Begegnungsstätte

Melsunger Bahnhof ist der Beste Europas

Vor dem Melsunger Bahnhof: von links NVV-Projektleiterin Anette Blumberg, Architekt Johannes Fricke, Bauamtsleiter Martin Dohmann, NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch und Bürgermeister Markus Boucsein. Foto: Féaux de Lacroix

Melsungen. Nach einem langjährigen Um- und Ausbau ist der Melsunger Bahnhof jetzt mit dem European Rail Award als bester kleiner Bahnhof in Europa ausgezeichnet worden.

Geld gibt es dafür zwar nicht - aber immerhin eine Edelstahlplakette mit dem Titel „Bahnhof des Jahres“. Diese wurde am Donnerstag am Bahnhofsgebäude angebracht. Aus diesem Anlass kamen Vertreter der Stadt Melsungen, des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) und der für den Umbau verantwortliche Architekt Johannes Fricke zusammen.

„Dieser Bahnhof ist eine Begegnungsstätte geworden“, sagte NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch. „Darauf können die Melsunger stolz sein.“ Denn der Melsunger Bahnhof ist mehr als eine Anlaufstelle für Züge: Im historischen Empfangsgebäude sind auch die Volkshochschule und die Musikschule untergebracht, außerdem eine Bäckerei mit Café, ein Infoschalter des NVV und die DB Netz mit ihrem Stellwerksbetrieb. Das war auch ein Grund für die Jury, den Melsunger Bahnhof auszuzeichnen.

„Das Nutzungskonzept funktioniert“, stellte Melsungens Bürgermeister Markus Boucsein fest. Der Bahnhof werde so mit Leben gefüllt. Er dankte ausdrücklich dem Bauamtsleiter Martin Dohmann - schließlich sei der Bahnhof Dohmanns „Baby“. Er hatte den Umbau des Bahnhofs über die Jahre hinweg begleitet. „Es hat viel Spaß gemacht“, sagte Dohmann dazu. Boucsein betonte, wie wichtig es sei, dass sich die Fahrgäste am Bahnhof wohlfühlen - das trage zum positiven Bild der Stadt bei. Die Fahrgastzahlen jedenfalls zeigen, dass das Konzept für den Bahnhof aufgegangen ist: Mehr als 2200 Menschen steigen täglich in Melsungen an den Haltestellen Bahnhof und der Bartenwetzerbrücke ein und aus. Auch wegen dieses Erfolgs sollen weitere Regiotram-Stationen dazu kommen: Im Jahr 2016 die Haltestelle in Schwarzenberg, später dann die Haltestelle Melsungen-Süd, die derzeit nur als Wende- und Abstellanlage für Regiotrams genutzt wird.

Von Judith Féaux de Lacroix

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