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Landwirtschaftliche Gebäude brannten lichterloh: Dutzende Rinder, Kühe und Kälber gerettet

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Von: Helmut Wenderoth

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In Morschen entflammt ein Feuer auf dem Birkenhof. Die Feuerwehr rettet zahlreiche Tiere aus den Ställen.

Altmorschen – Zu einem Großbrand kam es Samstagmorgen (17. Dezember) auf dem Birkenhof bei Altmorschen. Ein Autofahrer, der auf der Bundesstraße 83 unterwegs war, hatte das Feuer um 7.25 Uhr entdeckt und gemeldet. Daraufhin wurde Großalarm für die Feuerwehren ausgelöst.

Die größte Sorge der Hofbesitzer galt den rund 80 Kühen, Rindern und Kälbern in den Stallungen. Die Kälber waren in dem brennenden Stall untergebracht. Sehr hilfreich war, dass die Bewohner der Nachbarhöfe sofort zur Hilfe eilten. Gemeinsam konnten die verängstigten Kälber aus dem brennenden Stallanbau getrieben und in zwei Hilfs-Pferchen auf dem Gelände untergebracht werden. Die restlichen Tiere konnten im Stall verbleiben, allerdings hatten auch hier die Landwirte auf dem Hof schon Notpferche aufgebaut, in die die Kühe, bei einer Brandausbreitung auf diese angrenzenden Ställe, getrieben werden können.

In Morschen bricht auf einem Hof ein Brand aus.
In Morschen bricht auf einem Hof ein Brand aus. © Helmut Wenderoth

Großbrand in Morschen: Feuerwehr verhindert Ausbreiten der Flammen

Als die Feuerwehr kurz nach dem Alarm an dem Birkenhof, der außerhalb der Ortslage von Altmorschen liegt, ankamen, brannten der obere Teil der die angebauten Stallungen und ein als Werkstatt genutzter Scheunenteil lichterloh. Einsatzleiter war der Gemeindebrandinspektor Thomas Deist. Da lief die Rettung der Tiere bereits, so dass sich die Feuerwehrleute auf das Löschen der meterhoch aus dem Gebäude schlagenden Flammen konzentrieren konnten. Deist: „Wir haben sofort eine Riegelstellung zu den anderen Stallgebäuden aufgebaut, um eine Brandausbreitung auf diese Teile, in denen noch Tiere untergebracht waren, zu verhindern. Durch den massiven Einsatz der Feuerwehr ist uns dies auch gelungen.“

An der Brandstelle waren über 70 Einsatzkräfte aller Feuerwehren aus Morschen und von der Freiwilligen Feuerwehr Melsungen die mit Drehleiter und einem Tanklöschfahrzeug ihre Kameraden unterstützen. Mit mehreren Strahlrohren und auch von der Drehleiter aus, wurden die Flammen bekämpft. Wegen der starken Rauchentwicklung war eine Brandbekämpfung nur unter Atemschutz möglich. Bei den Löscharbeiten wurden über 20 Atemschutzgeräteträger eingesetzt.

Morschen: Hoftankstelle bereitet Einsatzkräften Sorge

Eine große Gefahr bestand auch durch die hofeigene Tankstelle im hinteren Teil der brennenden Gebäude. Hier waren größere Mengen Kraftstoff, die zum Betanken der auf dem Hof eingesetzten landwirtschaftlichen Maschinen benötigt werden, gelagert. Aber auch hierauf konnte von den Einsatzkräften ein Feuerübergriff verhindert werden. Wie Deist sagte, gab es mit der Löschwasserversorgung keine Probleme. Außer aus dem Hydrantennetz konnte Wasser aus den beiden großen Zisternen, die mit 150 Kubikmeter Inhalt am Birkenhof und zusätzlich mit noch einmal 25 Kubikmeter am Lindenhof vorhanden sind entnommen werden. Von hier wurden Versorgungsleitungen zu den Angriffstrupps verlegt. Probleme bereiteten den Einsatzkräften die Temperaturen von Minus 8 Grad. Die enorme Kälte lies das Wasser auf den Wegen immer wieder gefrieren. Mit viel Streusalz wurden die Eisflächen abgestreut.

Einsatzkräfte haben nicht nur mit den Flammen, sondern auch mit den Witterungsbedingungen.
Einsatzkräfte haben nicht nur mit den Flammen, sondern auch mit den Witterungsbedingungen. © Helmut Wenderoth

An der Einsatzstelle waren auch der Brandschutzaufsichtsdienst mit Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar und Kreisbrandmeister Oliver Garde. Dittmar hob die sehr gute Arbeit der Einsatzkräfte hervor. „Wäre hier nicht so schnell und mit der Riegelstellung so umsichtig gearbeitet worden, hätte die Lage für die Tiere sehr bedrohlich werden können.“ Für eventuelle Notfälle war ein Rettungswagen des DRK Melsungen während der Löscharbeiten vor Ort. Bürgermeister Roland Zobel lobte besonders die Hilfsbereitschaft der Bewohner der umliegenden Höfe. „Sie haben dafür gesorgt, dass keines der Kälber zu Schaden kam.“

Nachbarn unterstützen Feuerwehr mit heißen Getränken

Die Hilfsbereitschaft der Mörscher kam auch den Feuerwehrleuten zu Gute. Von Beinhauers Hofladen und vom Lindenhof wurden den Einsatzkräfte heiße Getränke gebracht. Die Bewohner des, oberhalb der Brandstelle liegenden, Lindenhofes hatten außerdem für die Einsatzkräfte einen Raum zur Verfügung gestellt, wo sie sich aufwärmen und etwas regenerieren konnten. Besonders für die Atemschutzgeräteträger, die total verschwitzt aus dem Inneneinsatz kamen, eine sehr willkommene Stelle zum Umziehen und Aufwärmen.

Gegen 8 Uhr war der Brand soweit unter Kontrolle, dass mit den Nachlöscharbeiten begonnen werden konnte. Nach Angaben der Hofbetreiber wurden durch das Feuer keine Ernte- und Futtervorräte vernichtet. Lediglich der Stall- und der Werkstattanbau wurden ein Raub der Flammen. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen geht die Polizei von einem Schaden von mindestens 150 000 Euro aus. Zur Brandursache liegen noch keine Erkenntnisse vor. Ein technischer Defekt kann nicht ausgeschlossen werden. Das zuständige Kommissariat der Polizeidirektion in Homberg hat die Ermittlungen aufgenommen. (zot) 

Eine ungewöhnliche Ursache hatte ein Pkw-Brand im April. Das Feuer entstand auf der Kreisstraße zwischen Neumorschen und Konnefeld.

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