100.000 Euro für Radweg geplant

Harte Einschnitte in Morschen: Gemeinde muss sparen

Hätten gern mehr investiert: Das Geld in der Gemeinde Morschen ist immer knapp, aber dennoch haben es Gemeindevertretung und Verwaltung geschafft, einen ausgeglichen Haushalt aufzustellen.
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Hätten gern mehr investiert: Das Geld in der Gemeinde Morschen ist immer knapp, aber dennoch haben es Gemeindevertretung und Verwaltung geschafft, einen ausgeglichen Haushalt aufzustellen.

Die Gemeinde Morschen muss weiterhin sparen. Eine größere Investition ist aber dennoch geplant.

Morschen – Der Haushalt der Gemeinde Morschen ist auch 2021 auf Kante genäht. Hatte der erste Entwurf noch ein Defizit von 276 000 Euro, weist der jetzt beschlossene Haushalt ein Plus von 3700 Euro auf, er ist somit genehmigungsfähig. Dafür waren harte Einschnitte nötig.

Doch die guten Nachrichten zuerst: Gerade sei man dabei ein Konzept für ein flächendeckendes Radwegenetz zu entwickeln. Dafür sind 100.000 Euro im Haushalt veranschlagt. „Wir erhoffen uns aber eine Förderung von mindestens 70 Prozent – eher mehr“, sagt Bürgermeister Ingo Böhm. Erste Pläne gibt es auch schon, so soll mit einem Radweg von Altmorschen nach Eubach zum Schmachtenhagen der Anschluss nach Spangenberg geschaffen werden.

Im Investitionsprogramm macht den größten Posten die Erneuerung der Wasserleitungen in der Theodor-Heuss-Straße aus. Diese schlägt mit 405.000 Euro zu Buche. Für die Feuerwehren in Konnefeld und Wichte gibt es je ein neues Fahrzeug. Kostenpunkt insgesamt: 100.000 Euro.

Außerdem muss ein Klärschlammbehälter für 50.000 Euro neu gebaut werden.

Um einen ausgeglichen Haushalt zu erreichen, mussten aber auch einige Posten aus dem Haushaltsentwurf gestrichen werden. Zum Beispiel 70.000 Euro für die Kanalbefahrung die wegen der Eigenkontrollverordnung nötig ist. Dabei wird mit einer Kamera kontrolliert, ob es Schäden an den Leitungen gibt. Dazu ist die Gemeinde verpflichtet. Gestrichen wurden auch 40.000 Euro für die Sanierung der Gemeindestraßen. 10.000 Euro wurden beim Wegebau eingespart und auch die 5000 Euro für die Instandhaltung der Friedhofshalle in Altmorschen können nicht ausgegeben werden.

Außerdem haben die Kreissparkasse Schwalm-Eder und die VR-Bank Spangenberg- Morschen laut Bürgermeister Ingo Böhm zugestimmt, die Tilgungsleistungen von jährlich 155.000 Euro für die kommenden zwei Jahre auszusetzen. Das war nötig, da die Tilgung für Kredite für einen genehmigungsfähigen Haushalt aus den Einnahmen der Verwaltung – wie etwa Steuern und Gebühren – erwirtschaftet werden muss. Man hätte gern mehr in die Zukunft der Gemeinde Morschen investiert, sagt Bürgermeister Ingo Böhm. Die Verhandlungen habe man sich nicht leicht gemacht. „Ich bin den Gemeindevertretern sehr dankbar, dass sie hier Verantwortung gezeigt haben“, sagt Böhm.

Finanzielle Herausforderungen werden Morschen aber auch die nächsten Jahre begleiten. So sieht die Eigenkontrollverordnung (EKVO) vor, dass bis 2024 alle Kanäle in der Gemeinde kontrolliert werden müssen. Das heißt, die 70.000 Euro, die in diesem Jahr eingespart werden, werden auf jeden Fall im nächsten Jahren zusätzlich fällig. Bis 2024 sind für die EKVO 340 000 Euro veranschlagt. „Und wir wissen ja noch nicht, was sich bei den Untersuchungen ergibt“, sagt Böhm. Zudem stehe im Jahr 2022 die Sanierung der Binsförther Straße an, was die Gemeinde zwischen 1,5 und 1,7 Millionen Euro kosten werde. Das Schützenhaus in Konnefeld wird für 200.000 Euro in ein Feuerwehrgerätehaus umgebaut werden. (Barbara Kamisli)

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