Melsunger Tafel verteilt seit zehn Jahren Lebensmittel an Bedürftige

An einer Info-Tafel: von links für den Kirchenkreis Melsungen dankte Dekan Norbert Mecke Pia Hast und Katrin Herb. Foto: privat

Melsungen. Seit zehn Jahren bedient die Melsunger Tafel Menschen mit Lebensmittelspenden. Verteilen statt zu vernichten ist nur ein Ziel dabei.

KUNDENSTRUKTUR

Wie alle Tafelläden im Landkreis wurde die Melsunger Einrichtung in Trägerschaft des Diakonischen Werkes vor zehn Jahren gegründet. Dabei ist sie die kundenstärkste der vier Tafeln im Landkreis. „Unter den Kunden sind relativ viele Alleinerziehende“, sagt Pia Hast, ehrenamtliche Koordinatorin der Tafel. Wer Lebensmittel von der Tafel beziehen will, muss dazu berechtigt sein. Renate Schmelz nimmt neue Kunden auf und prüft deren Berechtigung, die von den Antragstellern nachgewiesen werden muss. Warum es gerade in Melsungen eine so starke Nachfrage nach Lebensmitteln gibt, dafür haben die Mitarbeiterinnen keine Erklärung, wo doch die Arbeitslosenquote gerade im Altkreis Melsungen eine der geringsten in Nordhessen ist. „Vielleicht liegt es daran, dass die Versorgung mit Lebensmitteln in Melsungen sehr gut ist“, sagt Barbara Schäfer, Sprecherin des Sortierteams.

LOGISTIK

Für die Melsunger Tafel sind derzeit etwa 80 Ehrenamtliche tätig und 45 Lebensmittelgeschäfte geben Ware zur Verteilung ab. Spender sind Lebensmittelgeschäfte, Bäcker, Metzger, Eierproduzenten, Großhändler und Discounter. Ehrenamtliche Mitarbeiter der Tafel holen die Lebensmittel zweimal pro Woche aus den Geschäften im Kirchenkreis Melsungen ab.

ALLTAGSGESCHÄFT

Damit es keine Warteschlangen an der Ausgabestelle gibt, werden viertelstündlich nur fünf Kunden hereingelassen, die in der Regel nicht nur für sich, sondern für ihre Partner, Familien oder Wohngemeinschaften die Ware in Empfang nehmen. Alle 14 Tage sind die Menschen berechtigt, Waren abzuholen. Wer nicht kommen kann, muss sich entschuldigen, geschieht dies nicht, wird der Kunde nach dem dritten Mal von der Liste gestrichen. Ganz umsonst ist die Ware nicht, Erwachsene zahlen zwei Euro. Dafür gibt es vieles in der Tafel, allerdings keinen Alkohol. Aus Kühlraum und Lagerregalen können die Kunden von Kartoffeln bis hin zu Fleisch- und Wurstwaren die Dinge beziehen, die für das tägliche Leben notwendig sind. „Die Kunden sind in der Regel sehr dankbar und erhalten auch das, was sie gerne haben möchten“, sagt Diakoniepfarrerin Margret Artzt, Pia Hast ergänzt: „Milch und Butter werden nicht in großen Mengen gespendet, da werden Familien mit Kindern schon mal bevorzugt“.

• Kontakt: Helfer, Spender und Sponsoren können Pia Hast ansprechen, Tel. 0157 / 83 09 41 59.

• Spenden: Kreissparkasse Schwalm-Eder, IBAN: DE28 5205 2154 0025 0336 06; BIC: HELADEF1MEG, Stichwort: Melsunger Tafel.

• Öffnungszeiten: Der Tafelladen am Schlothweg 3 hat dienstags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Gert Hirchenhain

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