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Regina Blackert koordiniert die Arbeit im Hospizdienst im Melsunger Land

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Von: Christine Thiery

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Neu im Amt: Die dritte Koordinatorin des Hospizdienstes Regina Blackert will die Hospizarbeit fördern und mehr in die Öffentlichkeit bringen.
Neu im Amt: Die dritte Koordinatorin des Hospizdienstes Regina Blackert will die Hospizarbeit fördern und mehr in die Öffentlichkeit bringen. © Christine Thiery

Menschen ein Leben in Würde bis zuletzt zu ermöglichen, ist ihr ein großes Anliegen.

Melsungen –Regina Blackert ist die neue Koordinatorin des Hospizdienstes Melsunger Land. Damit wuchs das Organisationsteam um eine weitere Person. Neben Petra Hochschorner der Gründerin und Bärbel Hamenstädt kümmern sich nun drei Frauen um die Organisation des inzwischen 60 ehrenamtliche Mitarbeiter umfassenden Hilfsdienstes.

27 Jahre im Melsunger Krankenhaus

Die 51-Jährige besetzt das Büro in Melsungen mit einer halben Stelle. Die andere Zeit arbeitet sie halbtags in der Klinik in Hessisch Lichtenau im Querschnittszentrum als Intensivschwester. Diesen Beruf übt sie seit 30 Jahren aus. Davon war sie 27 Jahre im Melsunger Krankenhaus beschäftigt. Eine Weiterbildung im Palliativbereich 2016 und die Erfahrungen, die sie mit den Patienten sammelte, ermutigten sie sich beruflich weiter auszuprobieren.

Anfangs sei es ihre Motivation gewesen, den sterbenden Menschen und ihren Angehörigen in der Klinik mit mehr Fachwissen zu begegnen. „Ich finde es wichtig mit Menschen würdevoll ganz bis zum Schluss umzugehen.“ Die Auseinandersetzung damit war dann auch der Grund, warum sie sich auf die Stelle beim Hospizdienst bewarb, die sie nun seit drei Monaten ausfüllt. Es sei wichtig den Menschen zu helfen, mit dem Sterben umzugehen.

Die Angst nehmen

Es gelte ihnen die Angst davor zu nehmen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man diesen Weg gut gehen kann. Wichtig seien Zeit für Gespräche mit den Betroffenen und Angehörigen. Das Lebensende und Sterben von Verwandten und Freunden mache viele Menschen hilflos. Viele wüssten daher einfach nicht wie sich verhalten sollen.

In der Gesellschaft herrsche immer noch ein großes Tabu rund um dieses Thema. „Ich wünsche mir, dass mehr über den Tod gesprochen wird, damit die Menschen weniger Angst davor haben, sich dem Thema zu stellen und Schwerstkranke oder Sterbende besuchen und ihnen ihre Zeit schenken.“

Sterbebegleitung könne man lernen. Der Hospizdienst bietet dazu eigens Kurse für Angehörige, wie den Letzten Hilfe Kurs an. Zu Regina Blackerts neuen Aufgaben gehört auch die Schulung der ehrenamtlichen Hospizbegleiter. Alle absolvieren einen 100 stündigen Kurs. „Meine Hauptaufgabe ist es aber zu erfahren womit wir die zu begleitenden Menschen und deren Angehörigen unterstützen können.“ Dann vermittelt sie die passenden Mitarbeiter. Diese besuchen die Menschen je nach Bedarf, mal über Tage mal über Wochen, manchmal sogar über Jahre hinweg.

Weiter vernetzt sie Einrichtungen wie Pflegeheime, Krankenhäuser und Ärzte oder Palliativteam und bringt das Thema und den Verein in die Öffentlichkeit, wie bei diesem Termin. Regina Blackert ist gebürtig aus Melsungen, und lebt dort auch noch. Sie ist geschieden und hat zwei erwachsene Töchter. In ihrer Freizeit ist sie sportlich und man trifft man sie schon mal im Sommer am See beim Stand up Paddeln oder im Winter beim Skifahren.

(Christine Thiery)

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