Kein Jugendpfleger mehr in Morschen

Morschen. Die Jugendpflege liegt in der Gemeinde Morschen vorerst auf Eis. Grund ist die finanzielle Situation der Gemeinde und die damit verbundenen Auflagen der Aufsichtsbehörde.

Die Parlamentarier entschieden deshalb in ihrer Sitzung am Donnerstag, die vakante Stelle im Jahr 2016 unbesetzt zu lassen und anschließend erneut zu prüfen, ob die finanzielle Situation eine Wiederbesetzung möglich mache.

Damit folgten die Gemeindevertreter mit einer Gegenstimme einer Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses. Sabine Knobel (SPD) sagt: „Wir können uns das bei 15,6 Millionen Euro Schulden nicht mehr leisten.“ Auch wenn der Schwalm-Eder-Kreis 50 Prozent der Finanzierung übernimmt, hätte die Gemeinde für diese Stelle rund 40 000 Euro zu tragen.

Dieter Kaiser, CDU-Fraktionsvorsitzender, sagt, er glaube, dass die Entscheidung, die Besetzung der Stelle auszusetzen, bedeute, dass die Stelle sicher auf mehr als nur ein Jahr unbesetzt bleiben werde. „Es fällt mir sehr schwer zu sagen, wir setzen aus. Aber wenn wir sparen wollen, dann müssen wir konsequent sein.“

Seine Fraktionskollegin Kirsten Schäfer hingegen mahnte die soziale Verantwortung der Gemeinde an. Man müsse im Sinne der Bürger handeln. Man müsste sich klar machen, was eine nicht besetzte Stelle in der Jugendpfelge für die Außenwirkung bedeute.

Uwe Ludwig (FDP) bemängelte fehlende Konzepte und Bedarfsanalysen für die Jugendpflege. Ohne diese könne man keine Entscheidung für die Jugendpflege treffen, da diese seiner Ansicht nach eine langjährige Bindung nach sich ziehe.

Kein Verständnis 

Unverständnis rief in diesem Zusammenhang die Entscheidung der Mehrheitsfraktion SPD hervor, im Haushalt 5143 Euro für die Schulsozialarbeit im Schwalm-Eder-Kreis bereit zu stellen. FDP und CDU stimmen dagegen.

Kirsten Schäfer (CDU) sagte, sie sei fassungslos. Man könne nicht einerseits 40 000 Euro einsparen und andererseits 5000 Euro rausschmeißen. „Das passt doch nicht zusammen“, sagte Schäfer.

Volker Bergmann (SPD) argumentierte, dass auch Morschener Schüler von der Schulsozialarbeit im Kreis profitierten. Denn auch wenn es in Morschen keine Schulsozialarbeit gebe, so doch an den vier weiterführenden Schulen, die auch die Kinder aus Morschen besuchen.

FDP-Fraktionsvorsitzender Uwe Ludwig teilte Schäfers „Fassungslosigkeit“ über die Entscheidung, wie er sagte. Man können so eine Entscheidung nicht treffen, wenn man befürchten müsse, künftig finanziell handlungsunfähig zu sein.

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