Gasthaus und Pension im Morschen muss wegen Corona schließen

Märchenschmiede in Morschen ist verkauft

Die Betreiber der Märchenschmiede, Angela und Gert Janenzky, erhielten 2019 eine Auszeichnung als eines der 50 besten Dorfgasthäuser Hessens. Im Hintergrund ist der Eingang der Märchenschmiede in Neumorschen zu sehen.
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Unter den Besten: Die Märchenschmiede von Angela und Gert Janenzky bekamen 2019 eine Auszeichnung als eines der 50 besten Dorfgasthäuser Hessens.

Wer noch einmal die märchenhafte Atmosphäre der Märchenschmiede in Neumorschen genießen will, der muss sich beeilen. Das Gasthaus mit Pension und Biergarten schließt zum 1. November.

Neumorschen – „Der bürokratische Aufwand ist einfach nicht mehr zu stemmen“, sagt Angela Janenzky. Bedingt durch die Coronakrise und dem damit verbundenen Lockdown habe man drei Mitarbeiter entlassen müssen. Auch ihr Mann Gert könne aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr im Betrieb mithelfen, sagt Janenzky. Sie und ihr Koch könnten die Arbeit zu zweit kaum bewältigen – für einen weiteren Angestellten fehle gerade schlichtweg das Geld.

Acht Wochen, vom 15.März bis 15. Mai, hatte das Gasthaus während des Lockdowns geschlossen. „Doch selbst da hatten wir nicht frei, weil die ganze Büroarbeit aufgearbeitet werden musste“, sagt Janenzky. Nach der Schließung sei das Geschäft zwar wieder gut angelaufen, aber die Vorschriften sorgen dafür, dass der Betrieb zwar kostendeckend laufe, aber kein Geld verdient werden könne. „Wir verdienen aber wie viele andere in der Gastronomie unser Geld normalerweise im Sommer, um über den Winter zu kommen“, sagt Janenzky.

Im großen Biergarten durften aufgrund der Coronavorschriften aber eine ganze Zeit lang nur 21 statt der sonst 46 Personen sitzen. Außerdem fehlten die Einnahmen durch Feiern und Familienfeste. Auch die vielen Stammtische seien durch die Coronakrise größtenteils weggefallen. Das Pensionsgeschäft hingegen lief mit Beginn der Sommerferien im Juli sehr gut, sagt Janenzky.

Während der Schließung habe man von den Rücklagen gelebt, aber jetzt sei nichts mehr da. „Wir hatten wirklich Zweifel, ob wir das überstehen. Einen zweiten Lockdown würden wir nicht überleben“, sagt Angela Janenzky.

Die Märchenschmiede sei zwar immer als ein zeitlich begrenztes Projekt angelegt gewesen, aber dass es so schnell ein Ende findet, war nicht geplant. „Eigentlich wollten wir noch drei Jahre weitermachen“, sagt Angela Janenzky. Sie hätten zwar mit der Suche nach einem Nachfolger begonnen, aber nicht damit gerechnet, dass sich innerhalb von zwei Wochen ein Käufer für das Haus findet. Der wolle die Märchenschmiede aber als Wohnhaus nutzen.

Die Janenzkys hatten die Märchenschmiede im Dezember 2016 eröffnet, nachdem sie das Haus komplett saniert hatten. Mit viel Liebe zum Detail und Kreativität haben Janenzkys jedes Zimmer eingerichtet und einem Grimmschen Märchen gewidmet. Die Märchenschmiede war für den nordhessischen Tourismuspreis der GrimmHeimat nominiert und zählt zu den 50 besten Dorfgasthäusern Hessens.

Hinweis: Angela Janenzky bittet alle, die noch Gutscheine der Märchenschmiede haben, diese bis zum 15. Oktober einzulösen.

Von Barbara Kamisli

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