Blaulicht für medizinisches Personal

Melsungens Partnerstadt: So ist die Corona-Situation in Evesham

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Der Abbey-Park war bis zuletzt die einzige Möglichkeit, um draußen Freizeit zu gestalten. 

Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen weltweit. Wir werfen einen Blick auf die Situation in Melsungens Partnerstädten und -gemeinden.

Die Briten sind von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen: Über 230 000 Menschen haben sich dort bereits nachweislich mit dem Virus infiziert, knapp 33 000 Menschen starben infolge der Erkrankung.

Im englischen Evesham, einer Stadt mit etwas mehr als 22 000 Einwohnern und circa eine Autostunde von Birmingham entfernt im Westen des Landes gelegen, sind die Todeszahlen jedoch noch relativ gering, wie Frances Smith, Vorsitzende des Kreistags des Districts Wychavon und Mitglied im Städtepartnerschaftsverein, berichtet.

Corona in Großbritannien: In Evesham gab es schon Corona-Tote

„Wir haben hier drei oder vier Corona-Tote, doch wir sind nicht sicher, ob der Tod wirklich immer durch das Virus verursacht wurde“, sagt sie über die Situation in Melsungens Partnerstadt.

Smith erzählt, dass in der Stadt mit Ausnahme der Lebensmittelläden bis zuletzt alle Geschäfte geschlossen waren, darunter auch Restaurants, Kneipen und Friseure.

In den Schulen durften zuletzt nur Kinder mit sonderpädagogischen Bedürfnissen oder Kinder, deren Eltern einen Job im Gesundheitswesen haben, betreut werden. Allerdings: Die Regierung will alle Grundschüler noch vor den Sommerferien wieder zum Unterricht schicken. Ältere Schüler dürfen wohl erst ab September zurück zur Schule.

Smith berichtet, dass Banken in Evesham zuletzt täglich nur etwa zwei Stunden geöffnet waren. Zeitgleich durfte jeweils nur ein Kunde die Geschäftsräume betreten. Auch Kirchen seien noch nicht wieder geöffnet.

Corona in Großbritannien: Blaues Licht als Anerkennung für medizinisches Personal

„Einzig durch unsere Parks können wir spazieren. Auf unserem berühmten Glockenturm im Abbey Park haben wir eine neue Lichtanlage. Jeden Donnerstagabend wechselt die Beleuchtung zu blauem Licht, um den unermüdlichen, engagierten Einsatz von Pflegepersonal und Ärzten unseres Gesundheitswesens zu würdigen“, erzählt Smith.

Jeden Donnerstag um 20 Uhr geht sie gemeinsam mit Ehemann John, Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins, nach draußen in den gemeinsamen Garten, um für Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger zu applaudieren. Smith: „John hat sogar eine Trillerpfeife, in die er hineinpustet und Nachbarn hupen immer mit ihrem Auto.“ Eine Aktion, die seit einigen Wochen im ganzen Land durchgeführt wird. Sogar Prinz William hat vor seinem Haus schon anerkennend mitgeklatscht.

Corona in Großbritannien: Größere Zusammenkünfte in Evesham verboten

Wenn Smith das Haus verlässt, muss sie im öffentlichen Nahverkehr, in Geschäften und beengten Räumen eine Maske tragen. Momentan gehe sie jedoch lediglich zum Einkaufen nach draußen. Persönlichen Kontakt pflege sie aktuell nur zu ihren Nachbarn. „Mit denen unterhalten wir uns über die Mauer zwischen unseren Gärten, die uns mindestens auf vier Meter Abstand hält“, sagt sie. Größere Zusammenkünfte sind in Großbritannien ebenso verboten wie Konzerte und Sportwettkämpfe.

Mittlerweile hat Premierminister Boris Johnson – zwischenzeitlich selbst am Coronavirus erkrankt – erste vorsichtige Lockerungs-Maßnahmen angekündigt. So sollen ab Juni neben Schulen auch weitere Geschäfte schrittweise wieder öffnen können. Zudem ist seit vergangenen Mittwoch wieder Sport im Freien erlaubt, auch das Reisen innerhalb Englands lässt die Regierung zu. DieLockerungs-Maßnahmen gelten jedoch noch nicht für die britischen Landesteile Schottland, Wales und Nordirland.

„Nach den extrem strengen Vorgaben der letzten Zeit – viel strenger als in Deutschland – sind die ersten Lockerungen für uns schon eine große Erleichterung“, sagt Smith.

Hintergrund: Melsungens Partnerstädte und - gemeinden

Melsungen pflegt fünf Partnerschaften zu nationalen und internationalen Städten und Gemeinden. Bad Liebenstein in Thüringen ist die Partnerstadt, die von Melsungen am schnellsten zu erreichen ist. Internationale Freundschaften gibt es zudem zu Todi in Italien, Evesham in Großbritannien, Dreux in Frankreich und Koudougou in Burkina Faso. Das Besondere am Städtebündnis zwischen Melsungen und Koudougou: Die Afrikaner werden durch verschiedene Förderprogramme unterstützt. So haben etwa über 300 Melsunger Patenschaften für Kinder in Koudougou übernommen.

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