Zwischen Videochat und Abschlussprüfung

Neue Regeln bedeuten für weiterführende Schulen im Kreisteil Melsungen organisatorischen Aufwand

„Distanzunterricht ist anstrengend“, sagt der Schulleiter der Geschwister-Scholl-Schule in Melsungen Dirk von Sierakowsky.
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„Distanzunterricht ist anstrengend“, sagt der Schulleiter der Geschwister-Scholl-Schule in Melsungen Dirk von Sierakowsky.

Die ersten Schultage nach den Winterferien starteten für die weiterführenden Schulen mit einigen Herausforderungen. Distanzunterricht per Videochat und Präsenzunterricht für die Abschlussklassen – laut Lehrern an Melsunger und Spangenberger Schulen sei das eine doppelte Belastung.

Melsungen - An der Integrierten Gesamtschule in Guxhagen lief der erste Tag im neuen Schulhalbjahr gut, wie Schulleiter Hans-Jürgen Werner mitteilt.

Die Schüler in den Abschlussklassen werden in der Schule unterrichtet und auf ihre Abschlussprüfungen vorbereitet. Die fünften und sechsten Klassen der IGS sind zum größten Teil im Homeschooling. Nur etwa zwölf Prozent der Fünf- und Sechstklässler sind im Präsenzunterricht vor Ort.

Die Schulaufgaben werden über das Schulportal den Schülern zur Verfügung gestellt. Der Unterricht findet zum Teil in Videokonferenzen statt, dies sei für die Lehrer aber nicht verpflichtend, wie Werner sagt. Denn die nutzen ihre eigenen Laptops im Homeoffice, denn die Schule könne die Lehrer nicht mit technischen Geräten ausstatten. Deshalb sei es wichtig, dass die Schüler selbstständig arbeiteten. Trotzdem lasse man sie nicht alleine: „Die Kollegen sind dazu aufgefordert, ausreichend Kontakt zu den Schülern zu halten“, betont Werner. Zudem seien die Lehrer aktuell doppelt belastet: Für die Abschlussklassen brauche man ausreichend Personal, aber auch der Distanzunterricht soll so gut wie möglich ablaufen.

An der Gesamtschule Melsungen sei man auf den Distanzunterricht ab den siebten Klassen vorbereitet gewesen, wie Schulleiter Dr. Matthias Bohn sagt. Eine Lehrer-AG an der Schule habe dazu beigetragen, dass der digitale Unterricht per Videochat und dem Schulportal funktioniere. „Der Distanzunterricht kann den Präsenzunterricht aber nicht ersetzen“, betont Bohn. Die Schüler in bis zu 15 Fächern digital zu unterrichten sei ebenfalls eine große Herausforderung, der man sich aber stelle, so Bohn weiter. An der Gesamtschule werden derzeit rund zehn Prozent der Schüler in den Jahrgängen fünf und sechs vor Ort unterrichtet. Die insgesamt fünf Abschlussklassen seien auf größere Räume aufgeteilt worden, damit die Abstandsregeln eingehalten werden könnten.

Die Lehrer am Geschwister-Scholl-Gymnasium bereiteten sich in der letzten Ferienwoche auf den Distanzunterricht vor. „Da bereits Schüler eines kompletten Jahrgangs in diesem Jahr in Quarantäne mussten, ist die aktuelle Situation nichts, was uns kalt erwischen könnte“, sagt Schulleiter Dirk von Sierakowsky. Trotzdem sei der Distanzunterricht für die Schüler und Lehrer anstrengend. Der Kontakt vor Ort zwischen Lehrern und Schülern sowie die Gespräche der Schüler untereinander sei enorm wichtig und dies fehle, sagt von Sierakowsky weiter. Die Lehrer unterrichten die Schüler aus den elften und zwölften Klassen im Distanzunterricht. Die Schüler des dreizehnten Jahrgangs werden vor Ort unterrichtet. Raumpläne wurden angepasst und größere Gruppen aufgeteilt, um die Abstandsregeln einzuhalten.

Zwei Realschulklassen und eine Hauptschulklasse befinden sich derzeit an der Burgsitzschule im Präsenzunterricht, dazu kommen 33 Schüler in den Jahrgängen fünf und sechs. Die Schüler der Abschlussklassen werden in geteilten Gruppen unterrichtet. „Es läuft gut“, sagt Schulleiterin Sieglinde Strieder. Gemeinsam mit dem Distanzunterricht sei es organisatorisch ein hoher Aufwand. Für die, die zuhause lernen werden die Plattformen Schulportal und BigBlueButton für Videokonferenzen genutzt.

In den Konferenzen werden laut Strieder Themen erklärt und die Schüler können Fragen stellen. Über das Schulportal erhalten sie Wochenpläne und Aufgaben, die sie selbstständig bearbeiten können. „Uns ist aber ganz wichtig, dass der persönliche Kontakt bestehen bleibt“, sagt Strieder. Deshalb stünden die Lehrer mit ihren Schülern über Telefon, Video und Chatnachrichten in Kontakt. Das funktioniere sehr gut.

Doch bei der Organisation von Distanzunterricht stecke der Teufel im Detail. Zum Beispiel müsse bedacht werden, wie die Schüler ihre Aufgaben erledigen können, ohne dass jedes Blatt ausgedruckt werden müsse. Schüler können gelöste Aufgaben abfotografieren oder als PDF hochladen. (Barbara Kamisli Und Natascha Terjung)

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