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Christian Darrmann ist neuer Förster in Morschen

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Christian Darrmann freut sich auf die Herausforderungen im Mörscher Revier.
Christian Darrmann freut sich auf die Herausforderungen im Mörscher Revier. © William Abu El-Qumssan

Wie ist es möglich, eine fast 1900 Hektar große Fläche kennenzulernen? Vor dieser Frage stand Christian Darrmann, als er die Leitung des Forstreviers Morschen übernahm.

Morschen – Der 34-Jährige kommt gebürtig aus Berlin – und hat nun im nordhessischen Mittelgebirge eine neue Heimat gefunden.

„Heutzutage gibt es digitale Möglichkeiten, sich mit dem Revier vertraut zu machen“, sagt Darrmann. Es gibt ein Programm, das Darrmann als „Google-Maps für Förster“ beschreibt. Darauf ist so gut wie alles Wissenswerte festgehalten – Artenbestände, Daten zu Baumarten und vieles mehr.

„Aber nicht zu ersetzen ist natürlich die Zeit im Wald“, sagt der 34-Jährige. „Dabei heißt es vor allem: viel laufen – und das am besten abseits der Wege.“ Damit er sich nicht verläuft, gibt es die Orientierungskarten für die Förster auch als App auf dem Smartphone. „Weil das Ganze über GPS läuft, funktioniere es auch gut ohne Handy-Netz. „Ich kann nur erahnen, wie das vor der Digitalisierung abgelaufen sein muss“, sagt Darrmann und lacht. Der ehrgeizige Förster will möglichst schnell die Phase überwinden, in der ihm noch viele Ecken des Mörscher Reviers unbekannt sind.

Darrmann kommt aus dem Nordwesten Berlins und war dort auch schon als Kind viel in der Natur, so zum Beispiel am Tegler See. „Ich habe aber schon früh gemerkt, dass Großstadtleben für mich auf Dauer nichts ist.“ An der Universität Göttingen studierte er nach ein paar Jahren bei der Bundeswehr Forstwissenschaft. „Ich habe mich quasi in Richtung Nordhessen herangetastet“, sagt Darrmann, denn seine einjährige Anwärterzeit verbrachte er im Reinhardswald bei Hofgeismar.

„Diese Zeit war unfassbar wertvoll für mich. Dort habe ich gelernt, Verantwortung zu übernehmen.“ Als er dann die kommissarische Leitung des Mörscher Nachbarreviers Alheim übernahm, sei es zunächst ungewohnt gewesen, ganz allein durch den Wald zu gehen. „Wen frage ich denn jetzt, ob ich alles richtig mache?“, sagt er schmunzelnd.

So ganz allein ist der Förster auch jetzt nicht, auch wenn er es genießt, in dem Beruf als Förster „sein eigener Herr zu sein“. Günter Heinzeroth, sein Vorgänger, steht ihm bei Fragen mit gutem Rat zur Seite. „Und ich habe von ihm ein toll gepflegtes Revier übergeben bekommen“, sagt Darrmann. An dem Revier hätten ihm schon in der Stellenausschreibung die vielen Hügel zugesagt. „Dass mich mein Job fit hält, schätze ich sehr.“

Was das Revier für ihn besonders macht, ist die Biotopvielfalt. Dazu zählt auch das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet – kurz FFH – bei Konnefeld. Dort wurde als Ausgleich für den Bau der Bahntrasse ein Nebenarm der Fulda renaturiert. Das Ergebnis: ein Kleinod mit einer großen Artenvielfalt, darunter „Eisvögel, Weißstörche, Rotmilane und einer Vielzahl an Amphibien“.

Darrmann sagt, er habe noch keinen Förster kennengelernt, der nicht einen Ort in seinem Revier hat, der ihm heilig ist. Welcher sein Lieblingsort sein wird, werde sich schon bald zeigen. „Ich denke, nach so etwa einem Jahr lässt sich das schon ganz gut einschätzen.“ (William Abu El-Qumssan)

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