Cantus fehlen Züge

Mörscher kritisiert überfüllte Wagen im Schülerverkehr

Voller Cantus: Das Bild zeigt den Cantus-Zug an einem Morgen mit Schülerverkehr bei Heinebach. Das Bild entstand im Jahr 2017.
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Voller Cantus: Das Bild zeigt den Cantus-Zug an einem Morgen mit Schülerverkehr bei Heinebach. Das Bild entstand im Jahr 2017.

Die Cantus-Züge auf der Strecke Morschen–Melsungen seien total überfüllt. Das kritisiert der Mörscher Heinz Stiel.

Morschen/Melsungen - Insbesondere seine drei Enkel seien regelmäßig betroffen: Zum Beispiel morgens um 7.14 Uhr werde ab Altmorschen nur ein Wagen eingesetzt. Dieser sei seit Wochen stets überfüllt. „Die Fahrgäste sitzen und stehen Mann an Mann. Die Maskenpflicht wird oft missachtet und quasi nicht überprüft“, sagt Stiel. Er mache sich daher erhebliche Sorgen hinsichtlich der Ansteckungsgefahr. Was nützten all die Bemühungen der Schule, wenn auf dem Schulweg im Zug die Coronaregeln missachtet werden müssten, weil es so voll sei. Er selbst erlebe die vollen Züge auch, aber es handele sich primär um ein Problem im Schülerverkehr.

Ralf Winkler, Sprecher der Cantusbahn, bestätigt die Beobachtung von Heinz Stieler. „Uns fehlen wegen Unfällen zwei Zugteile“, sagt Winkler. Im Fahrplan seien aber nur einzelne Züge und Zeiten betroffen. Er wolle die Situation aber keinesfalls schönreden. „Gerade in der jetzigen Zeit ist es wichtig, gewohnte Qualität zu liefern. Wir bedauern das Fehlen der Zugteile sehr“, sagt Winkler.

Grundsätzlich sei es aber auch nicht möglich, bei hohem Fahrgastaufkommen einfach ein Zugteil anzuhängen, schränkt Winkler ein. Der limitierende Faktor sei immer die Bahnsteiglänge – also der kürzeste Bahnsteig auf der Strecke. „Wir dürfen maximal so lang sein, wie es die Bahnsteige zulassen.“

Im konkreten Fall sei es so, dass die Zugteile repariert würden. Eines komme aktuell zurück und werde dann auf dem Streckenabschnitt im Schülerverkehr zum Einsatz kommen können, sagt Winkler. „Die Situation wird sich in den kommenden Tagen aber sicher entspannen. Das Fahrgastaufkommen wird sich dann mit zwei Zugteilen besser verteilen.“

Winkler hofft dabei auf das Jahresende und die Fahrplanumstellung. Dann werde auf der Strecke ein zusätzlicher Regionalexpress eingesetzt und der Fahrplan somit verdichtet. Es gebe dann mit den Cantus-Bahnen einen halbstündigen Takt. Das werde erheblich zu einer Entzerrung des Fahrgastaufkommens führen. (Damai D. Dewert)

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