

Trotzdem: „Die Deutschen haben wesentlich mehr Erfahrung in Sachen WM.“ Die schwedischen Spieler seien sehr jung. „Und uns fehlt Zlatan Ibrahimovic. Er war der beste Spieler.“ Die deutsche Pleite gegen Mexiko wertet Hellis eher als Ausrutscher.

 „Die Deutschen hatten in den Vorrunden doch schon häufiger Aussetzer.“ Nach Schweden fährt Jonathan Hellis regelmäßig mit seiner Familie. In knapp zwei Wochen steht die nächste Reise für den Verwandtenbesuch an. In Norrbotten nahe des Grenze zu Lappland hat die Familie ein Ferienhaus. „Dort bin ich sehr gern.“

Entspannte Schweden

Der größte Unterschied zwischen den Schweden und den Deutschen? „Die Entspanntheit“, sagt Hellis, der einen älteren Bruder hat. „Die Leute in Schweden sind wesentlich lockerer. Da fragt man nicht, ob man jemanden duzen darf. Man macht es einfach.“ Die Entspanntheit spiegele sich auch in der Landschaft wieder. Schweden ist 100 000 Quadratmeter größer als Deutschland, hat aber nur knapp zehn Millionen Einwohner – Deutschland mehr als achtmal so viele. „Deshalb wollte ich auch hier ländlich wohnen“, begründet der 25-Jährige, warum er von Kassel nach Fuldabrück gezogen ist.

Das Spiel heute Abend wird er mit seinen Fußballjungs im Vereinsheim in Dennhausen anschauen. Toi toi toi oder Lycka till, wie es auf schwedisch heißt. 

Zur Person 

Jonathan Hellis (25) wurde in Schweden geboren, kam mit fünf Jahren nach Deutschland und wuchs in Malsfeld auf. Sein Vater ist Schwede, seine Mutter Deutsche. Der 25-Jährige besucht die Gesamtschule Melsungen und arbeitet nun seit sechs Jahren bei B. Braun als Facharbeiter der Sparte Medical. Mit seiner Freundin wohnt er in Fuldabrück. Hellis spielt Fußball bei der SG Dennhausen/Dörnhagen und arbeitet in seiner Freizeit gern handwerklich. Erst neulich hat er aus einem Klavier eine Bar gebaut. 

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