Vom Stall auf den Laufsteg:

Bulle vom Biohof Hirschle ist Landessieger seiner Rasse

+
Präsentierte den Zuchtbullen Juno: Lars Hirschle führte den Angus-Bullen der Jury auf dem Fleischrindertag in Alsfeld vor.

Waschen, schneiden, föhnen, Laufstegtraining – was klingt wie die Vorbereitung für Germanys Next Topmodel, war jüngst das Programm des Angus-Bullen Juno. Und der Aufwand hat sich gelohnt.

Der fünfjährige Bulle wurde beim Fleischrindertag in Alsfeld kürzlich zum Landessieger seiner Rasse Angus gekürt. Zuhause sind der Zuchtbulle sowie weitere 40 Rinder und zahlreiche Hähnchen auf dem Biohof Hirschle in Eubach.

Hubert Hirschle, dessen 17-jähriger Sohn Lars den 1120 Kilo schweren Bullen auf dem Fleischrindertag präsentiert hat, ist mächtig stolz. „So etwas macht man ja nicht alle Tage“, sagt der 52-jährige Agrar-Ingenieur. Das letzte Mal habe er vor 15 Jahren ein Tier bei einer Schau vorgeführt.

Hubert HirschleAgrar-Ingenieur

Denn die Teilnahme an einem Wettbewerb erfordert einiges an Zeit. „Zucht ist schon eine Passion und fällt eher in die Kategorie Hobby“, sagt Hirschle, der den Biohof seit 20 Jahren mit seiner Frau Christina Groh-Hirschle betreibt. Ohne Vorbereitungen gehe es nicht. So muss das Tier zu Beispiel lernen, am Strick geführt zu werden und zu hören. „Das muss man üben“, sagt Hirschle. Er sei mit Juno auf dem Feldweg spazieren gegangen.

Das gilt auch für den Transport im Anhänger. Er und sein Sohn Lars haben im Vorfeld auch an einem sogenannten Fittingkurs teilgenommen – ein Crashkurs dafür, wie man die Tiere richtig herrichtet für den Wettbewerb, sagt Hirschle.

Bewertet wird bei der Schau nach Merkmalen, die typisch für die Rasse sind. Sind die in den Augen der Jury gut ausgeprägt, kann das Tier erfolgreich sein. Die Erfolge werden in ein Leistungsdatenblatt eingetragen, das für Käufer von Interesse ist. So ein Sieg sei quasi das Bonbon für einen Züchter.

350 Rinder unterschiedlicher Rassen seien beim Fleischrindertag gewesen. Nicht alle beim Wettbewerb, sondern es gab auch eine Auktion. „Es ist eine gute Gelegenheit, auch für die Besucher, sich über die Eigenschaften der verschiedenen Rassen zu informieren und mit den Züchtern ins Gespräch zu kommen“, sagt Hirschle.

Veranstaltungen wie der Fleischrindertag seien auch dafür da, um Kontakte zu pflegen. Für seinen Hof habe er sich für die Rasse der Angus-Rinder entschieden, da diese sich gut für die Haltung im nordhessischen Mittelgebirge eigne. Sie könne gut mit den Hanglagen umgehen und komme mit knapperen Futterangebot gut zurecht, sagt der Agraringenieur.

„Das Angus-Rind ist genetisch hornlos, umgänglich und genügsam“, sagt Hirschle. Die Fleischqualität sei hervorragend. Da es sich um kurzfaseriges Fleisch mit intramuskulärem Fettanteil handle, erläutert Hirschle.

Kraftfutter sei in der Biolandwirtschaft sehr teuer, weshalb es von Vorteil sei, dass die Tiere mit dem Grundfutter gut zurechtkommen, um eine gute Fleischqualität auszubilden. Hirschles vermarkten das Fleisch ihrer Angus-Rinder wie das ihrer Hähnchen direkt, weil das die beste Wertschöpfung ermögliche, die in der Biolandwirtschaft einen großen Stellenwert habe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.