Viele sind auf Wohnungssuche

Kleine Wohnungen für Flüchtlinge sind in Morschen gefragt

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Sind jetzt Nachbarn: Erika Görke und Hasan Aydak (Mitte). Auch Walid Aldabbeh sucht eine eigene Wohnung.

Morschen. Ehrenamtliche helfen Flüchtlingen bei der Wohnungssuche in Morschen. Sie unterstützen auch beim Deutsch lernen und beim Ausfüllen von Anträgen.

Walid Aldabbeh hat zum Kaffeetrinken bei Erika Görke wieder ein paar Formulare mitgebracht. Sie wird ihm später beim Ausfüllen helfen - wie schon einige Male zuvor. Auch Hasan Aydak ist häufig Gast im Hause Görke. Denn auch zum Deutsch lernen trifft sie sich mit „den Jungs“. Außerdem wohnt er jetzt in ihrer Nachbarschaft. Familie Grisse hat ihre Einliegerwohnung an ihn vermietet. „Das Ehepaar war sofort bereit zu helfen, als ich sie angesprochen habe“, sagt Görke.

Auch andere Flüchtlinge in Morschen sind auf Wohnungssuche. „Sobald der Asylantrag anerkannt ist, können sie sich eine eigene Wohnung suchen“, sagt die 63-Jährige.

Es sei aber nicht so einfach, geeignete Wohnungen zu finden, so die Erfahrung Görkes. Sie ist eine der zahlreichen Ehrenamtlichen in Morschen, die die dort lebenden Flüchtlinge nicht nur bei der Wohnungssuche unterstützen. „Die Wohnungen sollten zentral sein und eine Bahnanbindung haben“, sagt sie.

Gerade kleinere Wohnungen seien schwer zu finden, werden aber dringend gebraucht. Denn viele der Menschen aus Syrien und Afghanistan, die in Morschen leben, sind ohne ihre Familien gekommen. Und so ziehen die meisten erstmal allein aus den Gemeinschaftsunterkünften aus.

„Ich gehe schon immer auf die Leute zu und frage nach Wohnungen“, sagt Görke. Hasan Aydak ist froh, dass er eine Wohnung gefunden hat. Aber eigentlich wünscht er sich nichts sehnlicher, als endlich wieder mit seiner Familie zusammenleben zu können. Seine Frau und die vier Kinder - darunter ein drei Monate alter Junge, den er nur von Fotos kennt - leben noch in Syrien.

Wann sie nach Deutschland kommen können, ist genau wie bei der Familie von Walid Aldabbeh nicht klar. Es dauere sehr lange, bis man einen Termin in der Botschaft in Beirut bekomme, sagt Walid Aldabbeh. Denn die Familien könnten nur über den Libanon ausreisen, sagt der 44-Jährige. Beide möchten gern in Morschen bleiben. „Ich bin den Menschen, die uns hier helfen, sehr dankbar“, sagt Walid Aldabbeh.

Anerkannte Flüchtlinge bekommen für die Miete Geld vom Jobcenter. Die Wohnung für eine Einzelperson darf in Morschen maximal 298,50 Euro (Brutto-Kaltmiete) kosten und 45 Quadratmeter haben. Wer eine Wohnung vermieten möchte, kann sich bei der Gemeindeverwaltung Morschen melden.

Kontakt und Informationen: Markus Opitz, Tel. 05664 / 94 94 15

Fahrten zu Ämtern, Unterstützung beim Deutsch lernen oder ein Ausflug mit einer Familie - jeder könne sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, sagt Marion Martens. Helfende Hände würden dringend gesucht. Mittlerweile leben über 50 Flüchtlinge in Morschen. Man müsse zum Beispiel kein Sprachenlehrer sein, um jemandem Deutsch beizubringen. „Jeder kann das tun, was er leisten kann“, sagt Martens. Es gehe nicht darum, ständig verfügbar zu sein.

Kontakt: Marion Martens, Tel. 05664 / 93 99 10

Termin: Für Donnerstag, 14. April, 19 Uhr, laden Gemeindeverwaltung und Flüchtlingshilfe Morschen zu einem Informations- und Gedankenaustausch ins Rathaus ein. Zu Gast ist Andreas Schnücker, Koordinator für Flüchtlingsfragen im Kreis.

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