Bestattung unter Bäumen: Auf Altmorschener Friedhof soll ein Friedhain entstehen

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Es soll was passieren: Otto Wohlgemuth, Mitglied der Friedhofskommisson, der Erste Beigeordnete der Gemeinde Morschen Günter Görke und Friedhofskommissions-Mitglied Sabine Knobel (von links) stehen oberhalb des Rasen-Urnengrabfeldes, das in knapp zwei Wochen mit Bäumen bepflanzt werden soll.

Altmorschen. Es geht voran auf dem Friedhof in Altmorschen. Die Bäume sind bestellt und schon in knapp zwei Wochen sollen sie eingepflanzt werden. Dafür hoffen Gemeinde und Friedhofskommission auf die finanzielle und tatkräftige Unterstützung der Altmorschener. Denn die Kassen der Gemeinde sind leer.

„Trotzdem soll hier etwas passieren“, sagt Otto Wohlgemuth, der Mitglied der Friedhofskommission ist. Man wolle möglichst schnell viel von dem umsetzen, was die Altmorschener sich für ihren Friedhof wünschen. Der linke Teil des Friedhofs soll deshalb nach den Plänen von Dr. Thomas Büttner Schritt für Schritt neu gestaltet werden.

Spendenkonto bei der Gemeinde Morschen: Stichwort Friedhof Altmorschen
IBAN DE64500100600753741603, BIC PBNKDEFF

Im unteren Bereich hinter dem Ehrenmal können bereits jetzt Rasen-Urnengräber gekauft werden. „Der Zahl der Feuerbestattungen steigt“, sagt Wohlgemuth. In der Gesamtgemeinde Morschen läge sie bereits bei 60 Prozent. Im oberen Teil, wo sich das Urnengrabfeld befindet, soll laut Wohlgemuth ein Friedhain entstehen. „Wir wollen eine Flucht in den Friedwald verhindern“, sagt er.

Es sei den Menschen nicht egal, wie sie bestattet werden und ob sich Angehörige um die Grabpflege kümmern müssten, sagt Sabine Knobel, die ebenfalls in der Friedhofskommission ist. Die Rasengräber für Urnen seien pflegeleicht und kostengünstiger. Eine Steinplatte oder Stelle mit dem Namen des Verstorben erinnern an den Menschen, der dort begraben liegt. Rundherum wächst Gras, das von der Gemeinde gemäht wird. Günter Görke, Erster Beigeordneter der Gemeinde Morschen, wies in diesem Zuge auch darauf hin, dass unter Umständen eine Umbettung vom Urnengrabfeld im oberen Teil in ein Rasen-Urnengrab weiter unten möglich ist. Oft wird kritisiert, dass die Urnengräber dort oben schwer zugänglich seien.

Künftig wird neben den Rasen-Urnengräbern auch die Möglichkeit angeboten, sich in einem Friedhain bestatten zu lassen. Dafür werden im oberen Teil des Friedhofs Hainbuchen gepflanzt, unter denen die Urnen begraben werden. An einem zentralen Ort im Friedhain wird mit Namenstafeln an die Verstorbenen erinnert werden. Außerdem wird es eine Fläche zur Bestattung von Sternenkindern geben.

Im Rasen-Urnengräberfeld werden Winterlinden gepflanzt, außerdem soll es einen kleinen Platz mit einer Stele geben. Überall auf dem linken Teil des Friedhofs sollen Sitzgelegenheiten zum Trauern, Erinnern und Verweilen entstehen und neue Wege, die zu den einzelnen Bereichen führen. „Der Friedhof soll auch ein Ort der Begegnung sein“, sagt Wohlgemuth.

Die 3000 Euro für die Anschaffung der Bäume sollen laut Wohlgemuth über Spenden finanziert werden.  Außerdem lädt er die Altmorschener für Samstag, 22. November, ab 10 Uhr zu einer Pflanzaktion ein.

Von Barbara Kamisli

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