Leergefegter Ort in Italien

Melsungens Partnergemeinde: So ist die Corona-Situation in Todi

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Blick über die Dächer von Todi: Melsungens Partnergemeinde liegt auf einem Hügel über dem Tibertal in der Region Umbrien. 

Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen weltweit. Wir werfen einen Blick auf die Situation in Melsungens Partnerstädten und -gemeinden. Diesmal ein Lagebericht aus dem italienischen Todi.

In Italien wütet das Coronavirus besonders stark – über 220  000 Menschen haben sich dort bereits mit dem Virus infiziert, etwas mehr als 30 000 Menschen sind in Folge der Erkrankung gestorben.

Melsungens Partnergemeinde Todi, etwa 40 Autominuten südlich von Perugia in der Region Umbrien gelegen, ist von der Pandemie hingegen nicht so stark betroffen wie der Rest des Landes. „In Todi gab es bis zuletzt nur fünf Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden mussten“, sagt Ina Tollhopf vom Städtepartnerschaftsverein Melsungen. Der erste Fall sei am 16. März aufgetreten, mittlerweile seien jedoch alle Infizierten schon wieder genesen, Tote hätte es in Todi in Folge einer Corona-Erkrankung nicht gegeben. Tollhopf berichtet, dass es mindestens bis Ende April auch keine Neuinfektionen in der 16 000-Einwohner-Gemeinde gegeben hätte. Zum Vergleich: In der gesamten Region Umbrien waren bis zum 12. Mai 1419 Personen mit Corona infiziert, es gab 71 Todesfälle.

Corona in Italien: Vorsichtsmaßnahmen bestimmen Leben in Todi

Seit dem 10. März galt in ganz Italien eine Ausgangssperre – diese schränkte auch das Leben der Bewohner von Todi ein. Das Haus durfte nur für wichtige Gründe verlassen werde. Das Tragen von Maske und Handschuhen war Pflicht, Abstandsregeln mussten eingehalten werden. Lange Zeit hatten nur Lebensmittelläden, Apotheken, Tabak- und Zeitungshändler geöffnet. Seit dem 4. Mai versucht die Regierung, die vielen Einschränkungen im öffentlichen Leben schrittweise und unter hohen Vorsichtsmaßnahmen zu lockern. Bars und Restaurants wurden zum Teil schon wieder geöffnet, dürfen Speisen aber nur zum Abholen anbieten. In den Lokalen darf nicht gegessen werden. Erfüllen das verarbeitende Gewerbe, der Bausektor und der Großhandel die strengen Sicherheitsauflagen der Regierung, dürfen auch sie ihre Arbeit wieder aufnehmen.

Kein Mensch zu sehen: Der Piazza del Popolo in Todi, aufgenommen Ende April.

Sämtliche Lockerungen werden nur unter dem Vorbehalt genehmigt, dass die Infektionskurve nicht wieder ansteigt.

Große Teile des Einzelhandels, Bibliotheken und Ausstellungen können wohl ab 18. Mai wieder öffnen. Friseure und Kosmetiker sollen ab dem 1. Juni wieder Kunden begrüßen dürfen. Die Schulen bleiben dagegen wohl auch weiterhin geschlossen.

Corona in Italien: Todis Bürgermeister als Mutmacher

In Todi macht vor allem Bürgermeister Antonino Ruggiano Mut in der Krise. Jeden Mittag spricht er ab 12.45 Uhr live auf Facebook, informiert seine Einwohner so mithilfe des sozialen Netzwerks über die aktuelle Situation in deren Gemeinde und bestärkt sie, sich an die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zu halten. Die Liveschaltung kommt gut an: Bis zu 6000 Menschen verfolgen die Ansprachen täglich.

Marisa Giontella, Vertreterin des Städtepartnerschaftsvereins von Todi, wohnt außerhalb der Gemeinde. Als sie Ende April zum Einkaufen nach Todi gefahren ist, sei sie auch über den Piazza del Popolo – das normalerweise sehr belebte Zentrum Todis – gelaufen. „Seltsam dieser leere Platz, so wunderschön in der Aprilsonne und gleichzeitig ergreifend“, berichtet Giontella.

Hintergrund: Melsungens Partnerstädte und -gemeinden

Melsungen pflegt fünf Partnerschaften zu nationalen und internationalen Städten und Gemeinden. Bad Liebenstein in Thüringen ist die Partnerstadt, die von Melsungen am schnellsten zu erreichen ist. Internationale Freundschaften gibt es zudem zu Todi in Italien, Evesham in Großbritannien, Dreux in Frankreich und Koudougou in Burkina Faso. Das Besondere am Städtebündnis zwischen Melsungen und Koudougou: Die Afrikaner werden durch verschiedene Förderprogramme unterstützt. So haben etwa über 300 Melsunger Patenschaften für Kinder in Koudougou übernommen.

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